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Sicher ist sicher

In kleinen und mittelständischen Unternehmen werden große Datenmengen in NAS-Systemen (Network Attached Storage) gespeichert. Die Vorteile liegen auf der Hand: gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, schneller Datenzugriff und ein relativ niedriger Administrationsaufwand. Sollte aber ein der Ernstfall des Datencrashes eintreten, ist die Datenrettung aufwändig, da in NAS Systemen häufig proprietäre, nicht standardisierte Dateisysteme eingesetzt werden.

Das Risiko eines Datenverlustes lässt sich nicht gänzlich ausschließen. Aber minimieren – wenn man im Vorfeld einige entscheidende Tipps beachtet.

  1. Geiz ist von Übel: Wer bei Backuplösungen spart, macht einen entscheidenden Fehler. Denn Datenrettung bei NAS-Systemen ist nicht weniger aufwändig als in anderen Speicherlösungen. Die Festplatten für das RAID-System sollten für den 24-Stunden-Dauerbetrieb zugelassen sein, schnelle Zugriffszeiten erlauben und mit großem Cache ausgestattet sein. Auch an Sicherheitslösungen wie Virenscanner und Firewalls zum Schutz der Daten sollte nicht gespart werden.
  2. RAID ist Pflicht: Unternehmen sollten mindestens ein RAID5 aufsetzen (RAID = Redundant Array of Independent Disks). Die Hardwarekosten sind gering (der ursprüngliche Name „Redundant Array of Inexpensive Disks“ sagt es), vor allem, wenn man sich den Schaden bei Datenverlust vor Augen hält.
  3. Unterschiedliche Chargen sollten es sein: Es ist am besten, sich Festplatten aus verschiedenen Produktions-Chargen zuzulegen. Produktionsbedingte Fehler tauchen so nicht bei allen Platten gleichzeitig auf. Darüber hinaus sinkt so das Risiko, dass alle Festplatten innerhalb kurzer Zeit an ihr Laufleistungsende kommen.
  4. Standards nutzen: Empfehlenswert sind standardisierte Platten mit Microsoft- oder Linux Dateisystemen. Proprietäre Formate mit wenig dokumentierten Dateisystemen machen die Datenrettung im Ernstfall sehr viel zeit- und damit kostenaufwändiger.
  5. Dokumentation ist das A und O: Wichtige sind BIOS-Version, Controller-Version und verwendete Dateisysteme. Eine gute Dokumentation erleichtert im Notfall die Datenrettung und dient der Einhaltung der Compliance (Regeltreue) im Unternehmen.
  6. Testbetrieb: Erweiterte NAS-Lösungen sollten vor der endgültigen Einrichtung von erfahrenen Nutzern getestet werden. Bei unsachgemäßer Erweiterung kann es zum Komplettausfall und zu Datenverlust kommen.
  7. Kompetente Servicepartner finden: Nur wirklich erfahrene Partner können im Notfall schnell herausfinden, welcher Defekt vorliegt und was zu tun ist.
  8. Backup mit doppeltem Boden: Da eine Datenrettung bei NAS RAIDs in der Regel aufwändig ist, empfiehlt es sich, regelmäßig einen zusätzlichen Backup geschäftskritischer Daten auf anderen Speichermedien anzulegen.
  9. Versicherung gegen Datenverlust einplanen: Folgeschäden durch nicht möglichen Zugriff auf Daten und daraus folgende Imageverluste sind ein unkalkulierbares Risiko. Es gibt spezialisierte Versicherungsangebote für die finanziellen Folgen bei der Wiederherstellung von Daten nach Systemausfällen, aber auch für Datenverlust infolge von Feuer oder Wasser, Vandalismus, Einbruch, Kurzschluss sowie Über- und Unterspannung.
  10. Auf das „worst case scenario“ vorbereitet sein: Für den Ernstfall sollte man wissen, wo ein kompetenter Datenrettungsanbieter sitzt. Nötige Rettungsmaßnahmen können so schneller eingeleitet werden. Das erspart viele Fehler, die häufig in der ersten Panik nach dem Datengau entstehen.