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Sicheres Betriebssystem vom Anti-Viren-Spezialisten

Sicheres Betriebssystem vom Anti-Viren-Spezialisten

Dass ausgerechnet ein Spezialist für Sicherheitsprogramme ein Betriebssystem entwickelt, dass den eigenen Berufszweig quasi überflüssig macht, klingt seltsam. Aber der russische Experte für Computersicherheit Jewgeni Kaspersky hat genau das gemacht. Ein Schnellschuss war es nicht: 14 Jahre wurde an dem Projekt gearbeitet.

Hintergrund war die Frage, ob es überhaupt möglich ist, ein Betriebssystem für Computer zu entwickeln, das nicht gehackt werden kann. Gängige Betriebssystem wurden nicht mit dem Hauptaugenmerk  auf Sicherheit entwickelt – entsprechend häufig sind Einbrüche, Datenklau, Erpressung und andere unangenehme Vorfälle.

Gedacht ist die völlig neu aufgebaute Software beispielsweise für geschützte Industrieanlagen und zum Schutz von Embedded Devices. Vor allem aber soll sie Geräte des Internets der Dinge sicherer machen. Denn hier liegt vieles im Argen, wie die Angriffe in letzter Zeit auf die Internetadressverwaltung Dyn.com oder den französischen Hosters OVH zeigen. Bei diesen Attacken waren hunderttausende von IP-Kameras und mit dem Internet verbundene Festplatten-Receiver und wohl noch andere Geräte aus dem Internet of things beteiligt. Potentielle Angreifer wären smarte Thermostate, Beleuchtungssysteme, Toaster, Babyphones, Haustüren, Spielzeug …

Viele dieser Geräte, die mit internetfähiger Hardware ausgestattet sind, können nicht oder kaum vernünftig abgesichert werden – entweder sind die Hersteller unerfahren, unwillig oder einfach nur geldgierig.

Nun läuft das Kaspersky-OS im Testbetrieb. Ob es die hohen Erwartungen erfüllt wird sich zeigen. So ganz unknackbar ist das neue Programm aber doch nicht, räumt Kaspersky ein. Allerdings braucht es dazu einen Quantencomputer – und der existiert momentan erst in der Theorie.

Bildquelle: Gellinger / pixabay