Go to Top

Smart-Home: Ein neues Heim-Konzept für die kommenden fünf Jahre

Smart-Home

Wir sprechen schon seit einigen Jahren von sogenannten Smart-Homes, aber erst vor kurzem hat sich dieses neue Wohnkonzept auch konkret durchgesetzt.

Was ist ein Smart-Home? Ein intelligentes Zuhause ist ein Zuhause, das fortschrittliche Automatisierungssysteme integriert, um verschiedenste Funktionen zu überwachen und zu steuern, die den Bewohnern das Leben erleichtern. Denken Sie zum Beispiel an die Temperaturregelung, das Öffnen und Schließen von Türen und Fenstern oder sogar die Interaktion mit Geräten wie Kühlschrank, Waschmaschine oder TV; alles ohne die Notwendigkeit, die Geräte physisch zu betreiben, sondern mit ihnen aus der Ferne über eine drahtlose Verbindung zu kommunizieren.

Wie funktioniert ein Smart-Home?

Der Betrieb eines Smart Home basiert auf der Nutzung eines Heimnetzes. Im Allgemeinen handelt es sich um ein drahtloses Netzwerk (WiFi, Bluetooth, RFID), das es ermöglicht, mehrere Geräte miteinander zu verbinden und über eine geeignete App (entwickelt und zur Verfügung gestellt von Herstellern der intelligenten Geräte), die dann als Verwaltungskonsole funktioniert. So können Sie von überall aus – zuhause, im Büro oder an irgendeinem anderen Ort – dank Smartphone oder Tablet das geeignetste Waschprogramm auswählen, die Heizung einschalten und sogar die Kameras Ihres Videoüberwachungssystems anzeigen lassen.

Natürlich muss das intelligente Haus auch mit intelligenten Geräten ausgestattet werden; Sie müssen Geräte und Anlagen erwerben (z.B. Heizung, Beleuchtung und Bewässerungssysteme), die für eine Fernbedienung über eine App ausgerichtet sind.

Was uns in den nächsten 5 Jahren erwartet

Die Unternehmensberatung Deloitte erwartet laut einer kürzlich durchgeführten Studie, dass bis 2022 fast 500 intelligente Geräte an ein Smart-Home angeschlossen werden können: von Kaffeemaschinen bis hin zu Rasen-Bewässerungssensoren. Ein wichtiger Beitrag zu dieser Entwicklung wird IoT (Internet of Things/Internet der Dinge) sein oder ganz allgemein die Fähigkeit von physisch vorhandenen Objekten das Internet zur Kommunikation zu verwenden und Informationen über ihren Zustand, sowie in Echtzeit gesammelte Daten von Sensoren, zu verarbeiten, um „smarte“ Aktionen durchführen zu können.

Laut dem Forschungsunternehmen Berg Insight, ist es allerdings notwendig zwischen dem nordamerikanischen Markt und dem europäischen zu unterscheiden, wenn es um Smart-Home geht. Im ersten Fall gab es im Jahr 2015 13 Millionen Smart-Homes, während sich die Zahl in Europa auf 5 Millionen beläuft; insgesamt also 18 Millionen Smart-Homes bislang. Allerdings wird die Zahl der Smart-Homes voraussichtlich bis 2020 auf 46,2 Millionen in Nordamerika und 44,9 in Europa ansteigen.

Neben der Implementierung von intelligenten Thermostaten, Sicherheitssystemen, Beleuchtungs- und Unterhaltungssystemen, die ferngesteuert werden, muss ein echtes intelligentes Heim auch auf alltägliche Geräte wie Herde, Kühlschränke und Waschmaschinen ausgerichtet sein. Diese neue Gerätegeneration verspricht, zumindest laut der Hersteller, nicht nur eine Remote-Verwaltung via App, sondern auch die Möglichkeit, Kosteneinsparungen zu generieren: Der intelligente Kühlschrank optimiert den Verzehr von Lebensmitteln (z. B. liefert er Informationen über Lebensmittel, die in die Nähe des Verfallsdatums kommen), Waschmaschinen und Geschirrspüler bieten die besten Waschergebnisse bei minimaler Nutzung von Wasser; der Herd – dank der Sensorerkennung der Topfeigenschaften und der Temperatur der Platte – kann die Energieleistung so anpassen, dass die Verschwendung von Strom oder Gas eingedämmt wird und die Gefahr eines Anbrennens vermieden wird, wenn wir das Essen mal auf dem Herd vergessen haben.

