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Mythen über Solid State Drives (SSDs)

Lebensdauer und der Lebenszyklus von SSDs

Der Mythos:
SSDs haben wenig bewegliche Teile und versagen daher selten.

Falsch. SSDs sind zwar zuverlässiger als herkömmliche Festplatten, da sie keine beweglichen Teile besitzen. Aber da sie häufig in mobilen Geräten verbaut sind, welche härteren Bedingungen ausgesetzt sind als Desktop-PCs, ist die Ausfallrate zum Beispiel durch eingedrungenes Wasser sehr viel höher als bei traditionellen Speichermedien.

Der Mythos:
SSDs können bei Fehlfunktionen einfach repariert werden.

Falsch. Die Schwierigkeit der Datenrettung bei SSDs basiert auf der Art und Weise, wie die Daten auf dem Laufwerk gespeichert werden. Ein SSD-Controller verwürfelt die Daten beim Schreiben auf die Chips – und manchmal werden sie zusätzlich noch verschlüsselt. So finden sich die Inhalte nicht an einem einzelnen Speicherort sondern sind auf mehrere Plätze verteilt, die zusammen mit einer „Landkarte“ abgespeichert werden. Und jeder Controller kreiert eigene „Karten“. Bei einem Fehler bringt es also nichts, einfach die Kontrollinstanz zu tauschen. Man muss manuell das Schema des Speicherorts aufbauen, um die Daten zu retten.

Der Mythos:
Das Ziehen des Netzsteckers kann Daten auf einer SSD nicht beeinflussen.

Falsch. Wenn beim Lesen oder Schreiben von Daten auf einer SSD der Strom abgestellt wird muss die Platte innehrhalb von Millisekunden einen sicheren Status finden, um keine Daten zu verlieren. Das wird auch – wenn die Entwickler des Controllers ihre Hausaufgaben gemacht haben – fast immer der Fall sein. Aber die Erfahrung der Ingenieure von Kroll Ontrack zeigt, dass es manchmal auch schief geht. Man sollte sich besser nicht darauf verlassen und auch eine SSD immer korrekt herunterfahren.

Der Mythos:
SSDs halten ewig, weil sie sich nicht abnutzen.

Falsch. Lebenserwartung, Geschwindigkeit und Speicherfähigkeit von SSDs verringern sich im Laufe der Zeit. Momentan existieren zwei Typen von Flash-Speichereinheiten: SLC (single-layer-cell) und MLC (multi-layer-cell). SLC halten viel länger, sind aber teurer als MLC. Günstige Festplatten und die meisten USB-Sticks verwenden die günstigeren Speichermodule, die etwa 3000 bis 5000 Schreib/Lese-Zyklen verkraften. SLC-Speicher halten 50 000 bis 100 000 Aktionen aus, bevor sie den Geist aufgeben.

Der Mythos:
Verschlüsselung hat keinerlei Nachteile.

Falsch. Die Verschlüsselung von Daten auf einer SSD senkt die Wiederherstellbarkeit im Problemfall signifikant. Vollständige Festplattenverschlüsselung verkompliziert die Situation zusätzlich. Verschlüsselte Daten, die aufgrund von Softwareproblemen, durch die die Platte nicht mehr angesprochen werden kann, verloren gehen, sind nur in den seltensten Fällen wieder herstellbar. Auch bei stark zerstörten Datenträgern, bei denen die Lokalisierung der Daten nicht mehr möglich ist, ist ein Erfolg selten. Es gilt hier: ganz oder gar nicht, eine teilweise Datenrettung ist nicht möglich. Man kann die Aufgabe mit einem Puzzle vergleichen, bei dem alle Teile die gleiche Farbe haben – und fast die gleiche Form.