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Umfassendes Tape-Management ist Pflicht

Das Magnetband als digitales Speichermedium ist nicht totzukriegen. Kein anderer Datenträger ist für die langfristige Archivierung von sensiblen Unternehmensdaten besser geeignet: Lange Lebensdauer, verhältnismäßig geringe Kosten und ausreichend großer Speicherplatz. Allerdings müssen auch Tapes im Rahmen einer effektiven Archivierungsstrategie permanent überprüft und die darauf gespeicherten Daten sollten frühzeitig migriert werden.

Häufig totgesagt lässt sich das Magnetband oder das Tape nicht unterkriegen. Experten sind sich einig: Derzeit gibt es kein Speichermedium, das es bei der Langlebigkeit, dem Energieverbrauch und den Kosten pro Terabyte mit Tapes aufnehmen könnte. Bei einer Lebensdauer von rund 30 Jahren als WORM-Medium (Write Once/Read Many) eignen sich Magnetbänder besonders für die Langzeitarchivierung von geschäftskritischen Unternehmensdaten.

Das deckt sich auch mit unseren Erfahrungen: Unter den jährlich rund 300 Tape-Service-Projekten, die bei Kroll Ontrack, dem weltweit führenden Datenrettungsdienstleister eingehen, sind viele Bänder, deren Daten wiederhergestellt werden sollen, aus den neunziger, achtziger oder siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Diese Bänder aus der Frühphase der Informationstechnik von Unternehmen Westeuropas, den USA oder Japan sind somit bereits bis zu 40 Jahre alt. Von diesen bei Kroll Ontrack eingegangenen Bändern sind die meisten in einem guten Zustand und können größtenteils angesprochen werden. Ein Zeichen dafür, dass diese Tapes von den Unternehmen entsprechend der Herstellerempfehlungen gelagert wurden.

Trotzdem gilt:

Auch beim Magnetband muss man vorsorgen

Was passieren kann, wenn im Rahmen des internen Dokumentenmanagements und der Archivierungsstrategie nicht ausreichend genug vorgesorgt wurde, zeigt ein typisches Beispiel aus unserer langjährigen Praxis: Von einer Bank verlangte die Wirtschaftsprüfung die Vorlage von 35.000 Buchungssätzen aus den 1980er Jahren. Zwar lagen die Daten auf Magnetbändern, die passende Hard- und Software war jedoch nicht mehr einsatzfähig.

Veraltete oder verschwundene Hard- und Software führt zu langfristigen Risiken bei Tapes

Das zeigt das Dilemma vor dem die Unternehmen häufig stehen. Zwar hat auch im Bereich der heutzutage noch eingesetzten Bandformate eine spürbare Konzentration auf das LTO-Format oder die Enterprise-Formate der Hersteller IBM und Oracle gegeben, aber es tauchen immer wieder alte Magnetbänder aus Unternehmensarchiven auf, deren Formate längst als „antik“ zu bezeichnen sind. Insgesamt wurden über 20 physikalische Bandformate seit den Anfängen des Datenbandes professionell eingesetzt. Für alle diese Formate benötigt man dabei die entsprechende Hardware. Angesichts des ständigen technischen Fortschritts ist es höchst unwahrscheinlich, dass Magnetbänder, die sieben oder mehr Jahre alt sind, noch von einer aktuellen Lösung gelesen werden können. Dazu kommt noch, dass es gleichzeitig auch mindestens 20 verschiedene Softwarelösungen gibt, die alle in ihrem eigenen Dateiformat die Magnetbänder beschreiben.

Wie kann Kroll Ontrack bei Magnetbändern helfen?

