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Vernetzte Autos – revolutionär aber riskant

Von den perfekten Beifahrern wie Apple CarPlay und Android Auto über Einparkhilfen, Medien-Streaming und Verkehrshinweise – die Technologie im Automobil entwickelt sich stetig weiter und macht das Auto immer mehr zum „Computer auf Rädern“. Jedoch bringen diese spannenden Features auch die Notwendigkeit, sich vor Cyber-Sicherheitsrisiken zu schützen. Das gefahrlose Integrieren von Autos in das Internet der Dinge wird sich als schwierig erweisen. Fahrzeuge werden zukünftig ein noch größeres und attraktiveres Ziel für Cyberkriminalität sein. Aber: wie bekommen Kriminelle überhaupt Zugang zu den Autos?

Wie sich Kriminelle in Autos „reinhacken“

Kriminelle können Autos ganz einfach ausspionieren, indem sie sich in deren Nähe bewegen und sich über das Bluetooth Netzwerk verbinden. Das ist problematisch, da die moderne Elektronik sogar den Motor, das Getriebe, das Fahrwerk (inklusive Bremsen), die Sicherheitssysteme (Airbags), Diagnostik, Navigation, Klimaanlage sowie die Kommunikations- und Unterhaltungselektronik kontrolliert.

Ein gehackter Jeep

Im Jahr 2015 führte Charlie Miller, ein Sicherheitsforscher bei Twitter und Chris Valasek, Direktor der Fahrzeugsicherheitsforschung bei IOActive, einen Sicherheits-Test durch, indem sie sich Remote-Zugang zu einem Jeep Cherokee verschafften, der von Andy Greenberg, dem Autor des Technologiemagazins, Wired, gefahren wurde. Greenberg war mit ca. 70 mph in der Nähe der Innenstadt von St. Louis unterwegs, als der Testhack stattfand. Aus den Lüftungsschlitzen des Fahrzeugs strömte plötzlich eiskalte Luft, das Radio wechselte zu einem lokalen Hip-Hop-Sender und die Scheibenwischer schalteten sich ein. All dies wurde durch Miller und Valasek verursacht. Der Test zeigte, wie einfach es für Hacker ist, Zugang zu erhalten und ein fahrendes Fahrzeug zu manipulieren.cle

Wie man ein Auto schützen kann

Autohersteller wie Tesla und BMW haben Programme entwickelt, die Software laufend aktualisieren – ähnlich wie Personal Computerhersteller arbeiten – um einen Vorsprung vor Hackern zu haben. Tesla und General Motors setzen eigene Cyber Security Offiziere für die Sicherung der Systeme ein. Immer mehr Unternehmen investieren vermehrt in Sicherheits-Tests. Doch trotz der Bemühungen, vernetzte Autos zu schützen, werden sie vermutlich nie ganz sicher vor dem Hacken sein. So, wie sich die Technik und Sicherheitsvorkehrungen der mit dem der Internet der Dinge (IoT) vernetzten Geräte verbessert, so optimieren auch die Hacker ihre Tricks.

Was man tun kann, um sich zu schützen

Das Portal “Consumer Reports” rät Fahrern folgende Tipps zu berücksichtigen, um ihr Fahrzeug vor Hackern zu schützen:

  • Schließen Sie keine unbekannten oder nicht abgeschirmten Geräte an den USB- oder OBD-II-Diagnoseanschluss Ihres Fahrzeugs an. Dies beinhaltet auch USB-Sticks, die zum Speichern von Musik verwendet werden. Diese Medien könnten Malware übertragen.
  • Wählen Sie einen vertrauensvollen Automechaniker. Die Diagnose-Verbindung Ihres Fahrzeugs ist eine potentielle Gefahrenstelle, das heißt Malware könnte hier installiert werden und einem Remote Hack Tür und Tor öffnen.
  • Wenn Sie feststellen, dass Ihr Auto kompromittiert wurde, wenden Sie sich umgehend an Ihren Händler.

Bildquelle: pexels.com / Lizenz: CC0