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Web-Hoster müssen sich um Backups kümmern

Webhoster sind verpflichtet, Backups anzulegen, auch wenn Datensicherung nicht vertraglich geregelt ist. Das Landgericht Duisburg hat jetzt zugunsten einer Klägerin entschieden, deren Website durch einen Festplattenschaden verloren ging – der Hoster muss Schadensersatz leisten. Das Gericht erklärte, dass die Datensicherung eine Nebenpflicht für ein Hostingunternehmen darstelle, selbst wenn der Vertragspartner den Speicherplatz nicht selbst vorhalte, sondern nur weiterverkaufe, während das eigentliche Hosting von einem weiteren Dienstleister betrieben wird.

Eigenartig ist allerdings, dass der Klägerin nicht die gesamte geforderte Summe zugesprochen wurde, Abzüge gab es wegen des Alters der Webseite. Man darf gespannt sein, was das Berufungsverfahren ergibt, da eine Webseite ja keinerlei Verschleißerscheinungen unterliegt.

Einen Anspruch auf Nutzungsausfall wollte das Gericht ebenfalls nicht anerkennen, da es keine Mietangelegenheit sei, obwohl es sich nach Ansicht der Anwälte der Klägerin um ein „Wirtschaftsgut von zentraler Bedeutung“ handelt.

Dieses Urteil ist interessant, enthebt einen Websitebetreiber aber nicht der Selbstverantwortung für regelmäßige Backups. Denn die Website ist ja verloren und den Aufwand zur Wiederherstellung der Site muss die Klägerin selbst leisten.

Bildquelle: Thomas Ulrich/pixabay