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Millionen von persönlichen Daten online gestellt

Datendiebstahl

Fast wäre die Meldung im Schatten der Affäre um die Panama Papers untergegangen: Hacker haben persönliche Daten von 50 Millionen türkischen Bürgern gestohlen und ins Netz gestellt. Als Grund wird die politische Ablehnung des türkischen Präsidenten Erdoğan angenommen, zu der Tat bekannt hat sich noch niemand.

Die Torrent-Datei, die ins Netz gestellt wurde, verweist auf personenbezogene Daten: Name und Geburtsdatum, Adresse, die Vornamen der Eltern und die nationale Identifikationsnummer. Und diese IDs sind das Problem, da damit eine Menge Schindluder getrieben werden kann – Stichwort Identitätsdiebstahl.

Die Daten stammen wohl aus dem türkischen Melderegister von 2008, Stichproben ergaben allerdings, dass acht von zehn geprüften Datensätzen heute noch gültig sind. Die betroffenen Bürger müssen mit Missbrauch rechnen bis die türkische Regierung die Nummern neu vergeben hat. Auch die Daten von Präsident Erdoğan sind in der Datei zu finden. Spiegel Online zeigt hier den Auszug aus der Datenbank.

Nun ja, wird so manch´ einer denken. Was geht mich das an?

Es ist leider so, dass nicht nur in der Türkei die IT-Sicherheit von Regierungsstellen nicht auf dem neuesten Stand ist. Das Weiße Haus beispielsweise hat vor wenigen Tagen eine generelle Aktualisierung der IT-Infrastruktur angekündigt. Zeit wird´s, die momentan benutzte Technik hinkt der allgemeinen Entwicklung um Jahrzehnte hinterher.

Der englische Sicherheitsexperte Carl Gottlieb meint dazu: “Regierungen sind immer angreifbarer als Unternehmen, weil sie weniger für IT-Sicherheit ausgeben”.

Bildquelle: geralt / pixabay