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Social Workplace

By Microsoft Corporation - Meisner, Jeffrey (August 23, 2012). Microsoft Unveils a New Look (in English). The Official Microsoft Blog. Microsoft. Retrieved on January 14, 2015. (Direct link)., Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20799781 - By LinkedIn (http://www.linkedin.com/static?key=branding) [Public domain], via Wikimedia Commons

So richtig gut liefen die Übernahmen der letzten Jahre für Microsoft nicht: 8,5 Milliarden US-Dollar für ein inzwischen nur noch dahindümpelndes Skype oder ein Verlust von 9,5 Milliarden US-Dollar durch die Übernahme von Nokia. Da wundert es schon ein wenig, weshalb Microsoft 26 Milliarden US-Dollar für das Karrierenetzwerk LinkedIn ausgibt, für ein Portal, das seit seiner Gründung im Jahr 2002 noch keinen Dollar Gewinn gemacht hat.

Was will der Computerriese mit dem Business-Netzwerk? LinkedIn ist – ähnlich wie Xing in Deutschland – das größte soziale Netzwerk in den USA, in dem sich Geschäftstreibende und -suchende finden können. Und diese Netzwerkfunktion will Microsoft mit der eigenen Software wie Office 365 oder der Unternehmenslösung Dynamics verknüpfen. Satya Nadella (CEO Microsoft) führte in einem belegschaftsinternen Memo aus: “Unser Ziel ist es, Produktivität und Geschäftsabläufe neu zu erfinden”.

Der Grundgedanke dabei: LinkedIn soll das zentrale Profil in den Diensten von Microsoft werden. Office und Outlook, Skype und Windows – zukünftig könnten diese Dienste mit einem LinkedIn-Profil genutzt werden. Gleichzeitig würde durch die Verknüpfung der Produkte des Softwaregiganten mit den Mitgliedern von LinkedIn die Vernetzung mehrerer an einem Projekt beteiligter Mitarbeiter erleichtert. In einem Meeting würde der direkte Abruf des Werdegangs und der Arbeit eines Gesprächspartners möglich sein.

Microsofts Stichwort: social workplace – vernetzter Arbeitsplatz. Dabei ergänzen sich Microsoft und LinkedIn: Microsoft besitzt Daten über Dokumente, Termine und Nachrichten, LinkedIn bringt Informationen über den Arbeitsmarkt, Institutionen und Personalabteilungen mit. Dabei gibt es bisher wenige Überschneidungen aber immense Möglichkeiten, mit den Datensätzen der beiden Unternehmen Neues aufzubauen – immerhin hat LinkedIn 430 Millionen Nutzer (von denen etwa 110 Millionen aktiv sind, davon 8 Millionen in Deutschland), die mit ihren Profilen höchst interessante Informationen in das Softwareunternehmen einbringen. Die in den Profilen von LinkedIn gespeicherten Daten kommen schließlich nicht von Hinz und Kunz wie bei Facebook und Co. Es sind Daten von Geschäftsleuten: Headhunter sind genauso darunter wie Architekten, Mediziner oder Bankangestellte.

Dazu Linda Sullivan, Partnerin bei Cavendish Corporate Finance: „LinkedIn könnte, unter den Fittichen von Microsoft, zum Marktführer bei der Personalentwicklung werden.“

Bildquelle: Microsoft CorporationLinkedIn