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Ein typischer Arbeitstag eines Reinraum-Ingenieurs

Datenrettung im Reinraum

Wie sieht ein typischer Arbeitstag eines Reinraum-Ingenieurs bei Kroll Ontrack aus? Wir haben Massimo Scaniglia, Cleanroom Supervisor bei Kroll Ontrack Italien gefragt und hier sind die Antworten:

9.00 Uhr: Meine erste Aufgabe am Tag ist ein kurzes Meeting mit meinen Kollegen der technischen Abteilung, um mir einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Wir haben gestern angefangen Daten von einigen RAID-Festplatten auszulesen und jetzt muss ich wissen, wie das Auslesen vorwärts geht und wieviel Zeit dafür noch zu veranschlagen ist. Dann, in Abhängigkeit des Arbeitsaufkommens des Teams, organisiere ich die nächsten Aufgaben.

9.30 Uhr: Ich kümmere mich um eine Festplatte die ein Kunde gestern persönlich bei uns vorbeigebracht hatte. Ich lese mir zunächst die dazugehörige Dokumentation des Auftrags durch, um mir einen Überblick über das dahinterliegende Problem zu verschaffen. Dann öffne ich die Festplatte und gehe zum Mikroskop, um die Schreib-/Leseköpfe zu analysieren, die ich ausbauen will. Sie haben Schäden abbekommen – wahrscheinlich durch einen massiven Schlag.

10:15 Uhr: Ich habe den Austausch der Köpfe bei der ersten Festplatte, mit der ich heute angefangen habe erfolgreich durchgeführt – dabei habe ich mich in unserem Lager bedient. Jetzt fahre ich mit ihrer Ausrichtung fort. Die Zeit die benötigt wird, um die Daten auszulesen, wird rund 10 Stunden dauern; dieser Arbeitsschritt wird erst abends enden, sodass ich die Rohdaten an das Datenrettungslabor morgen früh weitersenden kann. Inzwischen wurde eine andere Festplatte zu Ende ausgelesen – hier gelang es uns 96% der Daten erfolgreich auszulesen. Ich bin richtig froh darüber, da ich an diesem Laufwerk hart gearbeitet habe. Ich informiere die Ingenieure des Datenrettungslabors darüber, dass sie mit der Rekonstruktion der Dateien und Ordner beginnen können.

11:30 Uhr: Die nächsten Geräte, um die ich mich kümmern muss, sind eine SSD-Festplatte und ein Samsung Smartphone. Bburned ital hddei diesen Geräten muss ich zunächst die Chips ablöten. Ich beginne mit der SSD Festplatte mit ihren 16 TSOP48 Chips und anschließend werde ich mich um das Smartphone mit seinem eMMC Chip kümmern.

12:30: Alle Chips sind jetzt fertig und ich kann das Auslesen der Rohdaten beginnen. Das muss für jeden einzelnen Speicherchip durchgeführt werden. Die letzte halbe Stunde vor der Mittagspause lese ich die eingegangene E-Mail-Korrespondenz und beantworte sie wenn nötig.

13:00 Uhr: Mittagspause. Ich mache einen kleinen Spaziergang.

14:00 Uhr: Zurück im Labor überprüfe ich sofort, wie es um das Auslesen der SSD- und des Smartphone-Speicherchips steht. Das Auslesen der Daten von dem eMMC-Smartphone-Speicherchip ist abgeschlossen und ich kann die Daten an das Labor weiterleiten. Die SSD-Speicher brauchen aber etwas mehr Zeit, diese Operation wird erst morgen beendet sein.

14:30 Uhr: Heute steht auf meiner Agenda ein internationaler Konferenz-Call über den technischen Prozess und den Einsatz von Ad-hoc Werkzeugen um die Verwaltung verschlüsselter Medien zu verbessern. Teilnehmer sind technische Mitarbeiter von Kroll Ontrack Tochtergesellschaften aus verschiedenen Ländern. Bevor das Telefonat beginnt habe ich noch ein paar Minuten Zeit, um eine 2,5 Zoll Festplatte von einem heruntergefallenen Laptop zu curved ital hddöffnen.

15:30 Uhr: Nach dem Ende der Telefonkonferenz, kann ich mich weiter der 2,5 Zoll Festplatte widmen. Der Motor scheint verklemmt, die Platten drehen sich nicht mehr und wahrscheinlich wurden die Lager durch den Sturz beschädigt. Ich werde die Scheiben aus dem Festplattengehäuse ausbauen und sie in ein neues Gehäuse mit neuen Schreib-/Leseköpfen wieder einbauen. Dann werde ich mich den unweigerlich zu erwartenden Ausrichtungsproblemen der Köpfe stellen.

17:45 Uhr: Die Arbeit an der 2,5 Zoll Festplatte ist endlich fertig. Mir gelang es den Zugriff auf die Festplatte zu erhalten und damit zu beginnen die Rohdaten auszulesen. Die letzten Minuten meines Arbeitstags widme ich wieder meinem E-Mail-Postfach.

18:00 Uhr: Bevor ich meine Arbeitsstätte verlasse, überprüfe ich zuerst, ob die Aufgaben die ich begonnen habe auch ohne Probleme laufen. Jetzt ist es aber Zeit zum Bahnhof zu gehen, damit ich meinen Zug nach Hause nicht verpasse.

Bildnachweise: Kroll Ontrack Italien