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Wie lange leben meine Daten?

Binärcode Speichersicherung

Die ersten Langzeit-Speichermedien waren Steine, auf denen mit Hammer und Meißel Informationen dauerhaft festgeschrieben wurden. Die Lebensdauer war – abhängig vom Stein, der Witterung und der Luftverschmutzung – immens groß. Der Buchdruck, der im 15. Jahrhundert aufkam, machte es möglich, auf Papier zu drucken. Auch diese Art der Datenspeicherung war extrem langlebig, wobei heutiges holzhaltiges Papier nicht annähernd so haltbar ist, wie das ursprünglich benutzte Papier aus Leinenlumpen.

Die nächste Speicherrevolution kam durch die Erfindung des Films. Gut gelagert (kühl, dunkel, bei 40% Luftfeuchtigkeit) halten schwarzweiß-Abzüge über 100 Jahre. Farbbilder verblassen im Laufe der Jahre, aber etliche Jahrzehnte sind die gespeicherten Informationen gut sichtbar.

Tonaufnahmen wurden anfangs auf sehr haltbaren Schellackplatten, später auf schwarzen Vinyl-Schallplatten gespeichert. Die schwarzen Scheiben können auch nach mehr als 50 Jahren sehr gut klingen – oder sie sind spröde geworden und zerbrechen schon mal beim Hantieren.

Kompaktkassetten (auch Musikkassetten genannt) kamen Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts auf den Markt. Sie wurden auch als Speicher für Computer benutzt. Die theoretische Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten war in der Praxis so gut wie nicht zu erreichen. Heutige Speichertapes bekommen vom Hersteller oft eine garantierte Lebensdauer von 30 Jahren – allerdings hat kaum ein Privatanwender die entsprechenden Bandmaschinen.

Mit dem Aufkommen der Desktop-PCs kamen 1969 weitere magnetische Datenträger auf den Markt – Disketten. Die theoretische Lebensdauer von fünf bis zu 30 Jahren war illusorisch, schon nach relativ kurzer Betriebszeit waren die Disks durch den direkten Kontakt mit dem Schreib-Lese-Kopf hinüber, die gespeicherten Daten zerstört.

Moderne Speichermedien wie beschreibbare CDs, DVDs oder Blu-ray-disks sind langlebiger – sollten sie jedenfalls sein, die Hersteller geben eine Lebensdauer zwischen 80 und 100 Jahren an. Aber auch bei diesen optische Medien bedarf es optimaler Bedingungen: passende Temperatur (+25 Grad Celsius), kein Licht, ohne Kratzer und Aufkleber und ohne Fingerabdrücke, Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Und tatsächlich gibt es über dreißig Jahre alte CDs, die noch funktionieren. Und hunderte von Millionen, die längst ihren ursprünglichen Zweck der Datensicherung verloren haben.

Gepresste CDs, DVDs und Blu-rays halten bei korrekter Lagerung wahrscheinlich länger (möglicherweise 100 Jahre und mehr) – aber da fehlen Langzeiterfahrungen, wurde diese Art des Datenträgers doch erst Anfang der 80er Jahre eingeführt.

Externe magnetische Festplatten sind heute preiswerte Langzeitspeicher. Während Festplatten im Dauerbetrieb nur wenige Jahre funktionieren ist die Lebensdauer als selten genutztes Backupmedium mit zehn und mehr Jahren anzusetzen – solange sie nicht vom Tisch fallen oder in feuchter Luft verrosten. Auch starke Magnetfelder sollten gemieden werden.

Flashspeicher wie SSDs oder USB-Sticks müssten als Speichermedium eigentlich perfekt sein. Es gibt keine mechanischen Teile die verschleißen könnten, die Lebensdauer wird nur von der Zahl der Speichervorgänge begrenzt. Hersteller garantieren 100.000 Schreibzyklen und mehr, als Langzeitspeicher mit nur geringen Lese- und Schreibzugriffen müssten sie fast ewig funktionieren. Die Zeit wird´s zeigen. Empfehlenswert ist auf alle Fälle gute Qualität – No-Name-Speicher sollten Sie besser meiden.

Auch das Speichern von Daten in der Cloud bietet sich als eine Möglichkeit an, diese für lange Zeit zu archivieren. Bei professionellen Anbietern werden die Daten gleichzeitig auf mehreren Servern gesichert, ein Datenverlust durch Hardwaredefekte kann so fast ausgeschlossen werden. Allerdings sollten Sie sich für einen bekannten und soliden Anbieter entscheiden, der nicht gleich wieder in der Versenkung verschwindet.

Mit einer Kombination aus Blu-rays, einer externen SSD-Festplatte und der Speicherung in der Cloud kann sich dann auch der größte Sicherheitsfreak beruhigt zurücklehnen.

Bildquelle geralt / pixabay