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Unvollständige Datenlöschung bei Android-Smartphones

Datenlöschung bei Android-Smartphones

Neues Smartphone gekauft, altes abgestoßen, davor in den Zustand bei Auslieferung zurückgesetzt. Gut so. Eigentlich. Aber es kann sein, dass persönliche Daten auf dem Speicher des Gerätes zurückbleiben, wie Forscher der Universität Cambridge herausfanden.

Die Wissenschaftler untersuchten gebraucht gekaufte Smartphones von fünf Herstellern, ausgerüstet mit Android-Betriebssystemen der Versionen 2.3.x bis 4.3. Die Geräte waren vorher in den Auslieferungszustand zurückversetzt worden. Das Ergebnis: Auf 21 Smartphones fanden sie Datenreste: SMS, Unterhaltungen über Messenger-Apps und Daten, die sie in die Lage versetzten, sich auf die Google- und Facebook-Konten der Vorbesitzer einzuloggen. Der Grund für das Verbleiben der Daten auf den Geräten liegt wohl an falsch implementierten Funktionen zur Datenlöschung und fehlenden Treibern.

Wer privat sein Smartphone verkauft muss also damit rechnen, dass unter Umständen der Käufer Zugriff auf Privates bekommt. Man sollte sich daher besser an professionelle Ankäufer richten, da diese im Normalfall die Daten „richtig“ löschen. So arbeiten beispielsweise Wirkaufens.de, Flip4new und die deutsche Telekom (beziehungsweise deren Partner Teqcycle) mit von Dekra oder TÜV zertifizierten Löschverfahren. Häufig wird die Lösung von Blancco, dem weltweit führenden Anbieter auf dem Gebiet der Datenlöschung, eingesetzt.

Aber nicht nur der eigene Speicher, auch im Smartphone eingelegte SD-Karten werden durch einen Werksreset nicht vollständig gelöscht. Daher sollten Handys besser ohne Speicher- und SIM-Karten verkauft werden. Und trotz aller Mängel: ein Factory Reset ist Pflicht.

Wer ganz sicher gehen will wendet sich allerdings besser an einen Verkäufer, der zertifizierte Datenlöschung anbietet.

Link zur Studie (engl.): https://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/Papers/fr_most15.pdf

Bildquelle: mamella / pixabay