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SSD-Festplatten mit Verfallsdatum

Solid-State-Drive-Festplatten haben im Gegensatz zu herkömmlichen Festplatten keine beweglichen Teile und sind daher stabil und schnell. Aber sie haben – wie auch USB-Sticks und alle anderen Flash-Speicher – einen anderen  Nachteil: nach einigen Tausend Speicher- bzw. Löschvorgängen „stirbt“ die Speicherzelle. Die Hersteller versuchen den Tod des Speichermediums durch Minimierung der Schreibzugriffe hinauszuschieben. Auch die gleichmäßige Verteilung der Speicherdaten über sämtliche Zellen verteilt die Last, sodass die Platte mehrere Millionen Schreibvorgänge aushält. Und eine Speicherzellen-Reserve von bis zu 30 % verlängert ebenfalls die Lebensdauer der SSD.

Je intensiver das Speichermedium benutzt wird, desto schneller ist die Nutzungsdauer abgelaufen. Als Computernutzer merkt man erst etwas, wenn der Anteil der defekten Zellen zu groß wird. Dann sollte ein SSD-Laufwerk in einen reinen Lesemodus umschalten, was ein weiteres Absterben von Speicherzellen verhindert.

Vermehrt auftretende Fehlermeldungen bei Schreibvorgängen oder Instabilitäten im System künden mögliche Probleme an. Dauert das Schreiben auf die Festplatte zu lange, wird sie unter Umständen vom Betriebssystem abgemeldet. Wenn sich dieses auf der nun abgemeldeten Platte befindet, friert der Computer ein. Dann kommt der Ausbau und Betrieb in einem anderen Computer infrage. Alternativ hilft der Einsatz eines externen USB-Quickport (Dockingstation für Festplatten) oder eines anderen geeigneten Adapters.

Nach dem Sichern der Daten kann man mit dem SSD-Tool auf der Website des Herstellers versuchen, ein Firmware-Update durchzuführen. Hierbei muss die Platte per SATA angeschlossen (also zum Beispiel eingebaut) sein, per USB klappt das angeblich nicht.

Wenn der Ausfall auf einen Schaden des Controllers zurückzuführen ist – was in seltenen Fällen passieren kann – können keine Daten mehr ausgelesen werden. Auch ein Austausch des Controller-Chips, der ja für den gesamten Lese- und Schreibverkehr des Laufwerks verantwortlich ist, führt nicht zum Erfolg. Sollen die Daten gerettet werden, müssen Profis ran. Allerdings ist der Prozess sehr zeitaufwendig, da die Daten auf einer SSD ganz anders gespeichert werden, als auf einer Magnetplatte – die hohen anfallenden Kosten hierfür lohnen sich für Privatnutzer selten. Und manche SSDs verweigern sich grundsätzlich einer Datenrettung. Das Backup sollte also auch bei SSDs nicht vergessen werden. Im Gegenteil, es ist bei Flash-Speichern noch wichtiger als bei konventionellen Festplatten, die im Schadensfall ihre Inhalte leichter preisgeben.