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Sind Sie ein Daten-Messie?

Daten-Messie

Die Menge an gespeicherten Daten ist in den letzten Jahren geradezu explodiert – die Hersteller von Speichermedien sind dankbar dafür. Was aber wird überhaupt gespeichert. Und: Ist das alles wirklich sinnvoll?

Veritas Technologies, ein kalifornischer Spezialist für Daten-Management, hat in einer Studie untersucht, wie Daten gespeichert werden – und welche Informationen es denn sind. Befragt wurden 10000 IT-Führungskräfte und deren Mitarbeiter in 13 Ländern.

Interessant ist, dass etwa drei Viertel der IT-Entscheidungsträger und mehr als die Hälfte der Mitarbeiter sich selbst als Daten-Messies einschätzen, die unnötig viele Daten horten – die IT-Welt kennt dafür den Begriff „Data Hoarding“. Deutschland liegt weltweiten Vergleich immerhin ein wenig unter dem Durchschnitt.

Dieses Data Hoarding birgt einige Probleme in sich. Einerseits verbraucht es Zeit. Studien wollen herausgefunden haben, dass ein „normaler“ Beschäftigter etwa ein Viertel seiner Arbeitszeit mit der Suche nach Informationen verbringt. Andererseits kostet es Geld: Immer größere Speichermedien müssen angeschafft werden.

Es kann aber auch unangenehm oder gefährlich werden, wenn einfach alles gespeichert wird. Fast drei Viertel der Befragten der Veritas-Studie gaben an, Daten zu speichern, die dem Unternehmen (oder ihnen selbst) schaden könnten. So finden sich Geschäftsgeheimnisse unverschlüsselt auf den Festplatten, Bewerbungen an Fremdunternehmen oder peinliche Korrespondenz unter Kollegen. Fast jeder der Befragten hat auch persönliche Daten auf Unternehmensserver gespeichert: Musik, private Fotos oder die „lustigen“ Videos, die Freunde und Bekannte so gerne über soziale Netzwerke verschicken.

Diese Daten liegen dann ungenutzt auf den Festplatten, die ältesten sind im Schnitt sieben Jahre alt. Wer versucht, in diesen Datenwust ein System hinein zu bringen und Unnötiges zu löschen scheitert häufig an der schieren Menge.

Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen, um dem Problem Herr zu werden. Im Mai 2018 endet die Übergangsphase der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung. Wenn danach – wissentlich oder unwissentlich – beispielsweise gegen das „Recht auf Vergessen“ verstoßen wird können Strafen in Millionenhöhe ausgesprochen werden.

Bildquelle: kewl / pixabay