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SBDC – die Zukunft des Rechenzentrums?

Zukunft des Rechenzentrums

In diesem Artikel möchten wir uns mit einem technologischen Trend befassen, der bereits von Dell in seinem Technology Outlook für das vergangene Jahr aufgegriffen wurde. Obwohl die Forschungsergebnisse darüber bereits im letzten Jahr publiziert wurden, ist das Thema sehr aktuell und zukunftsweisend, da der Fokus auf einem Trend liegt, der bis 2020 Realität werden soll.

Dells Technology Outlook führt bereits als ersten Zukunftstrend das Konzept eines SBDC, Software Based Data Center, an. Ein Trend der, wenn er realisiert werden würde, einen großen Einfluss auf viele Organisationen hätte, die mit den Schwierigkeiten der täglichen Verwaltung ihrer Rechenzentren zu kämpfen haben.

Was ist ein SBDC?

Ein SBDC ist ein Rechenzentrum das auf Software basiert. Aber was bedeutet das? Laut Dell bedeutet es, dass die Software in den kommenden Jahren so spezialisiert sein wird, dass sie in der Lage ist, die bisherige proprietäre und kundenspezifische Hardware zu ersetzen –  so dass die Rechenzentren  als Software-basierte Data Center bezeichnet werden können.

Wenn wir heute über Rechenzentren sprechen, handelt es sich um sehr komplexe Umgebungen. Im Rechenzentrum gibt es viele Hardwarekomponenten, angefangen vom Server bis zu der Netzwerkinfrastruktur und den Storage-Arrays. Einfach gesprochen steuert die Software all diese Ressourcen. Bei diesem Ansatz der dezidierten SDDC (Software Defined Data Center), verwendet die Software APIs (Application Programming Interface) also Programmschnittstellen, um die Operationen der Hardware zu orchestrieren.

In einem SBDC läuft die Software auf Standard-Servern, während es in der Vergangenheit notwendig war – besonders aus Leistungsgründen – proprietäre Lösungen zu entwickeln. Jetzt ist die Standard-Hardware in der Lage, hervorragende Leistung zu bieten, aber zu geringeren Kosten.

Die Vorteile für Organisationen bei der Nutzung eines SBDC

Die Vorteile für Organisationen, wenn der von Dell vorausgesagte Software Based Data Center Trend Realität wird, wären aus zwei Gründen sehr bedeutsam:

  • Optimierung der Hardware-Ausgaben Standard-Hardware wird in größeren Mengen hergestellt und die Anschaffungskosten sind deshalb geringer
  • Schnellere Aktualisierungszyklen Die Standard-Hardware hat kürzere Entwicklungszyklen als die proprietären und durch die größere Verbreitung sind Zuverlässigkeit und Funktionen durch einen großen Teil des Marktes getestet

Bis zum Jahre 2020 – so Dell in seiner Forschungsstudie – werden proprietäre Hardware-Lösungen für die meisten Storage und Netzwerk Bedürfnisse nicht mehr benötigt werden: Die spezialisierte Software wird in der Lage sein, Standard-Hardware zu ermöglichen und verschiedene Services anzubieten. Einer der ersten Branchen die auf den SDBC-Trend aufspringen sollten, sind – nach Dell – die Telcos (Telekommunikationsunternehmen). In diesem Sektor werden wohl in den nächsten 10 Jahren 80% der proprietären und kundenspezifischen Hardware durch Standard-Server ausgetauscht werden.

Mögliche Auswirkungen auf die Datenwiederherstellung

Da es sich bei SBDC derzeit nur um einen Trend handelt, der sich (oder auch nicht) entwickeln könnte, ist es noch nicht möglich, die Auswirkungen bei der Bearbeitung möglicher Datenverlustfälle in einem Software-basierten Rechenzentrum abschließend zu bewerten. Unsere Erfahrung zeigt, dass Datenverlust bei Standard-Hardware und nicht-proprietären Lösungen höhere Rettungsmöglichkeiten mit sich bringt als bei kundenspezifischen Lösungen.

Obewohl es heute möglich ist, auch Daten von Nicht-Standard-IT-Systemen wiederherzustellen, schaffen sie ein höheres Maß an Komplexität und verlangen unter Umständen, dass man dafür Ad-hoc Werkzeuge anpassen oder erst entwickeln muss. Ein Rechenzentrum mit Standard-Servern basierend auf Standard-Hardware könnte daher eine weniger komplexe Verwaltung und mehr Möglichkeiten bedeuten, um verlorene Daten wiederherzustellen, wenn Informationen darüber wie die Software, die im SBDC eingesetzt wird – als Top-Level der Datenstruktur – die Daten verarbeitet und strukturiert, professionellen Datenrettungsingenieuren offen zur Verfügung steht.

Quelle: Dell – Technology Outlook 2015,

http://i.dell.com/sites/doccontent/corporate/secure/en/Documents/Dell_Technology_Outlook_2015.pdf

Bildnachweis: Christa Nöhren / pixelio.de