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Sollten Sie Ihre Bandarchive überprüfen?

Bandarchiv

Wenn Ihre einzigen Berührungspunkte mit der Datenspeicherwelt bislang kleine bis mittelgroße Firmen oder Startups gewesen sind, können Sie leicht glauben, dass das Magnetband ein Relikt aus einer komplett anderen Ära der Unternehmens-IT sei. Einmal der De-facto-Standard für die langfristige Datenaufbewahrung, wird dem Medium im Zeitalter von Cloud-Backups und fallenden Festplatten-Preisen nicht mehr viel Beachtung geschenkt.

Trotzdem ist der endgültige Abgesang auf das Magnetband stark übertrieben. Nach einem Artikel des Fachmagazins Information Age vom September 2014 nutzen alle zehn der weltweit größten Banken und Telekommunikationsunternehmen sowie acht der weltweit zehn größten Pharmaunternehmen das Magnetband für ihre Archivierung. Und nachdem der Trend zu Big Data Speicherung noch an Fahrt aufnimmt, wächst sogar noch das Interesse von Unternehmen in die kostengünstigen aber dennoch großen Datenspeicher zu investieren.

Trotz alle Vorteile, Tape-Archive müssen betreut werden. Es kann zwar ein verlockender Gedanke sein, zu glauben, dass die Geschäftsdaten aus den Augen und aus dem Sinn sind, sobald sie auf einem Medium abgespeichert sind, das jahrzehntelang haltbar ist, aber das ist ein Fehler. Die Gründe für den Aufbau eines Bandarchivs sind nicht trivial – z.B. zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und vor allem für die Desaster Recovery – und dann möchten Sie nicht im endscheidenden Moment feststellen, dass ihre Aufzeichnungen lückenhaft sind.

Hier ein paar Gründe, warum das Überprüfen Ihrer Bandarchive vielleicht von Zeit zu Zeit keine schlechte Idee ist:

Einige Bänder könnten nicht beschriftet sein

Offensichtlich kann man kein erfolgreiches Bandarchiv unterhalten, wenn Sie nicht sicher sind, was sich auf Ihren Bändern wirklich befindet. Unbeschriftete Medien sind nicht ungewöhnlich und können eine breite Palette an Auswirkungen, darunter rechtliche Risiken, nach sich ziehen: Möglicherweise werden die Daten länger als die vorgeschriebene Aufbewahrungszeit gespeichert oder das Unternehmen kann auf den Antrag einer Kontrollinstanz nicht schnell genug reagieren.

Das andere Problem ist, wenn Sie versuchen Ihr Backup wiederherzustellen, kann ein inkonsistentes Labeln der Magnetbänder zu weiteren Ausfallstunden für Ihr Unternehmenssystem und zu hohen Gesamtkosten führen.

Schäden können bei der Lagerung entstehen

Korrekt gelagert, können Magnetbänder für Jahrzehnte aufbewahrt werden, aber das Schlüsselwort ist hier „richtig“. Generell können alle Arten von Schäden an Magnetbändern bei der Lagerung und bei dem Transport auftreten, sodass es sich lohnt, regelmäßige Überprüfungen darüber durchzuführen, um festzustellen, ob Ihre Daten noch wiederherstellbar sind. Feuchtigkeit, extreme Temperaturen, Feuer und Rauchschäden sind nur einige der Gründe, die dazu führen, dass sie ohne Hilfe von Experten nicht mehr nutzbar sind und sie zudem nicht immer so offensichtlich, bis man sie versucht auszulesen.

Möglicherweise müssen Sie auf ein neues Archivsystem migrieren

Einige Unternehmen geraten in Schwierigkeiten, wenn sie versuchen ihre Magnetbanddaten wiederherzustellen, nur um dann festzustellen, dass sie nicht mehr über die passende Hardware oder Software verfügen. Wenn Sie Geschäftsunterlagen über zwei bis drei Jahrzehnte lagern, ist es mehr als wahrscheinlich, dass Ihre Hardware-Infrastruktur in dieser Zeitspanne mehr als eine Änderung durchgemacht hat.

Eine Überprüfung Ihres Bandarchivs sollte Ihnen helfen, festzustellen, ob wegen veralteter Datenformate oder einer Lücke in Ihrem Disaster Recovery Plan, eine Migration auf ein neues System erforderlich wird.

Einige Daten müssen möglicherweise zerstört werden

Wenn Sie schließlich keine festgelegte Datenvernichtungs-Policy im Einsatz haben, ist es möglich, dass Ihr Bandarchiv Daten beinhaltet, bei denen Sie gesetzlich verpflichtet sind diese zu löschen und zu modifizieren. Das könnten persönliche Kundeninformationen sein, bei denen es keinen Grund gibt diese weiterhin zu speichern, ebenso wie Dokumente die im Zusammenhang mit früheren Geschäftspartnern entstanden sind.

Magnetbänder können dabei sicher mittels Degausser oder einem Schredder zerstört werden – In unserem Blog finden Sie zwei Artikel über die Details der drei wichtigsten permanenten Datenlöschmethoden.