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Geklautes ist teuer

Raubkopie

Die meisten Computernutzer haben es schon einmal getan: sie haben raubkopierte Software installiert. Doch das vermeintliche Schnäppchen kann unabsehbare Folgeschäden nach sich ziehen, wenn Cyberkriminelle schädliche Software in die Programme eingeschleust haben um Zugangsdaten zu Online-Bankkonten oder anderen sensiblen Bereichen abfischen zu können. Geschätzter jährlicher Schaden: drei Milliarden Euro – ein lohnender Geschäftszweig. Dazu gab Microsoft eine internationale Studie in Auftrag, durchgeführt wurde sie von Marktforschern von IDC und Computerwissenschaftlern der Nationaluniversität Singapur.
Die Forscher untersuchten aus dem Internet heruntergeladener Raubkopien und fanden jede Menge Viren und Würmer, Trojaner und Werbesoftware. Auch beim Kauf eines gebrauchten Computers sollte mit Vorsicht gehandelt werden. Die Experten fanden auf 60 Prozent der untersuchten Rechnern Schadsoftware. Anscheinend benutzen Cyberkriminelle zunehmend unsichere Verkaufskanäle, um in Raubkopien eingebettete Schadprogramme zu verbreiten.

Viele Nutzer hatten schon Probleme mit raubkopierter Software. Elf Prozent der Befragten hatten durch solche Programme infizierten ihren Rechner einem Virus infiziert, sieben Prozent verloren wichtige Daten, bei sechs Prozent wurde E-Mail-Accounts oder Bankkonten gekapert. Zwar sind sich viele Konsumenten der Gefahren durch Schadsoftware bewusst, dennoch wurden bei fast der Hälfte der Befragten die wichtigsten Schutzmaßnahmen unterlassen: das Aktualisieren von Sicherheitssoftware wie Virenscannern oder der regelmäßige Sicherheitsupdate des Betriebssystems. Extrem problematisch wird es dann, wenn PC-Nutzer Schadsoftware bewusst oder unbewusst im Firmennetz ihres Arbeitgebers verbreiten. Die Studie zeigte, dass elf Prozent der Computerbenutzer in Westeuropa raubkopierte Software ohne das Wissen ihrer Firma auf Dienstrechnern installieren.

Allerdings gibt es Gegenmaßnahmen:

  • Anti-Viren-Software ist der wichtigste Schutz. Sie kann aber nur einen Teil der Schadsoftware entfernen, da Cyberkriminelle ihre Software so programmieren, dass sie die Arbeit von Sicherheitsprogrammen erschweren.
  • Desktop-Computer, Notebooks und Tablet-PCs sollten nie von unseriösen Quellen bezogen werden. Dann ist gewährleistet, dass es sich bei der installierten Software um Originale handelt.
  • Unter dem Strich ist es günstiger, legale Software zu kaufen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die finanziellen Schäden, die durch Schadsoftware verursacht werden, weit höher sind als es die Kosten wären, die man für den Tausch von allen Raubkopien weltweit gegen legale Programme aufzuwenden hätte.