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Was passiert mit den Daten in sozialen Netzwerken?

Eine Milliarde, das ist laut einer Studie vom November 2012 die Anzahl an Menschen mit einem Facebook-Account. Damit ist Facebook zwar einer der ganz Großen im Datenverkehr, jedoch bei weitem nicht der Einzige. Dabei stellt sich die Frage: Was passiert eigentlich mit den Daten in sozialen Netzwerken?

Glauben wir wirklich, dass Daten in sozialen Netzwerken wie Abfall im Papierkorb entsorgt werden? Stellen wir uns wirklich vor, dass Daten zusammengepresst und aufgestapelt werden, um dann zu verrotten? Natürlich tun wir das nicht. Solange Daten nicht den Vertragsbedingungen Ihres Accounts entsprechend gelöscht wurden, bleiben alle Aktivitäten, einschließlich der Verbindungen zu anderen Accounts, aktiv. Wiederhergestellte Daten können fast immer unmittelbar an erster Stelle gefunden werden.

Was bedeutet das genau? Zunächst einmal, dass die Administratoren der Webseiten, auf denen Sie gechattet oder Inhalte gepostet haben, Zugriff zu Ihren Daten haben und diese auch benutzen können. Theoretisch können sie Ihre Daten im Rahmen der Vertragsbedingungen Ihres Accounts verwenden wie und zu was sie wollen.

Diese Informationsmassen könnten von Marketern benutzt werden, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die Sie gezielt ansprechen sollen.

Kann man beeinflussen, wie diese Daten verbreitet werden?

Ja, wenn die Bedingungen es zulassen, wie beispielsweise im Fall von Facebook, nicht aber, wenn die Daten von einem Dritten extrahiert und verarbeitet wurden. Nehmen wir doch einmal folgendes Beispiel: ein Foto, das in einem bestimmten Kontext lustig ist, aber außerhalb dieses Kontexts eine ganz andere Bedeutung bekommt. Ein Foto, das nur ein paar Stunden gepostet, aber in dieser Zeit ohne Ihr Wissen von einem Dritten kopiert und weiterverwendet wurde, und so jederzeit irgendwo wieder auftauchen kann.

Als die Entwickler von Web 2.0 es sich zum Ziel machten, Daten zur Verfügung zu stellen, um Nutzer einfacher durch Applikationen aller Art beeinflussen zu können, galt diese Initiative als revolutionär und erlaubte vielfältige Kreativität, die wir heute tagtäglich in sozialen Netzwerken sehen. Doch was wird mit Daten in sozialen Netzwerken im Web 3.0 passieren? Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass die Nutzer eine digitale Identität haben werden, die es ihnen erlaubt, die Information, die sie über Netzwerke verbreiten, zu kontrollieren.

Der Benutzer kann dann jederzeit beliebige Datenteile dauerhaft löschen oder abschalten, wo immer diese gespeichert sind. Das könnte auch funktionieren, wenn das Kopieren von Originalen nicht mehr möglich wäre und wenn jegliche im Internet veröffentlichte Information mit einer Art “Herkunftsstempel” versehen wäre. In der Theorie ist das schon möglich – die Realität ist das allerdings meist noch Zukunftsmusik.