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Smartphones & Tablet-Entsorgung und -Recycling: Wie Sie Ihre Daten auf mobilen Geräten schützen – Teil 2/3

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir aufgezeigt, wie viele Informationen in Smartphones und Tablets gefunden werden können und die Gefahr die davon ausgeht, wenn Unbefugte freien Zugang zu diesen Daten erlangen, wenn Sie sich entscheiden Ihr Gerät zu verkaufen oder zu entsorgen. Auch haben wir im ersten Teil – und wir tun es hier erneut – auf die dringliche Notwendigkeit hingewiesen, Daten auf mobilen Geräten dauerhaft zu löschen, da es sich um die einzige Möglichkeit handelt, seine persönlichen und geschäftlichen Informationen zu schützen.

Wir werden in diesem zweiten Beitrag zeigen, wie Sie Ihre Daten schützen und von wo und durch welche Methoden Sie Ihre Daten löschen können.

Wo Daten gespeichert werden

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass es verschiedene Speicher in mobilen Geräten gibt, die Ihre Daten ablegen. Dabei können wir drei verschiedene Arten identifizieren:

  • der Speicher der SIM Karte (Subscriber Identity Module)
  • der externe Speicher (im Besonderen der Austauschbare)
  • der interne Speicher, in der Elektronik des Geräts fest integriert eingebaut (embedded)

Einige Tipps, wie Sie Daten aus den Gerätespeichern löschen

SIM-Karte – Der Speicher der SIM-Karte ist der kleinste, der zur Verfügung gestellt wird. In der Regel hat er eine Kapazität von einigen 10 KB auch wenn neuere SIM-Karten über 256 KB verfügen, besonders wenn sie dazu bestimmt sind, zusätzliche Dienstleistungen des Serviceproviders anzubieten. In den meisten Fällen werden innerhalb dieser SIM-Karten folgende Informationen gespeichert:

  • Basis-Einträge des Telefonbuches wie Namen und Telefonnummern
  • SMS Texteinträge
  • Anruflisten

Externer Speicher –Dieser Speicher ist viel größer als der der SIM-Karte und dem internen Speicher. Darin sind ein Großteil Ihrer persönlichen Daten gespeichert, besonders dann, wenn er standardmäßig als primärer Speicherplatz für Photos, Videos, E-Mails oder anderes Material konfiguriert ist. Smartphones und Tablets sind vielfach mit einem Einschub ausgestattet, um den externen Speicher, in der Regel eine Micro SD-Karte, vor dem Entsorgen oder Verkaufen einfach zu entfernen. Wenn nicht ein ungewöhnliches Dateisystem verwendet wird, sollten die auf dem Micro SD-Karten-Chip gespeicherte Daten, wie Musik, Fotos, Videos oder Dokumente ohne Probleme auf dem neuen Gerät gelesen werden können. Normalerweise werden Micro SDs in FAT32 formatiert und dies sorgt in den meisten Fällen für eine gute Kompatibilität zwischen den verschiedenen angebotenen Geräten.

Wenn man die aktuelle Speicherkarte auf dem neuen Gerät wiederverwendet, muss man sich nicht um das Löschen der Daten kümmern, sondern eher daran denken, sie auch wirklich aus dem Gerät zu entfernen, bevor man es einem Käufer übergibt oder zu einem Reseller schickt.

Interner Speicher – In diesem Fall sind die in den Geräten verbauten Flash-Speicherchips nicht entfernbar. Eine Lösung zum Löschen von Daten wird über eine eingebaute Funktion des mobilen Gerätes erreicht: Die Option des Zurücksetzens auf die Werkseinstellung (auch als Restore Factory oder Factory reset bezeichnet)

Diese Funktion wurde entwickelt, um das Gerät in ihren Auslieferungszustand zurück zu versetzen und die Anfangsbedingungen wiederherzustellen. Das ist eine sehr nützliche Funktion, vor allem dann, wenn man zunehmend Probleme mit seinem Smartphone oder Tablet bekommt: Beispielsweise, wenn das Gerät häufig sperrt oder im Laufe der Zeit Operationen weniger glatt und reaktionsschnell ablaufen als zu Anfang.

Resetting / das Zurücksetzen des Smartphones oder des Tablets bringt das Gerät wieder in die Erstkonfiguration des Herstellers und kann die beschriebenen Probleme vielfach beseitigen.

Viele Anwender glauben, dass diese Option ihnen auch dabei hilft, Daten dauerhaft aus dem Speicher zu löschen, aber oftmals ist das Löschen über diesen Weg nicht wirklich endgültig. Die Daten sind zwar auf dem Gerät nicht mehr sichtbar, aber es könnte trotzdem möglich sein sie zurückzugewinnen, z.B. durch den Einsatz einer Datenrettungssoftware.

Eine Methode, die deutlich wirksamer ist, ist die Verwendung einer Lösch-Software, die ein komplettes Überschreiben aller Gerätespeicher (wiping) durchführt. Diese Löschfunktion wird in manchen Geräten bereits von den Herstellern implementiert, aber längst nicht in allen.

Allerdings selbst wenn eine solche Software für den Einsatz im privaten Umfeld geeignet sein kann, gilt das längst nicht für mobile Geräte im Unternehmens-Umfeld: Diese Lösch-Dienstprogramme für den Privatnutzer bieten keine nachweisbaren Berichte über eine durchgeführte und erfolgreiche Löschung unter Angabe der Seriennummer des Geräts oder andere Hardware-Details. So ermöglicht eine solche Software Unternehmen nicht die Einhaltung von Datenschutz-Vorschriften, nationalen oder europäischen Rechtsvorschriften. Bei diesen Szenarien gibt es die Notwendigkeit, fortschrittliche Lösungen für die sichere Löschung einzusetzen, die Unternehmen die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung stellen, um Prozesse einzurichten mit denen Dutzende oder Hunderte von Firmen-Smartphones oder Tablets sicher gelöscht werden können. Wenn ein Unternehmen seine Datenlöschungen und seine eingesetzten Löschprozesse nachweisen muss, ist es ratsam entweder eine spezielle Softwarelösung einzusetzen, die diese Möglichkeiten bieten (wie z.B. Blancco Mobile oder Hosted Erase von Kroll Ontrack) oder die Geräte sollten einem Dienstleister übergeben werden, der sichere Löschungen von Smartphones, Tablett oder sonstigen mobilen Geräte anbietet.

Im nächsten und letzten Teil dieser Artikelreihe möchten wir weitere Tipps geben, was man hinsichtlich der eigenen Datensicherheit beachten muss, wenn man seine Geräte entsorgen oder verkaufen möchte.

Bildnachweis: Bernd Kasper/ pixelio.de