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Studie zeigt fahrlässigen Umgang mit Magnetbändern

Fahrlässiger Umgang mit Magnetbändern

Eine brandaktuelle Studie über den Umgang mit Tapes in deutschen Unternehmen wurde gestern veröffentlicht. Die Ergebnisse der Umfrage unter rund 250 Firmen brachte erschreckendes zu Tage: Mehr als ein Drittel aller Firmen haben bereits Schwierigkeiten beim Zugriff auf ihre Magnetband-Daten gehabt und mehr als 10% konnten schließlich gar nicht mehr auf ihre Archivdaten zuzugreifen. Über die Hälfte aller befragten Unternehmen verfügen zudem nicht über einen Krisenplan, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist.

Mit der Qualitätssicherung ihrer archivierten Dark Data Schätze ist es in deutschen Unternehmen offensichtlich nicht weit her! So nutzen ein Drittel aller befragten Unternehmen ihre Magnetbänder gefährlich oft, bis sie gegen neue ausgewechselt werden. Aus diesem Grund haben auch schon etwas mehr als ein Drittel aller Firmen Probleme beim Zugriff auf ihre Tape-Daten gehabt. Dabei sind die Schwierigkeiten beim Zugriff auf die Daten oft selbstverschuldet: Mehr als 40% aller Teilnehmer prüfen zu keinem Zeitpunkt den Zustand ihrer Bänder. Darüber hinaus verfügen mehr als 80% aller Unternehmen über Magnetbänder, die älter sind als fünf Jahre sind, und somit vielleicht nicht mehr täglich eingesetzt werden sollten.

Neben der Qualitätssicherung der verwendeten Magnetbänder, besteht in vielen Unternehmen auch beim Archivmanagement Handlungsbedarf: Knapp die Hälfte aller Firmen – nur rund 49% der Befragten – verfügen über einen Katalog oder eine Indexierung all ihrer auf Bandmedien gespeicherten Daten. Die meisten Firmen hingegen haben entweder gar keine oder nur eingeschränkte Informationen über den Inhalt oder die Verteilung ihrer Daten auf den Tapes. Dazu kommt, dass bei fast einem Fünftel der Befragten (18%) entweder die Original-Software oder die nötige Hardware zum Auslesen der Daten nicht mehr im Unternehmen vorhanden sind. Eine kurzfristige Wiederherstellung der Tape-Inhalte zur Einhaltung von gesetzlichen oder internen Compliance-Vorgaben ist so nicht mehr möglich.

Bänder Hard- und Software

Die gemeinsam von EDP, weltmarktführender Herstellervon Barcodelabel für Speichermedien und namhafter Distributor von Magnetbändern aller Hersteller, und Kroll Ontrack, dem weltweit führenden Datenrettungsspezialist, erhobenen Ergebnisse verteilen sich über alle Firmengrößen. (rund 40% aller befragten Firmen haben bis zu 250 Mitarbeiter, circa 22% zwischen 250 und 1000 Mitarbeiter und fast 40% darüber). Beim verwendeten Magnetbandformat hält das LTO-Format mit fast 90% die Spitze. Dabei nutzen die befragten Firmen ihre Magnetbänder je zur Hälfte zur Archivierung und für regelmäßiges Backup.

Kroll Ontrack bekommt über 300 Anfragen im Jahr von Unternehmen, die auf ihre Tapes nicht mehr zugreifen können. In vielen Fällen können sie zum Beispiel durch Nachstellen der originalen Software- und Hardwarekonfiguration die vorhandenen Bandinhalte katalogisieren und den Unternehmen die Daten zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Umfrage finden sich in einem detaillierten Report zur Studie. Er kann hier heruntergeladen werden:

http://www.krollontrack.de/library/KrollOntrack-Studie-Backupverhalten.pdf