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Nutzer von virtuellen Plattformen sind Opfer von Datenverlusten wegen ihrer eigenen Fehler

Virtualisierung

Virtualisierung ist nach wie vor ein großes Thema bei Unternehmen in Bezug auf ihre IT-Infrastruktur. Die hauptsächlichen Vorteile der Technologie blieben trotz Weiterentwicklung im Laufe der Jahre gleich: Weniger Hardwarekosten, weniger Energieverbrauch und weniger Verwaltungsaufwand für das Management der Gast-Betriebssysteme und der darauf laufenden Softwareanwendungen. Es ist also kein Wunder, dass zum Beispiel die Marktanalysten von Gartner schätzen, dass einige Unternehmen bereits eine interne Server-Virtualisierungsrate von über 75% erreichen. Heutzutage kann jede wichtige Computertechnologie virtualisiert werden: Rechenleistung/Computing, Speicher, Betriebssystem, Netzwerk oder Anwendungen.

Obwohl Virtualisierung und ihre Plattformen immer besser und besser geworden sind, gibt es immer noch eine große Chance einen Datenverlust zu bekommen. Seit 2008, als Kroll Ontrack die Datenrettung für die beiden am weitesten verbreiteten virtualisierten Plattformen – VMware und Microsoft HyperV – erstmalig vorstellte, haben die Datenrettungsspezialisten des weltweit größten Datenrettungsdienstleisters eine Vielzahl von „virtuellen“ Datenverlusten gesehen.

Von Anfang an sammelten Kroll Ontrack-Experten, die an Datenrettungsprojekten mit Virtualisierung beteiligt waren, Informationen und Daten über die Gründe, die zu Datenverlust eines VMware- oder HyperV-basierten Systems führten. Was dabei überrascht, ist, dass nach fast einem Jahrzehnt der Computervirtualisierung in Unternehmen, die Nutzer fast die gleichen Fehler bei VMware und Microsoft HyperV-basierten virtuellen Plattformen machen, die zu Datenverlusten führen, wie zu dem Zeitpunkt als die Technologie erstmals eingeführt wurde..

Häufige Gründe für Datenverluste bei VMware und HyperV

Kroll Ontrack nutzte Analysen und Erkenntnisse aus seiner internen Datenwiederherstellungsdatenbank aus allen seinen weltweiten Datenrettungslabors, um Statistiken der häufigsten Probleme zu veröffentlichen, die zum Verlust von Datenverlusten in virtualisierten Systemen führten.

Nach diesen Zahlen sind die fünf häufigsten Gründe im Jahr 2016:

  • Gelöschte VMs (virtuelle Maschinen) (40%)
  • Hardwareausfälle (30%)
  • Migrationsfehler (10%)
  • Snapshots (Schnappschüsse), die schiefgegangen sind (10%)
  • Andere (10%)

Wenn man diese Zahlen mit denen von 2010 vergleicht, unterscheiden sie sich nur geringfügig: Im Jahr 2010 waren Hardware- / RAID-Ausfälle der Grund für 40% aller Datenverluste in virtuellen Systemen, während gelöschte virtuelle Festplatten und / oder Snapshots 36% betrugen. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die häufigsten Gründe fast gleich geblieben sind. Was im Laufe der Jahre immer weniger ein Faktor geblieben ist, sind Formatierungs- und Neuinstallationsprobleme, die zum Datenverlust führen. Während dies im Jahr 2010 10% aller Fälle ausmachte, ist die Zahl auf ein unbedeutendes Niveau gesunken und gehört mittlerweile nur zu den vielen anderen Gründen, die in den 10% „andere Gründe“ zusammengefasst sind.

Ein gutes Zeichen ist, dass Datenverlust aufgrund der verwendeten Virtualisierungsplattform selbst im Laufe der Jahre immer weniger ein Faktor geworden ist. Bei VMware zum Beispiel entfielen im Jahre 2010 13%  auf „VMFS Metadata Korruption“ und 1% auf „Virtual Disk Korruption“ aller virtuellen Datenverluste. Letztes Jahr aber – 2016 – sind diese Gründe fast irrelevant geworden und sind jetzt in den  10% „andere Gründe“ enthalten. Dies zeigt deutlich, dass die Virtualisierungsplattform-Softwareprodukte in den Jahren immer besser und zuverlässiger geworden sind.

Virtuelle Plattformen und Systeme wurden immer besser und besser – viele Benutzer aber nicht!

Was gleich geblieben ist, sind neben Hardware-Ausfällen, die nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, da Festplatten immer zu irgendeinem Zeitpunkt ausfallen können, Ausfälle und Datenverluste durch…

  • Gelöschte Virtuelle Maschinen,
  • Migrationsfehler und
  • Snapshots, die schiefgegangen sind.

Es handelt sich bei allen um Datenverluste aufgrund  von menschlichen Fehlern. In den meisten dieser Fälle hat der IT-Administrator beim Umgang mit der Virtualisierungsplattform einfach falsche Entscheidungen getroffen. Mit den besseren Benutzeroberflächen und Administrationscockpits  können zum Beispiel Hunderte oder sogar Tausende von virtuellen Maschinen oder virtuellen Festplatten durch einfaches Klicken auf eine Schaltfläche gelöscht oder migriert werden. Das Hauptrisiko hier ist, dass manchmal der Benutzer entweder zu schnell ist oder er nicht wirklich weiß, was er tut. Der Administrator versucht dann, nachdem er seinen Fehler bemerkt hat, die fehlenden Daten mit den eingebauten internen oder externen 3rd-Party-Recovery-Tools wiederherzustellen.

