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Software-Defined und Hyper-Converged-Storage: Schluss mit der Hardware Fokussierung?

Software-Defined und Hyper-Converged-Storage

Die moderne Informationstechnologie in Unternehmen ist einem ständigen Wandel unterworfen. Nicht nur die wachsende Datenflut, sondern auch die steigenden Ansprüche an den schnellen Zugriff auf Information und Just-in-Time Kommunikation führen zu immer neuen technischen Innovationen, um die sehr großen Mengen an Daten bewältigen zu können. In diesem Artikel möchten wir einen Überblick über wichtige Trends wie SDS und  Hyper-Converged Storage geben und die Implikationen, die solche Technologien mit sich bringen, und welchen Herausforderungen man sich im alltäglichen Storage-Umfeld stellen sollte.

Das Ende der Hardware-Zentrierung?

Es ist noch nicht so lange her, dass Speicherlösungen sich ausschließlich auf die Hardware zu konzentrieren schienen. Argumente waren Performance und Kapazität und resultierten oftmals in der Anschaffung schnellerer, besserer – oder einfach nur mehr – Hardware. Das weltweit produzierte Datenvolumen steigt exponentiell an, bis zu 50000 Exabyte (1 Exabyte = 1 Million Terabyte) sollen es im Jahr 2020 werden. Der größte Teil der Daten wird durch Milliarden neuer, dauerhaft mit dem Internet verbundener Geräte erzeugt werden. Und all diese Daten müssen gespeichert und verwaltet werden. Der Hardware-zentrierte Ansatz brachte extreme Herstellerbindung und Speichersilos mit sich, für deren Verwaltung Mitarbeiter spezielle Trainings benötigten, sodass dieser Ansatz in einer von Virtualisierung und Cloud geprägten Zeit heute nicht mehr die einzige optimale Lösung sein kann.

Was bietet das Konzept der Software Designed Storage

Das Speichern von Daten auf ein Medium ist schon an sich eine auf Software basierende Funktion. Die Hardware zur Datenspeicherung steht eigentlich erst an zweiter Stelle und ist meist abhängig von der Wahl der Medien, Server, Betriebssysteme und der Hersteller. Insofern ist der Ansatz von SDS, abstrakte Software Funktionalität getrennt von der Hardware zu betrachten, eine natürliche und evolutionäre Weiterentwicklung der klassischen Storage Architektur.

Der Hauptvorteil von SDS besteht darin, die Bereitstellung und Nutzung von Storage Ressourcen zu vereinfachen. Die Sorge um physikalischen LUNs, Schnittstellen oder Port Adressen könnte der Vergangenheit angehören. In einer virtuellen Storage Infrastruktur, auch software-definiertes Storage genannt, wird die Komplexität, die dahinter steckt, vom User, der für seine Bedürfnisse Storage Volumen einer bestimmten Kapazität benötigt, nicht wahrgenommen.

In Unternehmen herrscht heutzutage oft ein “Erledige mehr mit weniger Ressourcen und Man-Power” Klima, weswegen SDS fälschlicher Weise als eine Lösung dafür angesehen wird, mit wenig Experten bzw. Administratoren die Performance zu steigern und gleichzeitig Geld einzusparen.  Virtuelle Server Administratoren, die häufig weniger über Hardware-Technologien wissen müssen, sind nun dafür verantwortlich, dass die richtigen Storage Ressourcen für die Applikationen und Daten zur Verfügung gestellt werden. SDS könnte also implizieren, dass keine expliziten Skills für die Bereitstellung von Storage Ressourcen mehr benötigt würden.

Das ist allerdings eine gefährliche Annahme! Ein Outsourcen von Admin-Expertise vergrößert die Abhängigkeit von Hardware Anbietern, wenn spezielle Konfigurationen benötigt werden, Probleme auftreten oder Komponenten ausfallen – und die eigenen Mitarbeiter nicht ausreichend ausgebildet sind. Auch die Verantwortung über die physikalische Infrastruktur sollte nicht ausschließlich an externe Anbieter übergeben werden. Unternehmen machen nicht selten den Fehler, ihre Infrastruktur einerseits zu erneuern, limitieren aber andererseits die Fähigkeit ihrer eigenen Mitarbeiter, die Storages, die sie aufgebaut haben, selbst zu managen. Dieses fundamentale Problem kann auch durch SDS nicht gelöst werden, es bietet einfach nur ein übersichtlicheres User Interface.

SDS Infrastructure: What´s it all about

Ein wichtiges Argument für den Einsatz von SDS ist allerdings, dass die Agilität der Storage Ressourcen verbessert wird. Bei einer virtuellen Datenübertragung von einem Server Host zu einem anderen werden die Verknüpfungen zur Back-End Storage automatisch erneuert und ersparen das Re-hosting. Das eigentliche Ziel von Software-Defined Storage ist also die Trennung der Storage Kontrollebene von der Hardware Ebene, damit die Ressourcen für User und Applikationen einfach zur Verfügung gestellt werden können.

Um in den vollen Genuss der Vorteile von SDS zu kommen, empfiehlt es sich, Technologien zu erwerben, die wirklich unabhängig sind sowohl von der Hardware als auch der Hypervisoren (Virtual Machine Manager – VMMs) um kostenintensive Lock-Ins – also Hersteller-Abhängigkeiten – zu vermeiden.

Fazit: Egal für welche Storage-Lösung Sie oder Ihr Unternehmen sich entscheiden, auf eine sorgfältige Vorausplanung und gut geschulte Experten kann man in keinem Fall verzichten. Die Folgen davon zeigen sich besonders im Falle eines Datenverlusts durch den Ausfall einzelner Komponenten oder nach einer Fehlbedienung. Dann ist es häufig so, dass durch falsche Maßnahmen nicht nur die Schäden und auch die Komplexität der Datenrettung viel größer werden und selbst Datenrettungsexperten wie die von Kroll Ontrack vor größeren Herausforderungen stehen.