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Warum gehen Daten wirklich verloren?

Datenrettung

Warum gehen Daten wirklich verloren?

Der Kroll Ontrack Datenverlust-Index ist fast schon eine Tradition bei Kroll Ontrack und so freuen wir uns, die neuesten Ergebnisse unsere gesammelten Antworten unserer Umfrageteilnehmer zu präsentieren: Der Index zeigt dieses Mal erneut, dass ein „Nicht erkannt“(es) Medium die Hauptursache von Datenverlust bei den Umfrageteilnehmern darstellt. Der  Anteil an allen Fällen betrug hier 29%.

Diesmal möchten wir aber etwas tiefer in die Ergebnisse einsteigen und einige verblüffende Ergebnisse vorstellen. Einige dieser Ergebnisse kann man schon nachvollziehen, aber andere sind schon etwas überraschend…

Nicht erkanntes Medium…

Ein „Nicht erkanntes Medium“ ist nach wie vor die Hauptursache für einen Datenverlust, aber dazu gibt es mehr zu sagen, als man auf den ersten Blick vermutet. In der Datenverlust-Begrifflichkeit ist „unerkannt“ ein Überbegriff, der eine Vielzahl von Möglichkeiten umfasst: Elektronische Ausfälle, Probleme mit dem Betriebssystem, Daten löschen, mechanische Ausfälle oder sogar Datenkorrumpierung.

Da wir nun wissen dass es sich um einen Überbegriff handelt, wird klar, dass „nicht erkannt“ ein sehr generischer Indikator dafür ist, dass man eine weitere Untersuchung benötigt und viel Know-how benötigt wird, um den Grund genau zu diagnostizieren.

 Fallen lassen…

Obwohl wir keinen erkennbaren Rückgang der Zahl der Datenverlustfälle vermelden können, scheint die Schwerkraft einen direkten Einfluss auf unsere externen Speichermedien zu haben. Da die Menschen immer mobiler werden, sind es auch ihre Geräte.

Wegen ihrer sehr mobilen Bauweise sind sie ständig den Härten des Lebens ausgesetzt, mehr als andere Arten von Speichergeräten. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass „fallengelassene Geräte“ zu den Top 3 Gründen für Datenverlust bei externen Speichergeräten zählt.

Schauer…

Wie wir alle wissen, sind elektronische Geräte und Wasser eine gefährliche Kombination. Vielleicht wird es Sie verwundern, aber keine andere Geräteart kam auf eine ähnliche Zahl an Datenverlustfällen wegen Wasserschäden wie mobile Geräte.

Wasserschäden sind nicht unbedingt das Erste was einem einfällt, wenn man über Datenverlust nachdenkt, aber es war der am häufigsten genannte Grund für Ausfälle im DLI im letzten Quartal mit einem Anteil von insgesamt 18% an allen Fällen bei mobilen Geräten.

Denken Sie mal drüber nach: Jetzt wo der Sommer vorbei ist, wie viele Mobilgeräte hatten ein unerwartetes Taucherlebnis im Swimming Pool, im offenen Meer oder der Toilette?

Geräusche….

Von den mobilsten bis hin zu den immobilsten Geräten – der DLI warf auch einen Blick auf Probleme mit Servern. Bei der Analyse zeigte sich, dass hier „ungewöhnliche Geräusche“ an zweiter Stelle der Gründe für Datenverlust genannt wurde. (Nicht feststellbar war der am meisten genannte Grund dieser Kategorie).

Ungewöhnliche Geräusche sind eigentlich ein Symptom dafür, dass mechanische Schäden aufgetreten sind, was eigentlich verwundert, weil Server ja eben nicht für mobiles Arbeiten ausgelegt sind und deshalb auch nicht geschüttelt, geschlagen, getreten oder ähnliches werden sollten, was eben diese mechanischen Schäden verursachen kann.

Egal welche Art von Datenverlust aufgetreten ist, es ist wichtig, dass die Server von Spezialisten analysiert werden, um die kritischen Daten zu bewahren.

Menschliche Fehler…

Wir geben es nicht oft zu, aber manchmal muss man als Mensch die Verantwortung übernehmen, wenn etwas mit dem Computer schief geht und auch ein Datenverlust ist dabei keine Ausnahme.

Deshalb wurde diese Fehlerquelle in der DLI aufgenommen und unter „Gelöschte Dateien“ subsumiert. Was dabei interessant ist, ist, dass es sehr viel wahrscheinlicher ist, Dateien von einem Flash-Speicher (USB etc.) zu löschen, als von jedem anderen Speicher. 14% der Datenverlustvorfälle, die bei einem Flash vorgekommen sind, wurden gelöschten Dateien zugeordnet, dreimal häufiger als bei jedem anderen Speichergerät! Ist man vielleicht eher geneigt Dateien von Flash-Speichern zu löschen, weil normalerweise die darauf gesicherten Dateien auch auf einem Computer gesichert sind?

Betriebssystem…

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Auswertung ist, dass Laptop Computer Probleme mit dem Betriebssystem viel öfter als andere Geräte aufweisen. Obwohl der Datenverlust-Index keine Informationen darüber gibt, warum das passiert, kann man doch fabelhaft spekulieren, warum 15 % aller Laptop-Datenverluste wegen des OS geschehen.

Mechanische Schäden…

Laut der Ergebnisse des Datenverlust-Index scheint es so zu sein, dass Backup-Tapes genauso oft von menschlichen Fehlern betroffen sind wie von mechanischen Fehlern. Beide Arten haben einen Anteil an Datenverlusten von 13 %.

Dabei ist die letztere der Ursachen sehr interessant, da man nur vermuten kann, wie Archivbänder beschädigt werden. Liegt es an den Lagerbedingungen? Oder kam es zu Schäden als diese auf der Reise vom Unternehmenssitz zum Lagerplatz waren? So viele Dinge können auf dem Weg schief gehen und man erkennt es oftmals erst dann, wenn man die Daten dann eines Tages dringend benötigt.

Was zu tun ist, wenn Sie Daten verloren haben:

  • Verfallen Sie nicht in Panik. Oft sind die Daten noch zu retten, selbst wenn Sie glauben dass sie für immer verloren sind.
  • Versuchen Sie gar nicht erst die Daten selbst zu retten. Datenrettungsversuche von nicht dazu qualifizierten Personen können in eine Situation münden, bei der Daten, die eigentlich rettbar gewesen wären, zu einem hoffnungslosen Unterfangen werden lassen.
  • Holen Sie sich sofort professionelle Hilfe. Die wahrscheinlichste Möglichkeit Ihre Daten wiederzubekommen, ist, wenn Sie sofort einen Data-Recovery-Experten zu Rate ziehen.