Aber wie viel kostet ein intelligentes Haus / Smart-Home?

Eines der Haupthindernisse für die Entwicklung des Smart-Home scheinen derzeit die Kosten für intelligente Geräte zu sein. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage von Deloitte in England gaben 48% der Befragten an, dass die Preise der intelligenten Geräte noch zu hoch sind, während 26% der Meinung sind, dass die derzeitige Technologie weiterentwickelt werden muss, bevor sie den Kauf eines intelligenten Geräts in Erwägung ziehen.

Sicherlich sind die Kosten eines intelligenten Gerätes – aus offensichtlichen Gründen – höher als die der Kosten eines herkömmlichen Geräts. Diejenigen die ihr eigenes Haus intelligent machen wollen, müssen bereit sein, für einen intelligenten Kühlschrank oder eine Waschmaschine mindestens ungefähr zweimal so viel zu bezahlen, wie für ein klassisches Gerät. Ausgaben, die nicht wirklich im Budget der meisten liegen.

Nur so nebenbei: Wenn Sie glauben, Smart-Home wäre etwas ganz neues, liegen Sie falsch. Bill Gates hatte seine Vision eines futuristischen Heims beim Bau seines eigenen Hauses am Lake Washington in Medina außerhalb von Seattle, bereits vor 20 Jahren (Bauende 1997) verwirklicht. Das Haus hat angeblich 113 Millionen US-Dollar gekostet, aber glücklicherweise brauchen die meisten von uns ja auch keine 7 Schlafzimmer, 24 Badezimmer und 6 Küchen!

Aktuelle Sicherheitsrisiken mit intelligenten Heimgeräten

Auch wenn ein intelligentes Zuhause eine gute Möglichkeit ist, die Art, wie wir in Zukunft leben zu verbessern, gibt es noch einige dringende Probleme zu lösen. Seit die ersten Internet-verbundenen Smart-Home-Geräte die Märkte fluteten, wurden bereits die ersten Schwachstellen offensichtlich. Es ist für professionelle Hacker möglich, Zugang zu einem mit dem Internet verbundenen Fernseher zu erhalten, um die Bewohner des Hauses auszuspionieren. Dadurch kann ein Bewegungsprofil erstellt und diese Informationen verwendet werden, um einen Einbruch oder Schlimmeres zu planen. Eine der Herausforderungen von intelligenten Häusern, wie sie derzeit existieren, ist, dass unterschiedliche Hersteller verschiedene Protokolle und Standards verwenden, die nicht miteinander kompatibel sind. Aus diesem Grund müssen Sie eine Verbindung zu verschiedenen Netzwerken herstellen und oft unterschiedliche – und manchmal offene und ungeschützte – Protokolle verwenden, die Sie selbst als Benutzer sichern müssen.

Wenn Sie ein Early Adopter sind und es schaffen, alle Ihre über das Internet verbundenen Geräte und Ihr Smart-Haus unter einem einzigen Interface zusammenzubringen, können Sie sich noch mehr Probleme einhandeln: Ein einziger und einfacher Ausfall nur eines Bausteins des kombinierten Systems oder ein Hacking-Angriff könnten Ihr Leben komplizierter machen. Im schlimmsten Fall würde nichts mehr funktionieren und man könnte nicht einmal mehr sein eigenes Haus betreten. Daher ist die Datensicherheit in diesem Fall eine sehr wichtige Angelegenheit. Wenn Sie sich also vor jemanden schützen wollen, der auf Ihr Haus oder Ihre Geräte zugreifen möchte sollten Sie unbedingt die Kennwörter häufig ändern und sie jederzeit sicher aufbewahren.

Bildnachweis: Harald-KU / pixelio.de