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Update auf Windows 10: Die Neuerungen, die Risiken und die Grenzen des Betriebssystems

Update auf Windows 10

Microsoft hat sein neues Windows 10 Betriebssystem am 29. Juli 2015 ausgeliefert. Zum ersten Mal in der Geschichte von Windows – also seit dem Jahr 1985 – können PCs mit Windows 7, 8 und 8.1 ein Update von Windows 10 sogar kostenlos bekommen. Aber lohnt es sich eigentlich?

Der Grund für eine neue Windows-Version ist normalerweise die besten Eigenschaften der alten Version beizubehalten und mit neuen Innovationen anzureichern. Das ist im Wesentlichen für das Marketing. Auf einer pragmatischeren Ebene muss eine neue Version auch alle neuen Standards und Geräte-Schnittstellen, die seit der Vorstellung der Vorgängerversion hinzugekommen sind, unterstützen. Man kann sich da beispielsweise an Windows XP erinnern, das sich mit seinen Service-Packs von 1 bis hin zu 3 immer weiterentwickelte, bis Microsoft schließlich im April 2014, also 12 Jahre nach dem Launch, die Unterstützung für das OS einstellte.

Windows 10: Ist es das wert?

Bei Windows 10 rechtfertigt der Nutzen die Kosten: Hier gibt es die Qualität von Windows 7 in Kombination mit den Innovationen von Windows 8.1. Und das mit einem vernünftigen Kompromiss bezüglich der kontroversen Benutzerschnittstelle, die noch Windows 8 hatte. Alles begleitet von einer Konsolidierung der nativ unterstützten Technologien (USB 3.0 und anderen) und bietet mit DirectX 12 eine grafische Interface-Unterstützung, die weiterentwickelt wurde und jetzt PC, Xbox und Smartphones gleichermaßen unterstützt. Einbezogen wurde auch ein Benutzeroberflächen-Modus, der Tablet, Smartphones/“Phablets“ und PCs unterstützt. Außerdem ändert sich mit Windows 10 beim Einsatz auf Laptops und Ultraportables, die sich auch als Tablet nutzen lassen, die normale Windows-Benutzeroberfläche (GUI) des Touchscreens in wenigen Sekunden in den Tablet-Modus.

Windows 10: Welche Risiken gibt es?

Es gibt mehrere Risiken beim Update. Ein Fall der eintreten kann ist, dass Windows 10 den Original-Betriebssystemmodus nicht finden kann, sobald das Update fertig ist: schlimmstenfalls, um genau zu sein, besteht dann die Möglichkeit, dass das Betriebssystem auf die vorhergehende Windows-Version für einen Monat „zurückschaltet“.

Große Markenanbieter wie HP, Toshiba und andere warnen vor dieser Operation, weil Grafiktreiber oder andere Funktionen nicht alle unterstützt werden. Allerdings haben alle diese Firmen ihre Betriebssysteme bei Microsoft bestellt, um später das Update ausführen zu lassen. Wer ist also verantwortlich bei auftretenden Problemen? Das Betriebssystem ist kostenlos, die meisten Computer werden nicht mehr durch eine Garantie abgedeckt, also ist es in diesem Fall der Nutzer der das Risiko akzeptiert, dass etwas schief laufen und zu Problemen kommen kann, wenn er sich zu einem Update entschließt. Der Windows-Reparaturservice kostet dabei in der Regel weniger als wenn man den üblichen Preis für ein Upgrade gezahlt hätte… Für ein großes Unternehmen, das mit Hunderten identischen Geräten ausgestattet ist, müssen die Verantwortlichen nur ein einziges Gerät testen, um herauszufinden, was passieren kann. In der Tat funktioniert das Betriebssystem in der Praxis ziemlich gut und ist kompatibel mit den meisten Grafikkarten aufgrund der allgegenwärtigen Grafikchips von Intel, nVidia und AMD/ATI, die bereits bei Windows 7 und älteren OS eingesetzt wurden. Tatsächlich haben die Microsoft-Entwickler bei den Treibern ihre Sache recht gut gemacht, sie funktionieren ordentlich und zudem gibt es bereits spezielle Treiber für Windows 10, die von den Grafikchip-Herstellern entwickelt wurden. Für die normalen Keyboards, Mäuse und andere Peripherie-Geräte sollte man sich keine Gedanken machen, sie werden ebenso abgedeckt wie auch die vorherigen Versionen. Auch in Windows 10 findet man die gleichen Werkzeuge wie die Kommandozeile, die Systemsteuerung und den Gerätemanager, selbst wenn man sie unter Umständen jetzt länger suchen oder ansteuern muss.

Windows 10: Welche Grenzen hat das Betriebssystem?

Auf rein funktionaler Ebene arbeitet Windows 10 auf die gleiche Weise wie seine Vorgänger Windows 7 oder Windows 8. Um den Anwendern neue Anregungen zu geben, endschied Microsoft die neue 10er Version zu entwickeln. Windows 10 wurde in Bezug auf Leistung optimiert und das in einer deutlich kürzeren Entwicklungszeit. Für die Nutzer bedeutet das als erstes, dass die „upgegradeten“ Rechner eher eine Verjüngungskur machen, als wie bisher eine Rückkehr auf die „prähistorische“ eigene Computergeschichte: Das bedeutet, dass die Begrenzung bei diesem Betriebssystem nicht in einem Hardware-Update liegt. Zweiter Punkt der tatsächlich beobachteten Grenzen des OS liegen in einigen Änderungen bei der Verwaltung der Weiterentwicklungen der Home oder Professional Editions. Bei der Home Edition kann man nur eine Aktualisierung von der Home Edition 7 oder Home Edition 8 auf die Version 10 durchführen. Das gleiche gilt bei den Professional Editions oder anderen Versionen: Auch hier können diese nur aus der gleichen Produktfamilie nach oben hin upgedatet werden. Wenn man seine Version ändern möchte, muss man dafür bezahlen. Eine weitere Hürde besteht zusätzlich bei den Home Editions darin, dass das Update ein eigenes Konto verlangt. Das bedeutet, dass die Home Versionen an eine E-Mail-Adresse gekoppelt sind. Das ist bei einer Professional Edition nicht der Fall, hier ist die Software an eine „Domain“ gekoppelt: Es gibt dabei die Möglichkeit ein Konto einer Microsoft Netwerk Domain anzugeben, bzw. eine typische Windows NT Domain.

Insgesamt kann ein Update auf Windows 10 eine recht erfolgsversprechende Angelegenheit sein, wenn man mal von der Verpflichtung bei der Home Edition eine E-Mail-Adresse anzugeben, absieht. Diese kann ja unter Umständen sinnvoll sein, wenn man sich überlegt, dass vielleicht Kinder und Jugendliche nicht einfach Zugang auf alle von Microsoft versprochenen Online-Services haben sollten und die E-Mail-Abfrage so gesehen einen Jugendschutz darstellen kann.

Bildquelle: Kroll Ontrack France