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Virtualisierte Magnetband-Bibliotheken – der Königsweg der Business Continuity? (Teil 1)

Magnetband

Virtualisierung wird immer beliebter, da sie verschiedene Möglichkeiten anbietet wie unsere Daten gespeichert werden können. Zusätzlich bietet sie die Möglichkeit sicherzustellen, dass geschäftskritische Systeme im Falle eines Notfalls online bleiben.

Einige Leute haben sogar Virtualisierung als die nächste Stufe der Computerisierung gefeiert. Aber wissen Sie, was Computer-Virtualisierung ist und wie Sie oder Ihre Kunden davon profitieren können? Aber lassen Sie uns einen Schritt zurückgehen und zunächst mal anschauen, was Virtualisierung ist und wie es funktioniert.

Das 1×1 der Virtualisierung

Virtualisierung ist eine Methode, mit der man Software oder Hardware unter einem Host-System laufen lassen kann. Das virtuelle System und das Host-System teilen sich dabei die gleiche Hardware. Virtualisierung ermöglicht es mehreren Systeme sich einen physikalisch vorhandenen Computer zu teilen. Beispielsweise könnte ein Unternehmen in ein Computersystem mit hoher Rechenleistung und maximalem Speicher investieren und dann, indem Virtualisierung eingesetzt wird, ein Administrator darauf drei oder vier Betriebssysteme gleichzeitig laufen lassen kann (in Abhängigkeit von der Verarbeitungsleistung und der Betriebssystemanforderungen). Die Vorteile der Kosteneinsparungen bei der Hardware allein rechtfertigen Ihre Aufmerksamkeit – oder die Ihrer Kunden – auf diese spannende Technologie zu lenken. (Um mehr über Speichermöglichkeiten für Ihr Unternehmen zu erfahren, lesen Sie auch kommende Woche unseren Artikel über Cloud-basierte Virtualisierungs-Dienstleistungen).

Die Virtualisierung endet nicht bei den Betriebssystemen; Sie können auch virtualisierte Applikationen und SAN Speicherpools einsetzen. In Einklang mit diesen Virtualisierungskonzepten, ist das Präsentieren von Speicherkomponenten, wie Festplatten als Magnetband-Hardware, als Virtual Tape Library (VTL) bekannt.

Wie funktioniert ein VTL?

Die VTL-Technologie bietet einen hohen Prozentsatz an Return on Investment, ermöglicht eine einfache Installation in einer bereits existierenden Umgebung und bietet schnellere Datenwiederherstellungen. Zusätzlich bedeutet VTL dabei das Ende der Investments die bereits in physikalisch vorhandene Tape-Laufwerke oder Bibliotheken geflossen sind. Dabei kann die Architektur des Backupsystems immer noch Daten auf ein physikalisch vorhandenes Magnetband für eine externe Speicherung und anschließende Lagerung streamen.

Auf den Punkt gebracht, nutzt eine VTL Hard- und Softwarelösungen um die Backupdaten von einer normalen Tape-Bibliothek in ein großes RAID-Array umzuleiten. Die Backup-Software ist in der Lage das zu tun (mit Hilfe von Hardware und Software), indem es das RAID-Array als Bandlaufwerk erkennt. Herkömmliche Backup-Optionen, wie z.B. Voll-, Differential-, Inkrementell- und Snapshot-Schemata funktionieren genauso in einer VTL. Im Wesentlichen steht der Backup-Prozess, der vor der VTL-Implementierung vorhanden war, auch nach der Migration zu einem VTL-Setup zur Verfügung.

Speicherkonzepte einer virtuellen Bandbibliothek

Die Speicherkonzepte von VTL drehen sich darum, Backup-Daten auf eine RAID 0 oder RAID 5 Konfiguration zu streamen. Es gibt mehrere Vorteile Daten zunächst auf ein Festplatten-Array zu streamen – dabei ist die Geschwindigkeit der größte Vorteil. Das liegt daran, dass die Datenübertragung auf das Magnetbandmedium wegfällt. Zusätzlich ist der Abruf archivierter Daten viel schneller, weil es keinen Flaschenhals durch Zurück- oder Vorspuloperationen gibt oder durch das Katalogisieren von Tapearchiven oder Sitzungen.

Der Storageplatz für ein VTL System kann bei einem halben Terabyte starten und bis zu hunderten Terabyte reichen, abhängig von Ihren Ansprüchen. Storages können Hochleistungs-Fibre-Channel oder iSCSI-Systeme sein. Alternativ stehen auch SATA (Serial ATA) und PATA (Parallel ATA) zur Verfügung und sind in der Regel niedriger in den Kosten. Alle diese Speichersysteme sind eine gute Wahl für VTL-Implementierungen.

VTL Software und Hardware unterstützen dabei auch mehrere virtuelle Bandbibliotheken gleichzeitig. Historisch gesehen war es so, dass in Umgebungen, die eine traditionelle physikalisch-vorhandene Tapemaschine einsetzten, sich viele Daten genau auf diesem einen Gerät bewegten.

Um dieses „Datenbewegungsproblem“ zu beheben, fügten IT-Administratoren mehrere Bandmaschinen zusammen – große Tape Libraries, die viele Bandmaschinen einsetzen – um die Arbeitsbelastung zu verteilen und die Datenübertragung auszugleichen. Dabei bieten VTL Umsetzungen die gleiche Vielzahl an Backups, die auf einmal ausgeführt werden können, was bedeutet, dass Sie den Archivierungsprozess über eine größere Anzahl von Datenbereichen verteilen können. Trotz der Virtualisierung werden die Daten aber immer noch physisch auf dem RAID Array gespeichert.

Für IT-Umgebungen, die spezifische Richtlinien in Bezug auf die externe (Off Site) Datenspeicherung haben, unterstützen jetzt fast alle VTL Systeme physikalisch vorhandene Tapebibliotheken die an das VTL angeschlossen sind und einen gleichmäßigen Durchsatz von archivierten Daten ermöglicht, die nochmals auf ein richtiges Band archiviert werden – ein Backup eines Backups sozusagen. Dies hilft doppelt sicherzustellen, dass Nutzerdaten geschützt werden. Das Sekundärarchiv wird auf einen Zeitraum eingestellt, wo Magnetbänder gespeichert oder recycelt werden können.

Einige Organisationen haben eine VTL Installation in einem WAN (Wide Area Network) Maßstab umgesetzt. In der Theorie ermöglicht das dem Unternehmen, einen 80 Kilometer entfernten Disaster-Recovery-Standort zu unterhalten. Durch die Verwendung von zeitbasierten Snapshots in Verbindung mit einem solchen VTL Aufbau wird die Datenwiederherstellung während eines Ausfalls erheblich kürzer.

Eine große Anzahl von Tape-Backup-Anwendungen unterstützen bereits irgendeine Art Tapevirtualisierung. Wenn Sie spezielle Anforderungen in dieser Hinsicht haben, sollten Sie Ihre Software-Anbieter kontaktieren. Und wie funktioniert das ganze System eigentlich?

Diese Frage beantworten wir im zweiten Teil dieses Artikels und erklären zudem, wie eine Datenrettung eines solchen Systems aussieht.

Bildnachweis: Kroll Ontrack Böblingen