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Welche Platte soll ich nehmen?

Fast jeder kennt sie aus dem Desktop-PC oder dem Laptop: die Festplatte, auf der das Betriebssystem und alle Daten gespeichert sind. Auffällig wird das Speichermedium nur dann, wenn es voll ist – oder gar Zicken macht und ausfällt. Kundige haben gerne noch eine weitere Platte im Rechner, um Betriebssystem, Programme und Daten voneinander zu trennen, was bei Ausfall einer Platte weniger Aufwand bei der Restaurierung ergibt. Und natürlich sollte noch eine externe Festplatte fürs Datenbackup vorhanden sein.

Wer sich heute ein Speicherlaufwerk zulegen will, sollte sich fragen, wie das Speicherlaufwerk genutzt werden wird. Denn es existieren verschiedene Arten von magnetischen Festplatten – und die neueren SSD.

SSD (Solid State Drive) sind Speichermedien, die einem USB-Stick ähneln. Bewegliche Teile wie bei klassischen Festplatten existieren nicht. SSD sind unempfindlicher bei Stürzen – und vor allem sind sie schneller. Sie sind bestens für Laptops, Tablets und Smartphones geeignet, aber auch für Desktop-PCs von Hochgeschwindigkeitsliebhabern interessant.

HDD (Hard Disk Drive) arbeiten mit Schreib- und Leseköpfen, die Daten auf rotierende Magnetscheiben speichern. Stöße mögen sie nicht, ein Sturz kann den Schreib-/Lesekopf auf die Platten schlagen lassen, was normalerweise einen gravierenden Defekt (Head-Crash) zur Folge hat. Eine solcherart verunfallte Festplatte ist ein Fall für die Datenretter, eigene Versuche, sie wiederherzustellen verschlimmern meistens die Situation. Allerdings sind HDDs sehr viel günstiger: ein Gigabyte kostet nur rund vier Cent, bei einer SSD etwa das Zehnfache. Wer große Datenmengen, die eher selten bearbeitet werden, zu verwalten hat, ist mit der HDD gut bedient.

Festplatten in Desktop-PCs sind normalerweise nur einige Stunden am Tag im Einsatz. Man findet zwei Leistungsklassen: schnelle Platten, die mit 7200 Umdrehungen pro Minute arbeiten und langsamere, die sich zwischen 5400 und 6000 Mal pro Minute drehen. Die schnelleren HDDs sind teurer, lauter und verbrauchen mehr Strom, sind aber für High-End-nutzer (zu denen auch die PC-Spieler gehören) zu empfehlen. Einem Normaluser reichen 5400er-Platten.

NAS-Festplatten (Network Attached Storage) sind externe Speicher, in denen eine oder mehrere Festplatten eingebaut sind, die durchgehend in Betrieb sind. Sie werden im Normalfall für Netzwerke benutzt, sind relativ einfach zu verwalten und daher auch für den Hausgebrauch nutzbar. Angeschlossene Geräte können auf gespeicherte Bilder, Filme oder andere Daten zugreifen. NAS-Festplatten für den Dauerbetrieb ausgelegt, etwas stabiler und daher auch etwas teurer als „normale“ Festplatten. sind.

Hybrid-Festplatten beinhalten sowohl SSD und HDD. Auf der SSD werden das Betriebssystem und wichtige Programme abgelegt, andere, seltener genutzte Daten auf dem Magnetspeicher.

Die größten Festplatten können derzeit acht Terabyte (TB), also etwa 8000 Gigabyte Daten speichern. Diese Speicherriesen sind allerdings nicht ganz billig. Den günstigsten Gigabyte-Preis bekommt man bei mittleren Plattengrößen wobei das Preisgefälle hier recht deutlich ist: HDDs mit acht TB kosten 700 bis 800 Euro, Platten mit sechs TB weniger als die Hälfte, drei TB kann man schon für weniger als 100 Euro bekommen.

Wer genau überlegt, wofür er ein Speichermedium benötigt, kann viel Geld sparen.

Bildquelle: Roman Soto/Flickr – Lizenz: CC2