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Millionen von Zombie-Servern

Zombie-Server

Sie sind völlig grundlos im Dauereinsatz tätig – die Zombie-Server. Auf den auch als „komatöse“ Server bezeichneten Maschinen laufen ungenutzte oder redundante Anwendungen oder Applikationen, die nicht mehr benötigt werden und nur noch aus „historischen“ Gründen existieren. Auch Programme die niemand mehr versteht – und keiner abschalten will – werden auf diesen eigentlich unnötigen Rechenmaschinen ausgeführt.

Nun ja, wird manch einer denken. Was soll´s, stört doch keinen. Wenn man aber die Zahlen sieht, weiß man, dass etwas geschehen sollte. In den USA sollen 3,6 Millionen Server vollkommen überflüssig sein, weltweit rund 10 Millionen – zu diesem Schluss kommt eine Studie der Stanford University in Kooperation mit der Anthesis Group.

Die Forscher Jonathan Koomy und Jon Taylor haben errechnet, das im Durchschnitt rund 30 Prozent aller laufenden Server zu den Zombies gehören. Da die IT-Abteilungen meist keine Ahnung von ihrem Vorhandensein haben, werden Backups gezogen, Upgrades eingespielt und ab und zu auch die Hardware erneuert. All diese kostet viel Geld – und auch der Stromverbrauch ist nicht ohne. Die vier Gigawatt Leistung, die diese „Untoten“ verschlingen entspricht etwa der Nennleistung von drei mittleren Atomkraftwerken – eine völlig unnötige Umweltbelastung .

Die Zahlen für die Studie kommen von der Firma TSO Logic, die Softwarelösungen entwickelt, die Rechenzentren energieeffizienter machen sollen. Daher sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen, da ein gewisses Eigeninteresse an hohen Zahlen nicht auszuschließen ist. Allerdings kommen Studien von McKinsey und dem Uptime Institute zu ähnlichen Ergebnissen.

Ob die Zahlen zu hoch angesetzt sind oder nicht: Unternehmen wären gut beraten, konsequent eine Untersuchung aller existierenden Applikationen und deren Nutzung anzustrengen um die Zombies zu identifizieren und ihnen einen digitalen Holzpflock ins Herz stoßen.

Bildquelle: PeteLinforth / pixabay