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Pokémon GO – by by Datenschutz

Datenschutz

Was waren wir froh, als der jahrelange Pokémon-Hype unserer Kinder endlich abflaute. Nun wird er wieder geweckt – durch Pokémon Go, das neue Spiel von Nintendo (und der Google-Tochter Niantic), das kürzlich als App für Smartphones veröffentlicht wurde. Der neue Hype ist schon wieder so groß, dass bei Google die Suchanfrage nach Pokémon Go den sonstigen Spitzenreiter (Sex) von Platz eins verdrängen konnte. In den USA war angeblich die Spiele-App schon zwei Tage nach dem Start auf jedem fünften Smartphone installiert.

In Deutschland musste der Start des Spieles verschoben werden, die Server waren komplett überlastet. Daher luden sich viele Interessierte die App am Google Play Store vorbei herunter – und bekamen unter Umständen gleich Malware mitgeliefert, da für den Download die Sicherheitsfunktionen des Play Store ausgeschaltet werden müssen. Inzwischen ist Pokémon GO aber auch in Deutschland regulär zu bekommen.

Interessant liest sich die Datenschutzrichtlinie des Spiels – besser gesagt, interessant ist, was man nicht zu lesen bekommt. Zum Spiel anmelden kann man sich mit einem Google- oder Facebookkonto oder über den Google, Pokémon Trainer Club („PTC“). Dazu „werden wir bestimmte Informationen einholen, die zur Identifizierung verwendet werden können“. Weiterhin steht zu lesen: „Im Spielverlauf werden wir bestimmte Informationen erheben, wie beispielsweise Ihren Benutzernamen (oder den des von Ihnen ermächtigten Kindes) und Benachrichtigungen, die an andere Nutzer gesendet wurden.“ Das Wort „beispielsweise“ kommt recht häufig vor: „werden wir ebenfalls andere Informationen (wie beispielsweise Land oder Sprache) erheben“ oder „Beispielsweise könnten wir Webbeacons nutzen, Cookies zu platzieren oder mit ihnen zu kommunizieren“. Ebenfalls interessant: “Wenn Sie beispielsweise bestimmte Aktionen im Spielverlauf ausführen, kann Ihr […] Benutzername und Standort durch die App anderen Nutzern […] offengelegt werden.“ „Wir erheben bestimmte Informationen, die Ihr  […] Mobilgerät sendet, wenn Sie  […]  unsere Services nutzen wie Gerätekennung, Nutzereinstellungen und das Betriebssystem Ihres Gerätes“. Auch Drittanbieter könnten profitieren: „Wir könnten gesammelte Informationen und nicht-identifizierende Informationen Drittanbietern zu Forschungs- und Analysezwecken, demografischen Erhebungen und ähnlichen, anderen Zwecken offenlegen.“

Es wäre sicherlich spannend, zu erfahren, welche Informationen, die über obengenannte Beispiele hinausgehen, noch übertragen werden – und dass Informationen übertragen werden steht ja außer Frage, warum sonst würde das Wörtchen „beispielsweise“ benutzt.

Man kann hoffen, dass diese recht schwammig formulierte Datenschutzerklärung Smartphone-Benutzer dazu bringt, die Erklärungen anderer Anbieter ebenfalls genauer anzusehen. Etliche Apps dürften in Folge wieder gelöscht werden. Denn mit Daten“schutz“ hat das alles recht wenig zu tun.

Bildquelle: Alex Gilbert / flickr – Lizenz: CC2