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Wahl des richtigen Hypervisors: 5 Punkte, die man beachten sollte…

Unter Virtualisierung versteht man – einfach ausgedrückt – die Verwendung von Software, um dem Nutzer eine vollständige funktionale Simulation einer Hardware-Umgebung zur Verfügung zu stellen. Dabei können Daten gespeichert und Programme ausgeführt werden. Zudem kann der Speicher so genutzt werden, als wenn die virtuelle Maschine ein physikalisch vorhandener Computer wäre. Heutzutage ist die Virtualisierung ein akzeptierter und selbstverständlicher Bestandteil der Unternehmens-IT.

Um die Vorteile der Virtualisierung etwas detaillierter zu verstehen, muss man sich einfach vorstellen, dass die in Ihrer Firma vorhandenen Server nur mit einer Auslastung von rund 15 Prozent laufen. Virtualisierung erlaubt es dagegen, diese Hardware-Infrastruktur zu konsolidieren, ohne dabei Leistungseinbußen zu riskieren. Darüber hinaus spart der Einsatz der Technologie Zeit und Geld, die normalerweise bei einer Erweiterung der Hardware-Umgebung nötig würden.

Doch bevor Sie virtualisieren können, muss zunächst ein passender Hypervisor ausgewählt werden. Einfach ausgedrückt ist ein Hypervisor das System, das die virtuellen Maschinen (VMs) sowohl erstellt als auch ausführt. Es ist dafür verantwortlich, dass die VMs laufen wie auf echten Rechnern. Dazu sollen Hypervisoren einfach zu verwalten und betreiben sein sowie ein akzeptables Maß an Stabilität für den Einsatz im geschäftlichen Einsatz bieten.

In den frühen Tagen der Virtualisierung galt VMware als der unbestrittene Platzhirsch unter den Hypervisoren. Heutzutage gibt es jedoch eine ganze Reihe von Alternativen auf dem Markt – insbesondere Microsoft Hyper-V, Citrix XenServer und Oracle VM – die wohl jetzt als genauso kompetent und zuverlässig gelten können wie VMware. Das bedeutet, wenn Sie beabsichtigen, Ihr Unternehmen in die virtuelle Welt zu führen, gibt es zahlreiche Angebote, die es individuell zu prüfen gilt.

Wie wählt man den richtigen Hypervisor aus? Sollte man sich für ein kostenpflichtiges Produkt nach Industriestandard entscheiden oder ist eine Open-Source-Lösung das Richtige? Muss man sich zudem über die zunehmende Ausrichtung der Lösungen zum Massenmarkt Gedanken machen?

Hier sind die fünf wichtigsten Punkte, die man beachten sollte bevor man eine virtuelle Umgebung einrichtet:

Typ 1 oder Typ 2 Hypervisoren

Das erste, was Sie über Hypervisoren wissen müssen ist, dass es sie in zwei verschiedenen Ausformungen gibt, so wie sie ursprünglich von den Informatikern Gerald J. Popek und Robert P. Goldberg in den Designvorschriften für virtualisierbare Architekturen der dritten Generation definiert worden sind:

  • Typ 1, oder ein sogenannter „Bare-Metal“ Hypervisor. Wie der Name andeutet, laufen diese direkt auf der Hardware. Es gibt kein Betriebssystem, das als Vermittlungs-Ebene dient, so dass dieser Hypervisor die schnellste Performance bietet.
  • Typ 2, oder ein gehosteter Hypervisor. Im Gegensatz zur Bare-Metal Ausführung, arbeiten sie wie normale Computerprogramme auf einem üblichen Betriebssystem wie z.B. Windows oder Linux.

Typ-1-Hypervisoren bieten dabei eine deutlich bessere Leistung als diejenigen des Typs 2, weil es eben keine Mittelschicht gibt. Ein Typ-1-Hypervisor ist die logische Wahl für unternehmenskritische Anwendungen und Arbeitslasten. Aber das bedeutet nicht, dass hosted Hypervisoren keine Daseinsberechtigung haben. Im Gegenteil: Sie sind viel einfacher zu installieren und eine gute Wahl sind, wenn es darum geht z.B. eine Testumgebung schnell implementieren zu können.

