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Wer ist der Eigentümer der Daten?

Internet der Dinge

Immer mehr Daten werden durch Geräte des IoT (Internet of Things) erzeugt: Neben Industrierobotern sind Autos, Wearables, Spielzeug, Heizungen, Kaffeemaschinen und viele weitere Geräte an der Datenflut beteiligt. Und immer mehr Firmen möchten sich an der Sammlung, Analyse und Auswertung dieser geballten Informationsfülle beteiligen.

Allgemein ist man der Ansicht, die eigenen Daten gehen niemanden etwas an, Fremde sollten besser ihre Finger davon lassen. Aber es ist so, dass die Eigentumsfrage von Daten rechtlich nicht geklärt ist. Wenn der Hersteller meines neuen PKW sich entschließt, Bewegungsdaten wie Längs- und Querbeschleunigung oder Fahrt und Stillstand einem externen Interessenten – etwa einer Versicherung – zur Verfügung zu stellen, dann ist das (noch) erlaubt. Der Fahrer des PKW hat keine Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen.

Bei der laufenden Datenschutzdiskussion geht es nicht um solche Informationen, dort geht es nur um den Schutz personenbezogener Daten. Was mein Auto über mich verrät fällt nicht in diese Kategorie.

Als Beispiel von möglicher Datennutzung mag Google Maps dienen. Dort kann man mit einem Klick die momentane Verkehrslage erkennen – freie Fahrt oder Stau. Möglich wird dies durch die Bewegungsdaten von zig-Tausenden von Android-Geräten, die sich in fahrenden oder stauenden Fahrzeugen befinden. Keiner der Smartphone- oder Tablet-Besitzer wurde aber je gefragt, ob seine Daten für diesen Dienst genutzt werden dürfen.

Unser Rechtssystem kennt den Begriff des Eigentums an Sachen oder den Begriff des geistigen Eigentums. Dinge kann ich besitzen, auch Gemälde oder Gedichte, die aus meiner Hand stammen, gehören mir. Aber als Besitzer eines smarten Hauses gehören die dabei entstehenden Daten niemandem respektive allen. Was bedeutet, jeder, der Zugriff auf diese Daten hat, kann sie auch verwenden.

So ist es verständlich, dass EU-Kommissar Günther Oettinger über die Einführung eines Schutzrechts für Daten nachdenkt. Ähnlich dem Urheberrecht für Fotos oder geschriebenen Text sollen zukünftig auch Daten unter Schutz gestellt werden.

Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Bildquelle: geralt / pixabay