Go to Top

Hochfrequente Ausspähung

Hochfrequente Ausspähung

Daten sind das neue Gold – vor allem, wenn damit Nutzerprofile erstellt werden können. Und die sind dann am besten, wenn einem Nutzer mehrere elektronische Geräte zugeordnet werden können. US-Datenschützer warnen: das ist jetzt möglich.

Das Verfahren ist simpel: Ein Gerät – beispielsweise ein Smart-TV – sendet ein akustisches Signal (ein sogenanntes Sound-Beacon), welches von einem anderen Gerät – einem Smartphone, einem Notebook oder einem PC – aufgefangen wird. Der Empfänger (der natürlich eine entsprechende Software installiert haben muss) setzt das Soundsignal in ein Textfile (quasi ein Cookie) um, wodurch das Gerät im Netz erkenn- und zuordenbar wird. Wenn dann beispielsweise im TV ein Werbespot (inklusive Sound-Beacon) läuft und der Zuschauer sich über das beworbene Produkt im Internet informiert, wird das dem lauschenden Unternehmen mitgeteilt. Durch die Cookie-Technik können auch mehrere Mobilgeräte einem Besitzer zugeordnet werden – das Erstellen von Bewegungs- und Persönlichkeitsprofilen wird so zum Kinderspiel.

Marktführer in diesem Bereich ist die indische Firma Silverpush. Apps mit der Technologie dieser Firma lauschen ständig nach den Beacons (=Leuchtfeuer), die in einem Frequenzbereich angesiedelt sind, die der Mensch nicht mehr wahrnimmt. In gut einem halben Dutzend Apps (andere Zahlen sprechen von knapp 70 Apps) wurde die Silverpush-Software gefunden, etwa 18 Millionen Handys werden schätzungsweise momentan mit Hilfe von Soundschnipseln überwacht. Abwehren kann man einen solchen „Lauschangriff“ nur durch eine weiträumige Trennung der Geräte, eine hardwareseitige Deaktivierung des Mikrofons – oder man installiert sich erst gar keine App mit der entsprechenden Abhörfähigkeit. Angeblich werden nur die Tonschnipsel beachtet, andere Geräusche oder gar Gespräche sollen nicht aufgezeichnet werden.

Die Technik zur Erstellung von geräteübergreifenden Nutzerprofilen ist auch für andere Firmen von Interesse. Man weiß, dass Drawbridge, Flurry und Adobe ebenfalls an einer solchen Lösung arbeiten.

Bildquelle: rudi205 / pixabay