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SSD-Technologie: Risiko oder Meilenstein?

Nach einer Umfrage in England sagen 82% aller CEOs, CTOs und IT-Manager, dass sie in den nächsten zwölf Monaten verstärkt solid state drive (SSD) Technologie nutzen wollten. Hauptgrund ist die Geschwindigkeit der SSDs, wobei 16% der Befragten mit einer größeren Zuverlässigkeit des Speichermediums rechnen. Allerdings berichteten etliche IT-Manager von Problemen bei der vollständigen Datenlöschung auf SSDs.

Aber nicht nur die Löschung sämtlicher Daten vor einem Wiederverkauf einer Festplatte mit SSD-Technologie ist im Vergleich zu konventionellen Festplatten komplexer geworden, auch die Datenrettung stellt die Profis immer wieder vor große Herausforderungen. Beim Design und der Architektur der Speichermedien kocht noch fast jeder Hersteller sein eigenes Süppchen. Bei konventionellen Festplatten haben die Datenretter standardisierte Werkzeuge entwickelt, bei
SSDs ist das häufig noch nicht der Fall.

Hier die Top Five der technischen Eigenheiten, die die Datenrettung bei SSDs komplexer und schwieriger machen als das bei traditionellen Festplatten der Fall ist:

1. Konstruktion und Aufbau sind proprietär: Die schnelle Weiterentwicklung von SSDs zur Steigerung der Performance, Erhöhung der Kapazität und Senkung der Kosten beinhaltet häufige Änderungen im Layout der Speicherplätze, in der Konfiguration und der Datenverarbeitung. Vor der Datenrettung müssen all diese Parameter korrekt zugeordnet werden.

2. Mängel an der Konstruktion oder unzureichende Tests: Ohne eine vernünftige Konstruktion und taugliche Test sind die auf einer SSDs gespeicherten Daten gefährdet. Wenn die Stromzufuhr einer SSD – gewollt oder ungewollt – unterbrochen wird, hat die Platte nur Millisekunden Zeit, um die Daten am korrekten Ort zu speichern. Wenn der Stromausfall während eines Schreib- oder Lesevorgangs auftritt ist das eine hochkomplexe Angelegenheit.

3. Verschlüsselung: Hardware- oder Softwareverschlüsselung vermindert die Chancen auf erfolgreiche Datenrettung in den meisten Fällen. Verschlüsselte Daten können häufig nicht mehr gelesen und verifiziert werden, eine Rekonstruktion ist dann nicht mehr möglich.

4. Eingebettete SSD: Auf den meisten Tablett-PCs und Smartphones sind Speicher, Controller und die dazu gehörende Elektronik auf derselben Platine untergebracht wie alle andere elektronischen Komponenten. Fehlererkennung und Reparatur sind im Vergleich zu einer austauschbaren SSD sehr viel schwieriger.

5. Anzahl der Hersteller: Es gibt momentan über 500 Hersteller von SSDs, daher ist die Anzahl an unterschiedlichen Konstruktionen groß.