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Teezeremonie im digitalen Zeitalter

Digitaler Wasserkocher

Wer beim kalifornischen Soft- und Hardwarehersteller Oracle als Spezialist im Bereich Big Data tätig ist, gehört nicht zu den technologisch unbeschlagenen Menschen. Mark Rittman ist solch ein Spezialist und versucht immer wieder, die neuesten Technologien auch im Privatbereich einzusetzen. Eine Testumgebung für ein Smartes Haus aufzubauen ist eines seiner neuesten Projekte.

Das sogenannte „Internet der Dinge“ ist sicherlich eine interessante und auch vernünftige Sache. So können sich beispielsweise Fertigungsroboter selbst um passende Werkzeuge, Programmupdates und Wartungsintervalle kümmern. Inzwischen ist das IoT, das „Internet of Things“ auch im privaten Bereich angekommen. Alles wird smart: smarte Häuser, smarte Beleuchtung, smarte Kinderspielzeuge – und auch smarte Wasserkocher. Einen solchen wollte Rittmann eines Morgens in seine Testumgebung einbauen, um in Zukunft die Vorbereitung für seinen Frühstückstee per App über sein Smartphone zu steuern.

Für etwas über 100 Euro legte er sich einen internetfähigen Wasserkocher zu. Die Installation des Gerätes zog sich allerdings etwas in die Länge: Die kochereigene Wifi-Basis versuchte eine Verbindung mit dem WLAN der Testumgebung aufzubauen, bekam aber Probleme und führte einen Reset durch. Daraufhin war das Gerät aus dem Netzwerk abgemeldet und fand den Weg zurück nicht mehr.

Rittman suchte per Portscan nach dem smarten Gerät – inzwischen waren drei Stunden vergangen – als sein Haddoop-Framework, das für Rechenprozesse mit großen Datenmengen ausgelegt ist, den Dienst verweigerte. Wahrscheinlicher Grund: Der Kocher bekam Streit mit dem DHCP-Server.

Die gute Nachricht: Am Ende bekam Rittman seinen Frühstückstee – zum Abendessen nach elf Stunden Kampf mit seinem cleveren Wassererhitzer. Dass sich beim Essen dann auf Grund eines Firmware-Updates die smarte Beleuchtung abschaltete sei nur noch am Rande erwähnt.

Bildquelle: kboyd / pixabay