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Sicherheitsrisiken bei der Nutzung von Tapes

Sicherheitsrisiken bei der Nutzung von Tapes

Für viele Jahre war eines der am meisten genutzten Backup-Praktiken der Einsatz von Magnetband-Archiven. Als bewährte Speicherlösung ist es immer noch ein vertrauter Anblick in vielen Firmen, selbst wenn sie vielleicht etwas antiquiert im Vergleich zu moderneren Alternativen wie beispielsweise Cloud-Backups wirkt. Es gibt eine Vielzahl an Gründen warum Unternehmen an dieser Speichermethode festhalten. Magnetbänder sind ein kostengünstiger Weg große Mengen an Daten zu speichern und das sogar theoretisch über viele Jahre oder gar Jahrzehnte. Allerdings gibt es eine Tendenz dazu, dass sobald Inhalte auf ein Magnetband abgespeichert und in einem internen und externen Archiv abgelegt sind, diese solange zu vergessen bis sie vielleicht wieder benötigt werden. Es gibt dabei in der Tat eine Reihe von Risiken, die mit dem Magnetband verbunden sind und über die sich Unternehmen bewusst werden sollten, um die richtige Entscheidung zu treffen, ob Tape die am besten geeignete Lösung für die langfristige Datenspeicherung darstellt.

Datenschwund

Während in der Theorie Magnetband-Speicher Informationen für Jahrzehnte sicher speichern können, ist in der Realität etwas Vorsicht angebracht: Es gibt einige Faktoren, die dazu führen können dass die Daten „verschwinden“, also z.B. dass die gespeicherten Informationen nicht mehr gelesen werden können. Das Aussetzen von Magnetbändern gegenüber Hitze, Feuchtigkeit, Staub, elektromagnetischer Strahlen und normalem Verschleiß, sie alle können zu Qualitätsverlusten der Bänder führen und in der Konsequenz sogar dazu, dass alle Versuche Daten von ihnen auszulesen vergeblich sein können. Dann hilft nur noch professionelle Unterstützung.

Physikalische Gefahren

Wie jede technische Ausrüstung sind auch Magnetband-Lösungen anfällig für Probleme wie z.B. Naturkatastrophen oder ähnliches. Überschwemmungen beispielsweise können die Geräte unbrauchbar machen und auch Feuer ist eine Gefahr, die einfach immer vorkommen kann, mit dem Risiko, dass Daten am Lagerort für immer zerstört werden, wenn keine anderen Backups vorhanden sind.

Unnötige Daten aufbewahren

Ein weiteres häufiges Problem bei Magnetbändern ist, dass viele Unternehmen hier einen “Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn”-Ansatz bezüglich der gespeicherten Daten fahren. Das bedeutet, dass sobald die Daten auf Tape gespeichert und an einen Tape-Aufbewahrungsdienstleister weitergegeben wurden, sie eigentlich komplett vergessen werden – auch dann, wenn die Daten schon längst vernichtet werden könnten. Wenn Sie beispielsweise Kundendatenbanken auf Magnetbänder gespeichert haben, sind vermutlich Kontaktdaten darin zu finden von Personen und Institutionen, mit denen Sie schon längst keine Geschäftsbeziehung unterhalten, mit Ausnahme derjenigen Informationen bei denen Sie aus rechtlichen Gründen angehalten sind diese weiterhin aufzubewahren. Dennoch, wenn diese nicht mehr benötigten, aber trotzdem aufbewahrten Daten durch ein Datenleck außerhalb des Unternehmens gelangen, kann es zu großen Problemen für die Firma kommen. So müssen diese Firmen einen Weg finden, um diese Informationen dauerhaft und sicher zu löschen.

Löschen notwendiger Daten

Auf der anderen Seite ist das Löschen von Daten, die von Unternehmen aus rechtlichen Gründen eigentlich aufzubewahren sind, ein ebenso großes Problem. Es gab viele Vorfälle in der Vergangenheit, in welchen Unternehmen aufgefordert wurden historische Daten zur Überprüfung oder für Ermittlungszwecke bereitzustellen, sie allerdings nicht in der Lage waren dies zu tun, weil sie bereits gelöscht worden waren – entweder absichtlich oder versehentlich. Das kann zu hohen Strafen führen, deshalb müssen Unternehmen eine klare Vorstellung davon haben, was sie per Gesetz verpflichtet sind zu speichern.

Best Practices

Um die Sicherheitsrisiken, die mit Bandspeichern einhergehen, zu minimieren, hier ein paar Best Practices-Vorschläge denen Unternehmen am besten folgen sollten. In erster Linie ist es wichtig, alternative Backup-Systeme für alle kritischen Daten zu bereithalten. Das verhindert, dass Unternehmen sich komplett auf eine einzige Sicherung verlassen, wo dann ein einziger Datenverlust zur völligen Funktionsunfähigkeit verdammt. Wenn es darum geht sich gegenüber dem Abbau von Daten und Schäden zu schützen, müssen sich Unternehmen ihr Gebäude genauestens anschauen. Sie müssen zur Lagerung der Tapes einen Platz finden, an welchem eine einheitliche Temperatur und niedrige Feuchtigkeit besteht. Nach den Normen der Hersteller werden traditionell Temperaturen zwischen 18 und 21 Grad Celsius und zwischen 40 bis 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit empfohlen. Allerdings basieren diese Vorgaben auf den Erfahrungen zur optimalen Behandlung von Film-Magnetbändern und Normierungsgremien beginnen in letzter Zeit zu erkennen, dass Magnetbänder von einer Lagerung bei niedrigeren Temperaturen und geringerer Feuchtigkeit profitieren. Unternehmen sollten auch die Verschlüsselung aller Daten, die außerhalb der Firma gespeichert sind, in Betracht ziehen, wobei gleichzeitig auch eine Datenlösch-Praxis für alle Informationen eingehalten werden sollte, die nicht mehr relevant für den Betrieb des Unternehmens sind. Das regelmäßige Prüfen der Magnetband-Archive um solche Informationen bei Bedarf zu finden ist eine Notwendigkeit. Sie müssen dabei sicherstellen, dass sie für die Wiederherstellung von Daten von Ihren Magnetbandspeichern im Bedarfsfall einen Plan zur Verfügung haben, zum Beispiel, wenn Hauptserver unter Problemen wie Hardware-Ausfällen leiden. In diesem Rahmen müssen auch Eventualitäten abgedeckt sein, was im Falle einer Beschädigung der Magnetbänder zu tun ist. Wenn Unternehmen warten, bis ein Problem auftritt, bevor sie darüber nachdenken, wie sie damit umgehen sollen, dann wird es definitiv zu spät sein. Dann können sie sich in jedem Fall darauf einstellen viel Geld zu verlieren, bis sie eine wirklich passende Antwort-Strategie entwickelt haben. Bildnachweis: iStock