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Mergers & Aquisitions erreichen höchsten Stand seit 2008 – Teil 2

… und was bedeutet das für die vorhandenen Daten?

Die von dem Informationsdienstleisters Bureau van Dijk kürzlich veröffentlichte Studie zu den weltweiten Unternehmenszusammenschlüssen zeigt den höchsten Wert seit der Finanzkrise 2008. Und das nicht nur in der Pharmabranche, wo Pfizer versucht, Astra Zenecka zu erwerben, Roche in den USA FMI erwarb und Merck sich mit dem US-Life-Science-Spezialisten Sigma Aldrich stärkt, sondern über alle Branchen hinweg. Immer häufiger müssen IT-Abteilungen ihre Systeme miteinander verzahnen oder auf eine komplett neue Basis stellen. Doch welche Herausforderungen müssen dabei beachtet werden? Hier eine weitere Herausforderung, die bewältigt werden muss:

Datenkonsolidierung bei (älteren) Tape-Archiven

Der zweite wichtige Punkt bei der Zusammenführung einer IT-Landschaft ist die der Datenkonsolidierung. Oftmals schlummern in den Tape-Archiven der beiden Firmen verborgene Schätze, die es nicht nur im Rahmen von rechtlichen Überprüfungen, sondern auch für Neugeschäft-Generierung zu heben gilt. Wie auch bei den Exchange E-Mails und Postfächern muss auch hier die unterschiedliche Software und Hardware, mit der die abgespeicherten Daten, entweder nativ oder verpackt in einem Backup noch im Unternehmen vorhanden sein, damit die Daten auch in ein neues System integriert werden können. Gleichzeitig muss das neue System – bestehend aus Server, Storages und verschiedensten Applikationen – in der Lage sein die „gehobenen“ Tape-Daten auch zu lesen und zu verarbeiten. Oft ist das nicht der Fall und deshalb müssen die Daten zunächst konsolidiert werden.

Damit eine Datenkonsolidierung gelingt müssen zunächst die vorhandenen Tapes eingelesen werden, um sie dann später verarbeiten zu können oder in ein neues Tape-Archiv- und Tape-Band-Format überführen zu können. Wenn man sich entscheidet, auch weiterhin auf Magnetbänder als langfristiges Speichermedium zu setzen, sollte man im Rahmen eines M&A-Prozesses darüber nachdenken, nicht nur die Daten zu konsolidieren, sondern diese „alten“ Magnetbandinhalte auf neue Tapes zu übertragen. Um zu gewährleisten, dass auch die neuen Bänder genauso problemlos gelesen werden können wie die alten, muss hier darauf geachtet werden, dass auch die gleiche Hardware – also das Laufwerk – genutzt wird wie bei dem Original-Magnetband. Und darüber hinaus muss hier auch die gleiche oder eine kompatible Backup-/Restore-Software eingesetzt werden. Wenn das nicht möglich ist (oder von vornerein das System geändert werden soll), muss die Tape-Migration von Daten einer ganz bestimmten Softwareversion eines Herstellers zu einer anderen Softwareversion und einer anderen Marke vorgenommen werden. Wenn die Backups auf den vorhandenen alten Bändern im Differential-Modus vorliegen, kann eine Konsolidierung des gesamten Materials vorgenommen werden. Und das bereits bevor sie in eine andere Version migriert werden.

Ob man bei dem gleichen Tape-Archiv- oder –Backup-System bleibt oder nicht oder ob man die Daten zur Weiterverarbeitung konsolidieren muss, eine Migration vorhandener Magnetband-Daten ist nahezu für alle Band- und Backup-Systeme möglich. Wem ein solcher Prozess zu aufwendig ist oder schlicht und einfach das notwendige Equipment fehlt, kann man sich beispielsweise auch an die Datenlabor-Spezialisten von Kroll Ontrack wenden. Sie haben sowohl die notwendige ältere Soft- und Hardware zum Verarbeiten der Tape-Daten zur Verfügung als auch das notwenige Wissen, um diese Alt-Daten in neuere Formate und/oder Storage-Formate zu überführen.

Fazit: Generell sind viele verschiedene Systeme von einem solchen umfassenden M&A Projekt betroffen. Dabei sind viele Datenmigrationen bei guter Vorbereitung relativ einfach zu gestalten. So können bei einigen Systemen die Daten direkt von einer Lösung in eine neue ohne großen Aufwand überspielt werden, wenn die Systeme und Applikationen kompatibel sind. Schwieriger wird es dagegen, wenn die eingesetzte Hardware-Umgebung bereits einige Jahre alt ist und/oder – besonders im Falle von Archivmaterial – die dazugehörige Software nicht mehr vorhanden ist oder sich nicht einfach auf die neue Lösung migrieren lässt. Dann kommt man um die Hilfe eines spezialisierten Datenrettungsdienstleisters der über umfangreiche Erfahrung von Datenkonsolidierung und Migration – gerade bei älteren Tape-Backup- und Archivsystemen – verfügt, nicht herum.

Bildmaterial: Petra Bork/ pixelio.de