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Meine Daten gehören mir!

Wie oft geben Sie bei Google eine Suchanfrage ein? Wie häufig liken Sie Posts bei Facebook? Suchen Sie gerne nach speziellen Produkten bei Amazon?

Wenn sie eine oder mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sind Sie schon nicht mehr vollständig Herr über Ihre Daten. Denn speziell die drei genannten (amerikanischen) Firmen sind für ihre Datensammelwut bekannt. Wer sich mit ihnen abgibt hinterlässt Spuren, die nicht mehr zu löschen sind.

Es gibt natürlich Hilfreiches. Google nutzt beispielsweise Android-Smartphones, um die Verkehrslage auf Google Maps anzuzeigen. Über den GPS-Tracker kann die Bewegung des Gerätes festgestellt und entsprechend berechnet werden, ob der Verkehr fließt oder steht – wozu natürlich eine ganze Menge an Geräten nötig ist. Sofern Sie ein eingeschaltetes Android-Smartphone benutzen weiß Google immer, wo Sie sich befinden und kann Ihnen die Information schicken, dass um die Ecke eine Pizzeria der Extraklasse zu finden ist – bestellen Sie doch mindestens einmal die Woche dieses Fastfood per Handy. Wer ein Google-Konto hat (Googlemail genügt) und sich nach Abbrafge seiner Mails nicht wieder ausloggt (und wer macht das schon) ist gewissermaßen direkt mit der Datensammelstelle des Suchmaschinengiganten verbunden. Allerdings wird auch ohne Google-Konto alles protokolliert, was an Ihrem Rechner an Suchanfragen eingegeben, welche Videos Sie bei youtube ansehen, wie Sie Preise vergleichen und vieles mehr.

Google kann aber noch mehr. Wenn Sie über Google auf Seiten surfen, die ihre Statistik mit Google Analytics erstellen lassen oder Werbung über Google Adsense ausliefern bleiben Sie weiter im direkten Blick der Datenkrake, alles, was Sie auf diesen Seiten treiben, wird von Google gespeichert.

Bei Facebook ist es ähnlich, die kleinen „Like“ Buttons zeigen die Größe des Netzwerks, sie sind auf rund 13 Millionen Webseiten zu finden. Wer einen solchen Button sieht kann sicher sein, dass Facebook über ein sogenanntes Tracking-Cookie über den Besucher benachrichtigt wird. Wobei es ist egal, ob der Button gedrückt wird oder der Besucher bei Facebook eingeloggt ist.

Wer bei Amazon ein Konto sein eigen nennt kennt das: immer wieder kommt Werbung des Online-Versandhändlers aufs Mailkonto. Die als Internet-Buchhändler gestartete Firma, die heute etwa ein Viertel des gesamten deutschen Online-Versandhandelsumsatzes erwirtschaftet, trägt sich mit dem Gedanken, einen Algorithmus zu entwickeln, der Kunden ein Produkt zuschicken kann, bevor diese es bestellt haben.

Internetexperten empfehlen, für Facebook, Google und Co. im Browser ein eigenes Fenster (ein eigener Tab genügt nicht) zu öffnen – besser noch einen anderen Browser (Firefox soll beim Schutz der Privatsphäre der beste Browser sein). Müssen Sie aus welchem Grund auch immer Daten eingeben sollten Sie darauf achten, nicht zu viel preiszugeben: wenn Sie nicht als Geschäftsmann agieren haben Geburtsdatum, Wohnort oder gar Kontodaten im Netz nichts verloren. Und außer beim Online-Banking sollten sie sich nirgendwo mit Klarnamen anmelden.

Sollten die großen Drei der Branche irgendwann ihre Daten in einen Topf werfen, können Sie wahrscheinlich die Zukunft voraussagen.

Bildquelle: geralt / pixabay