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Wie kann ein Smartphone-Nutzer sich nach einem Datenverlust selbst helfen?

Kaum ein Smartphone- oder Handynutzer hat es nicht schon erlebt: Kurz mal eine neue App installiert und nichts geht mehr. Das Handy bleibt während des Installationsvorgangs hängen und lässt sich im besten Fall wieder starten. Oder das Gerät hängt sich einfach ohne jeden Grund von selber auf und nach dem Neustart sind viele – wenn nicht gar alle – Daten verschwunden. Auch ein häufiges Problem: Das Smartphone oder das Tablet führt selbständig ein Update aus und auch hier das gleiche Problem: Datenverlust. Was jetzt? Kann man seine sensiblen Daten, die auf dem Gerät gespeichert wurden, selber retten oder sollte man sich gleich an einen Spezialisten wenden?

Wo werden Daten auf einem Smartphone oder mobilen Gerät normalerweise gespeichert?

Bei einem iOS-basierten Apple-Smartphone werden alle Daten ausnahmslos auf dem internen Speicher des Geräts abgelegt. Je nach Modell verfügt das iPhone über einen unterschiedlich großen NAND-Flash-Speicher. Alternativ können Daten auch zusätzlich über iTunes auf dem Computer gespeichert oder über iCloud in der Wolke abgelegt werden. Das gleiche gilt auch für die iPad-Tablet-Modelle von Apple. Android-basierte Smartphones dagegen bieten die Möglichkeit gleich drei verschiedene Datenspeicher zu nutzen: Neben dem internen Speicher – ebenfalls meistens ein NAND-Flash – verfügen viele Geräte über einen (micro-)SD-Karten Slot auf dem gespeichert werden kann. Als letzte Möglichkeit können auch verschiedene Daten auf – je nach vorhandener Größe des Speichers – auf die SIM-Karte des Telco-Anbieters abgelegt werden.

Wie kann sich der Nutzer selbst helfen?

Wenn Smartphones keine physikalischen und keine komplexe logische Schäden erlitten haben, können Smartphone-Besitzer auf eigene Gefahr hin versuchen sich selber zu helfen. Um den internen Speicher eines Android-basierten Smartphones auszulesen gibt es einige Softwarelösungen auf dem Markt, mit denen man das gespeicherte Material meistens über USB-Kabel auf seinen Computer zieht. Wurden infolge eines Absturz oder eines Installationsabbruchs Daten auf dem internen Speicher gelöscht, kommt es darauf an, ob dieser als Wechsel-Festplatte am PC oder Mac erkannt wird, oder nicht.

Wird ein interner Speicher eines Android-Smartphone bis zur Version 4 als Wechselplatte oder Speichermedium erkannt gibt es einige Softwarelösungen auf dem Markt, die die gelöschten Daten, solange man nicht zu lange gewartet hatte und sie nicht in der Zwischenzeit überschrieben wurden, wiederherstellen können. Für Android-Smartphones ab Version 4 ist die Lösung etwas umständlicher, aber ebenfalls möglich: Hier muss das Smartphone erst geroutet werden, um dann ein Image der gesamten Datenpartition zu erstellen und auf den PC zu überspielen. Dann kann man dann über das so erstellte Image Daten mit passender Recovery-Software wiederherstellen.

Problematische iPhone Recoveries

Für Apple-Besitzer stehen folgende Möglichkeiten nicht zur Verfügung: SIM-Karten und micro-SD-Speicher auslesen scheiden komplett aus, da iPhones diese Speicherorte nicht unterstützt und nur der interne Speicher genutzt wird. Auf den internen Speicher eines iPhone zuzugreifen ist für die meisten Anwender schwierig. Zwar gibt es die Möglichkeit bei älteren iPhones bis zur Version 4 das Gerät in den Wartungsmodus zu schalten, über den man auf den internen Speicher zugreifen kann, ihn über spezielle Software auslesen und gelöschte Daten wiederherstellen kann. Für alle neueren Geräte ab dem iPhone 4s ist dieser Weg nicht mehr möglich und Datenrettungen können nur noch professionelle Dienstleister, die über spezielle, nicht im Handel erhältliche Werkzeuge verfügen, durchführen.

Wann sollte ein professioneller Dienstleister kontaktiert werden? 

Neben der Datenrettung von Apple iPhones ab Version 4s sollten auch alle Smartphones mit physikalischem Schaden immer zu einem professionellen Datenrettungsdienstleister gebracht werden. Gebrochene Gehäuse oder nicht mehr startende Smartphones deuten auf schwerwiegende Probleme hin, die nicht mehr mit Do-it-yourself-Methoden behoben werden können oder sollten! Gerade bei den heute eingesetzten komplexen Flash-NAND-Speichern, die die verschiedenen Daten über mehrere Speicherbausteine hinweg verteilen, gefährden  Datenrettungsversuche bei defekten Contollern oder Speichern Ihre Daten: In solchen  Fällen können eingesetzte Recovery-Tools den Schaden sogar noch vergrößern und die ohnehin komplexe Datenstruktur durch unbeabsichtigtes Speichern ändern und selbst eine professionelle Datenrettung unmöglich machen. Bei offensichtlich defekten Smartphones sollten sich Besitzer deshalb immer an einen professionellen Datenrettungsdienstleister wie z.B. Kroll Ontrack wenden!

Mehr Informationen zur Datenrettung von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tabletts etc. finden Sie auch hier: https://www.krollontrack.de/datenrettung/handy-wiederherstellen/

Bildnachweis: Joachim Kirchner / pixelio.de