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Spion im Wohnzimmer

Spycam im Wohnzimmer

Es ist eine schöne neue Welt, die mit den Smart-TVs in unsere Wohnzimmer einzieht. Apps von Amazon bis Netflix, Zugriff auf Mediatheken, Telephonie via skype und vieles mehr kann mit den Geräten genutzt werden. Die meisten Fernsehschauer tun das aber gar nicht, sie wollen einfach glotzen.

Immer wieder werden Sicherheitslücken entdeckt, die es Hacker ermöglichen könnten, auf das TV-Gerät zuzugreifen. Über die Gefahren durch Spähprogramme haben wir schon berichtet.

In Großbritannien erkannten kürzlich Besucher einer Porno-Website in einem Video ein Pärchen beim Liebesspiel auf dem Sofa ihres Wohnzimmers – und dieses Wohnzimmer kam den Betrachtern bekannt vor. Sie zeigten das Video einem befreundeten Paar, das auch tatsächlich das eigene Wohnzimmer erkannte. Sie selbst hatten aber kein Video von sich ins Netz gestellt.

Bei genauerer Analyse wurde klar, das Video musste mit der Kamera des TV-Geräts gemacht worden sein. Hacker waren in das Gerät eingedrungen, hatten die intimen Szenen aufgenommen und ins Netz gestellt. Seltsamerweise ohne die Betroffenen zu kontaktieren, was bei Vorfällen dieser Art üblich ist – Erpressung ist ja ein lohnenswertes Geschäft.

Was kann man gegen solcherlei Spannertum machen? Der Tipp, den Experten Ratsuchenden geben ist profan: Kleben Sie die Webcam ab. Man kann eine solche Kamera zwar abstellen, aber Hacker können sie leicht wieder anschalten. Auch die Trennung vom Internet muss nicht unbedingt Sicherheit bieten, wenn sich ein Schadprogramm schon im Gerät installiert hat. Die Daten werden einfach beim nächsten Netzzugriff verschickt.

Bildquelle: Paul van de Velde / flickr – Lizenz: CC2