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Und nun auch noch ein Schießgewehr…

Hacker

Das Hacken geht weiter. Nach den Cybereinbrüchen bei Sony Pictures Entertainment und dem Weißen Haus, bei Fluglinien und auch Produzenten von Spionagesoftware wurde bekannt, dass via Internet zwei Hacker einen Jeep Cherokee in voller Fahrt übernommen haben – eine Rückrufaktion für 1,4 Millionen Fahrzeuge war die Folge.

Aber damit ist es noch lange nicht genug. Einem Hackerehepaar, das sich ein knappes Jahr lang mit dem High-Tech-Scharfschützengewehr TP 750 der amerikanischen Firma TrackingPoint befasst hat, gelang es nun, eine Sicherheitslücke auszumachen. Das (Jagd-)Gewehr, das eine Zielelektronik ähnlich der von Kampfjets eingebaut hat, kann via Laser das Ziel markieren und dem Schützen so helfen, einen Blattschuss anzubringen. Jason Schauble (der Erfinder der Hightech-Waffe): “Mit diesem Gewehr wird jeder zum Scharfschützen.”

Der integrierte Computer (auf Linux-Basis) rechnet die Windstärke, die Entfernung (bis 1100 Meter) und das Gewicht der Munition in die elektronische Zieloptik ein, sodass der Schütze nur noch Laserpoint und Fadenkreuz in Übereinstimmung bringen muss – fertig zum Meisterschuss. Wer möchte kann das ganze Geschehen auch auf Video festhalten und zum Beispiel auf einen Laptop überspielen – per WLAN. Und hier liegt das Problem: Alles, was WLAN benutzt, kann auch gehackt werden…

Sobald das Passwort geknackt ist (für versierte Hacker eine Kleinigkeit) kann sich der Einbrecher auf Root-Ebene in das Linux-System einklinken und auf fast alle Funktionen der Waffe zugreifen. Ein Glück, dass das Ehepaar im Auftrag der Waffenfirma unterwegs war. Nun könnte die Lücke gestopft werden – wenn die Firma nicht letztes Jahr einen Großteil ihrer Mitarbeiter wegen Geldmangel entlassen hätte.

Noch etwas zur Beruhigung: Einen Schuss konnten die Hacker nicht auslösen, dazu braucht man immer noch einen echten Finger, der den Abzug betätigt.

Bildquelle: Kroll Ontrack