Die Kosten eines Hypervisors

Für viele Käufer ist der schwierigste Teil die Auswahl eines Hypervisors, der die passende Balance zwischen Kosten und Funktionalität bietet. Während einige Einstiegslösungen kostenlos oder fast kostenlos sind, können die Preise auf der gegenüberliegenden Seite des Marktes immens hoch sein. Lizenzbedingungen können dramatisch variieren, so ist es sehr wichtig zu wissen, was man genau für sein Geld bekommt.

Gerade an dieser Stelle ist es wert, darüber nachzudenken, ob man auf einen Hypervisor allein setzten sollte oder auf mehrere. Unterschiedliche Hypervisoren bieten verschiedene Arten von Management-Tools und erweiterten Funktionen, so dass es schwierig sein kann den Überblick zu behalten, wenn Sie Dutzende von Lösungen gleichzeitig laufen haben. Allerdings könnte es gleichzeitig auch nicht besonders sinnvoll sein einen Premium-Hypervisor für nicht-kritische Anwendungen zu verwenden. Überlegen Sie sich eine abgestufte Vorgehensweise die sowohl den Preis als auch die erwartete Arbeitsbelastung entspricht.

Wie die Lösung performt

Wie bereits angedeutet, gibt es in einigen Kreisen die Überzeugung, dass jetzt, wo die Technologie immer ausgereifter ist, Virtualisierung zu Massenware wird. Trotzdem darf man als Kunde nicht ignorieren, dass ein Hypervisor eine sehr komplexe Softwarelösung ist und dass die Hardware-Leistung, die Speicherverwaltung und die Stabilität sich in der Tat von einer Lösung zur anderen stark unterscheiden. Deshalb muss man abwägen was einem wichtiger ist: hohe Verfügbarkeit, zum Beispiel, oder die Fähigkeit “jeden letzten Tropfen aus dem physischen CPU und RAM zu quetschen“?

Beachten Sie bei der Auswahl des Hypervisors auch, dass die Wiederherstellung verlorener Daten von virtuellen Umgebungen Sie und Datenretter vor eine Reihe von einzigartigen Problemen und Herausforderungen stellt. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihre Wahl Ihnen nicht die Chancen auf die erfolgreiche Rettung und Wiederherstellung geschäftskritischer Dateien und Ordner im Fall eines Datenverlusts verstellt.

Die Verfügbarkeit von Management-Tools

Zur Wahl eines Hypervisor gehört auch die Entscheidung, wieviel persönlichen Einfluss Sie auf die Verwaltung Ihrer virtuellen Maschinen haben möchten. Einige Lösungen bieten dabei bessere Management-Tools und Dienstprogramme als andere, sowohl in Bezug auf Out-of-the-Box-Software als auch auf optionale Add-Ons von Drittentwicklern. Der am meisten ausgereifteste Hypervisor auf dem Markt, VMware, bietet dabei die meisten Management-Tools für seine Lösung. Die anderen Anbieter holen auf, aber längst noch nicht in dieser Fülle.

Das Ecosystem

Schließlich sollte man sich bei der Entscheidung auch mit dem Ecosystem rund um den Hypervisor beschäftigen, d.h. mit der Verfügbarkeit von Dokumentation, Support, Training, vorhandenen Drittanbietern, Entwicklern oder Consultants etc., um festzustellen, ob eine Lösung auf Dauer kostengünstiger ist oder eben doch nicht.

Stellen Sie sich beispielsweise zwei gleichrangige Hypervisoren vor: Einer der beiden verspricht eine schrittweise bessere Leistung und Management-Tools als der andere, bietet aber nur einen Bruchteil von dessen Dokumentation und Support-Infrastruktur. In diesem Fall ist es fast immer besser, sich für den Hypervisor mit der gesünderen User-Community zu entscheiden, weil man so leichter und mit viel weniger Zeit- und Kostenaufwand Schwierigkeiten löst.

Photo source: iStock