Wie können Datenrettungsexperten bei Datenverlusten unter virtuellen Plattformen helfen?

Seit fast einem Jahrzehnt haben Kroll Ontrack-Ingenieure hochspezialisierte Tools entwickelt, um Daten virtuellen Plattformen von VMware wie VMware ESX, VMware Virtual SAN (VSAN) sowie Microsofts virtuelle Plattformen wie HyperV, Virtual Server oder Virtual PC wiederherzustellen. Für Hyper V allein haben Kroll Ontrack Forscher eine spezielle Hyper V Tool Suite für ihre Datenrettungsspezialisten entwickelt, die bei fast allen gängigen Datenverlustszenarien, die oben aufgeführt sind, helfen können.

Aber auch wenn Kroll Ontrack alle notwendigen Werkzeuge zum Wiederherstellen von Daten aus virtuellen Plattformen und Systemen wie VMware ESX oder Microsoft HyperV hat, ist trotzdem jeder Fall anders. Was hier ins Spiel kommt, ist die notwendige tiefe Wissen der beteiligten Datenrettungsspezialisten.

Wie können die Kroll Ontrack-Experten die fehlenden VMs wiederherstellen, wenn sie gelöscht wurden?

Zuerst versuchen die Spezialisten, den ursprünglichen Pointer (Zeiger) zu finden, der die fehlende virtuelle Festplatte adressiert. Wenn sie diesen finden, bauen sie den Pointer zur fehlenden virtuellen Disk wieder auf und extrahieren die Daten. Wenn Korrumpierung vorliegt oder Blöcke fehlen, können Kroll Ontrack die Daten innerhalb der virtuellen Disk extrahieren. Wenn die Pointer der fehlenden VM nicht mehr vorhanden sind, wird das  gesamte Datastore für die gesamten Blöcke, aus dem die verlorene virtuelle Disk besteht,  gescannt.  Dann setzen sie virtuell alle identifizierten Datenblöcke in der richtigen Reihenfolge zusammen und extrahieren die Daten.

Wie stellen sie verlorene virtuelle Daten aufgrund eines Hardwarefehlers wieder her?

Zuerst werden alle einzelnen Festplatten, die zum System gehören, im Reinraum ausgelesen. Wenn einige dieser Laufwerke kaputt sind, ersetzen die Experten sie und verwenden spezielle Werkzeuge, um das RAID- oder Speichersystem trotzdem wieder aufzubauen. Sobald das Storage  virtuell wieder aufgebaut  wurde, versuchen die Ingenieure, die fehlenden Daten wiederherzustellen.

Wie werden virtuelle Daten wiederhergestellt, wenn eine Migration fehlgeschlagen ist?

Normalerweise, wenn eine Migration schief gelaufen ist, untersuchen die Experten zuerst die interne Struktur des virtualisierten Quellspeichers und bauen dann die ursprüngliche virtuelle Maschine neu auf.

Wie werden virtuelle Daten wiederhergestellt, wenn Snapshots schiefgegangen sind?

Wenn Snapshots (Schnappschüsse) fehlen oder gelöscht wurde, versuchen die Spezialisten die originalen Pointer (Zeiger) zu finden und wieder aufzubauen, um die originalen Dateien zu adressieren. Wenn sie die Zeiger nicht wiederherstellen können, dann werden sie die Rohblöcke (raw blocks) wiederherstellen, die den Schnappschuss ausmachen und sie wieder aufbauen. Wenn ein Snapshot korrumpiert ist, nutzen die Experten spezielle Kroll Ontrack Werkzeuge, um die flache  Datei (flat file) mit dem korrumpierten Snapshot zu vereinigen. Danach reparieren sie praktisch alle Dateisystemschäden auf der Gast-Ebene und extrahieren die Daten innerhalb der virtuellen Disk und / oder die Schnappschüsse, um in beiden Fällen die gewünschten Originaldateien zu erhalten.

Datenrettung von virtuellen Plattformen und Systemen ist zu gefährlich und zu schwierig für Laien

Wie bereits zuvor ausgeführt, ist eine Datenrettung von virtuellen Plattformen und Systeme definitiv keine leichte Aufgabe. Man benötigt dafür eine Menge Wissen, besondere Werkzeuge und viel Zeit. In vielen Fällen sind verschiedene technologische Herausforderungen in einem dieser Datenrettungsprojekte dadurch vereint, dass verschiedene Datenstrukturschichten virtuell wiederhergestellt werden müssen, um sich einen Zugang zu den Originaldaten zu verschaffen zu können. Aus diesem Grund ist es für Nutzer, die einen Datenverlust erlitten haben sinnvoll, ruhig zu bleiben und keine Datenrettungsselbstversuche zu starten. Bei vielen dieser Versuche sind die Daten noch immer auf der Festplatte vorhanden, aber können endgültig gelöscht werden, wenn man einen Do-it-yourself-Versuch  startet. Außerdem ist es sinnvoll die betroffene Hardware herunterzufahren und vom Strom zu trennen, sodass keine Skripte im Hintergrund auf der Festplatte laufen können und die „verlorenen“ Daten überschreiben. In jedem Fall ist es besser, einen professionellen Datenrettungsdienstleister wie Kroll Ontrack sofort nach dem Vorfall zu kontaktieren. Seine Experten können passende Ratschläge und eine fundierte Einschätzung welche Maßnahmen für eine erfolgreiche Datenrettung einer virtuellen Plattform oder System vorzunehmen sind.

Bildnachweis: Windorias  / pixelio.de