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Microsoft arbeitet an DNA-Speicher

Speichermedium DNA

Es ist eine bestechende Idee, der ausufernden Datenflut Herr zu werden: Man benutzt natürliche Datenspeicher, die seit Milliarden Jahren funktionieren. Gemeint ist der Träger der Erbinformation aller Lebewesen, die DNA, die Desoxyribonukleinsäure (abgekürzt DNS, benutzt wird aber meist die Abkürzung des englischen Begriffs deoxyribonucleic acid).

Jeder kennt das Problem: Irgendwann wird auch die größte Festplatte zu klein. Momentan fasst eine solche Speichereinheit etwa 10 GB pro Kubikmillimeter. Schätzungen ergeben, dass die zu speichernde Datenmenge bis ins Jahr 2020 auf 44 Billionen Gigabyte steigen wird, was 4400 Kubikmeter reinen Speichermaterials entspricht  – und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.

Da machte es die Natur schon vor etlichen Milliarden Jahren besser. Schweizer Forscher errechneten, dass ein Kubikzentimeter DNA eine halbe Billion Gigabyte an Daten aufzeichnen kann. Mit Speichern aus Nukleinsäuren wäre das Speicherproblem auf Dauer gelöst. Nur wagten sich bisher nur wenige Forscher an diese spezielle Aufgabe. Das faszinierende an dem biologischen Speichermedium: Die Inhalte können Jahrtausende überdauern. Wenn eine Zelle altert, teilt sich die DNA und erstellt im nächsten Schritt zwei exakte Kopien von sich selbst. Im Anschluss an den Kopiervorgang wird die korrekte Informationsübertragung überprüft und Fehler automatisch repariert. Es entsteht ein perfektes Backup.

Nun hat sich ein Global Player des Themas angenommen. Microsoft hat vom Biotech-Unternehmen Twist Bioscience (San Francisco) zehn Millionen künstliche DNA-Stränge gekauft, um mit diesen auf dem Gebiet der Datenspeicherung zu arbeiten. Erste Tests mit Speichern und wieder Auslesen von Daten (auch ein Katzenbild soll dabei gewesen sein) seien positiv verlaufen, hört man aus Redmond.

Bildquelle: ClkerFreeVectorImages / pixabay