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Schutz vor dem Daten-GAU

Daten-GAU

Es kann jedem passieren: seien es böswillige Hacker, ein Hardware-Defekt oder ein einfacher Diebstahl – plötzlich sind wichtige Dokumente, Familienfotos oder Arbeitsunterlagen weg. Der Albtraum aller Computernutzer.

Dabei ist es relativ einfach, seine Daten sicher aufzubewahren. Früher konnte man den Inhalt der wichtigsten Ordner des Filesystems auf eine CD oder DVD brennen – heute reicht der Speicherplatz der silbernen Scheiben in den seltensten Fällen aus.

Die zweite Festplatte

Für die private Datensicherung ist eine externe Festplatte die erste Wahl. Sie wird über USB an den heimischen Rechner angeschlossen, ein komfortables Backup-Programm hilft bei der Datensicherung, die täglich, wöchentlich oder monatlich erfolgen kann. Ein Problem bei automatischen Backups ist allerdings, dass die externe Festplatte zum Zeitpunkt des Backups am Rechner angeschlossen sein muss – aber möglichst nur dann. Wenn ein Brand Schaden anrichtet oder ein Langfinger sein Unwesen treibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sowohl die Daten auf dem Rechner als auch die auf der externen Festplatte verschwunden sind. Die Festplatte mit den Backups sollte daher möglichst getrennt vom Rechner aufbewahrt werden – in einem Bankschließfach oder bei Freunden. Praktisch dafür ist eine zweite externe Festplatte, auf der die Backups gespiegelt werden. So kann die erste Platte am Rechner verbleiben, die zweite wird in regemäßigen Abständen zur Sicherung des Backups von ihrer Aufbewahrungsstelle geholt.

Eine andere Möglichkeit des Anschlusses bieten moderne WLAN-Router. Die meisten haben heute einen USB-Anschluss für Speichermedien. Befindet sich der Router an einem sichern Platz – in einem verschlossenen Keller oder einem feuersichern Stahlschrank – kann man unter Umständen auch auf die zweite Platte zur Spiegelung verzichten.

Network Attached Storage

Als professionelle Backup-Lösung fürs Heimnetz bietet sich ein sogenannter NAS-Server an. NAS > Network Attached Storage > netzgebundener Speicher besteht aus zwei (oder mehr) Festplatten, die in einem sogenannten RAID-Array zusammengeschlossen sind. Die Festplatten sichern sich gegenseitig und können als regulärer Datenspeicher und als Backup-Speicher fungieren. Durch den Einsatz mehrerer Festplatten ist ein Datenverlust bei Ausfall einer der Speichermedien ausgeschlossen, entsprechende Software erkennt darüber hinaus drohende Hardware-Schäden und informiert den Nutzer per Email über die drohende Gefahr.

Backup in der Cloud

Ein Backup ist nur so gut wie seine Kopie. In Zeiten der Cloud gibt es nur wenige Gründe, diese kostengünstige Speichermöglichkeit nicht wahrzunehmen. Vor allem als Ergänzung zur existierenden Backuplösung ist die Sicherung in den Weiten des Internet geeignet. Feuer oder Wasser, Vandalismus oder kriminelle Eingriffe können Ihren Daten in der Cloud nicht schaden, da der Cloudanbieter die Inhalte seiner Server ebenfalls sichert. Allerdings dauert die Datenübertragung via Internet unter Umständen sehr lange. Wer auf deutsche Anbieter setzt (bitte nicht die kostenlosen) bekommt auch mit der Ausspähung durch fremde Geheimdienste keine Probleme. Sehr private Bilder und Dokumente wie auch Zugangsdaten zu Online-Banking und ähnlichen Diensten sollte man besser nicht in die Cloud schicken, auf dem Weg zwischen hier und dort könnte ein illegaler Abzweig eingerichtet worden sein, der dafür dienen soll, interessante Inhalte an Fremde weiterzuleiten.

Wer sich ein wenig Mühe macht hat mit einer Kombination aus zwei Backup-Lösungen ein fast unschlagbares Werkzeug gegen den Daten-Gau an der Hand. Wer darauf verzichtet, kann sich im Falle eines Hardwareschadens an kompetente Datenretter wenden, die in fast allen Fällen die Daten retten können. Nur bei gestohlenen oder verlorenen Geräten können sie auch nichts mehr anrichten, hier hilft nur ein zeitnahes Backup, gespeichert auf zuverlässigem Gerät.

Allerdings sollte immer wieder geprüft werden, ob auch ein Restore funktioniert. Wenn nicht, war alle Mühe umsonst.

Bildquelle: geralt / pixabay