Die Erfahrung zeigt, dass es für große Archive sinnvoll ist, sich frühzeitig mit Worst-Case-Szenarien zu beschäftigen, damit es gerade auch beim Einsatz von den besonders langlebigen Magnetbändern zu keinen unerwünschten und unerwarteten Ereignissen kommt. Denn oftmals sind bereits nach wenigen Jahren weder das Personal, das damals das Magnetband-Archivsystem eingeführt und aufgesetzt hatte, noch die eingesetzte Hardware im betroffenen Unternehmen vorhanden. Wenn sich jetzt ein neuer Mitarbeiter mit dem alten System nicht richtig auskennt, kommt es dann oftmals zu unbeabsichtigten Formatieren der Bänder. Ein Missgeschick, dass wir in einem unserer Videos humoristisch auf die Spitze treiben.

Als weltweit führender Datenrettungsdienstleister bietet Kroll Ontrack an vielen Standorten spezielle Tape-Datenrettungs-Labore an, die über ein umfangreiches Lager an früher verwendeten Bandlaufwerken und Archivierungssoftware verfügen und so nicht nur bei der Datenrettung von Magnetbändern helfen können, sondern auch über das nötige Know-how der gesamten Bandbreite eines langfristigen Tape-Managements.

Zu den Dienstleistungen, die Kroll Ontrack neben der reinen Datenrettung von defekten Magnetbändern anbietet, gehört dabei die Übertragung der alten Magnetbandinhalte auf neue Tapes. Damit auch die neuen Bänder genauso problemlos gelesen werden können wie die alten, muss hier darauf geachtet werden, dass auch die gleiche Hardware – also das Laufwerk – genutzt wird wie bei dem Original-Magnetband. Und darüber hinaus muss hier auch die gleiche oder eine kompatible Backup-/Restore-Software eingesetzt werden. Wenn das nicht möglich ist (oder von vornherein das System geändert werden soll), muss die Tape-Migration von Daten einer ganz bestimmten Softwareversion eines Herstellers zu einer anderen Softwareversion und einer anderen Marke im Kroll Ontrack Labor vorgenommen werden. Wenn die Backups auf den vorhandenen alten Bändern im sogenannten Differential-Modus vorliegen, kann eine Konsolidierung des gesamten Materials vorgenommen werden. Und das bereits bevor sie in eine andere Version migriert werden.

Kurz gesagt: Eine Migration ist nahezu für alle Band- und Backup-Systeme möglich. Neben dem genannten typischen Kundenwunsch nach einem Wechsel auf neues Bandmaterial oder ein neues Tape-basiertes Backup-System, bietet Kroll Ontrack auch eine Erfassung vorhandener Daten, Systeme und Medien in einem Audit, eine Daten-Deduplizierung zur Reduzierung des Datenvolumens, die Indexierung und Katalogisierung der vorhandenen Backup-Daten oder die Replizierung des Backup-Systems auf neue Zielformate und Medien an. Zudem können manche Daten auf vorhandenen Bändern sehr sensibel sein: In diesem Fall umfasst ein professioneller Tape-Management-Service, wie ihn Kroll Ontrack anbietet, auch eine umfassende Analyse der Magnetbänder oder das Auffinden gesuchter wichtiger geschäftskritischer oder rechtlich relevanter Dokumente in eigens dafür ausgerichteten und spezialisierten Reinräumen und Laboren.

Mit diesen umfassenden Tape Backup Recovery sowie Konsolidierungs- oder Migrations-Möglichkeiten können Unternehmen auch weiterhin auf das in Bezug auf seinen Speicherplatz unschlagbar kostengünstige – Speichermedium Magnetband setzen. Sowohl heute als auch in Zukunft. Trotzdem sollte man sich auch beim Einsatz von Tapes nicht in Sicherheit wiegen. Hier ein paar nicht ernstgemeinte Tipps, wie man Daten am besten verliert. Weitere Informationen zu den umfassenden Dienstleistungen für modernes Magnetband-Management und Tape Backup Services finden Sie auf der Kroll Ontrack Webseite unter: http://www.krollontrack.de/information-management/backup-konsolidierung

Christian Prella, Key Account Manager Tape Services Kroll Ontrack