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Tief unter dem Schwarzwald sind die Daten sicher

Datenspeicherung

Das sichere Aufbewahren von Daten ist das eine Problem. Das andere ist die Lesbarkeit – bei älteren digital gespeicherten Informationen ist die nicht unbedingt gegeben. Es sei denn, man konvertiert sie alle paar Jahre, um sie mit gängiger Hard- und Software abrufbar zu halten.

Die Bundesregierung geht einen anderen Weg, konventionell – manche würden sagen „retro“ – lagern sie wichtige Dokumente, die mit Hilfe eines Lasers in zwölffacher Verkleinerung auf langzeitstabilen 35-mm-Microfilm gebannt wurden. Auch in 500 Jahren soll man die Dokumente mit einer starken Lupe noch problemlos lesen können.

Die Filmrollen – jede ist anderthalb Kilometer lang – werden in nahtlos tiefgezogene Zylinder aus Edelstahl gestapelt, 16 Stück passen in die 78 cm hohen Zylinder, die einen Durchmesser von 43 Zentimeter haben. Gewicht: etwa 120 Kilogramm.

Da man diese Behälter schlecht in einem Gebäude gegen alle möglichen Naturkatastrophen oder kriegerische Handlungen schützen kann, wurden sie in einen ehemaligen Versorgungs- und Abräumstollen eines früheren Bergwerks am Fuße des Schauinsland im Schwarzwald eingelagert. Der Barbarastollen ist seit 1975 der „Zentrale Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland“.

Am 3. Oktober 2016, dem „Tag der deutschen Einheit“, wurde mit dem Behälter 2165 die milliardste Aufnahme eingelagert – eine Kopie des ersten deutschen Grundgesetzes.

Dass ein solches Archiv sinnvoll ist, hat sich nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln gezeigt. Nach dieser Katastrophe wurden ausnahmsweise einige der dicht verschlossenen Fässer geöffnet. Mehr als eine Million Dokumente aus dem zerstörten Archiv konnten so reproduziert werden. Die Kosten für den „sichersten Ort Deutschlands“, wie ihn der Leiter des Projektes Lothar Porwich nennt, liegen bei 30 000 € pro Monat.

Allerdings ist der Stollen inzwischen zu zwei Dritteln gefüllt. In 20 Jahren wird man erweitern müssen. Aber Platz ist hier, 400 Meter unter der Oberfläche, noch genug.

Bildquelle: © Jörgens.mi / wikimedia – Lizenz: CC BY-SA 3.0