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Wie lassen sich Magnetbänder erhalten? (Erster Teil)

Magnetband-Lagerung

Bei der professionellen Informationstechnik gibt es zwei komplementäre Arten, um Magnetbänder zu erhalten: Zum einen, die Magnetbänder als solches physisch zu erhalten und zum anderen die Integrität der auf den Bändern gespeicherten Inhalte langfristig zu bewahren.

Erster Teil: Wie kann man Magnetbänder physisch erhalten?

Da die Existenz von Magnetbändern in Unternehmen eng verbunden ist mit der Informationssicherheit, muss bei der Behandlung der Tapes große Sorgfalt betrieben werden. Verschiedene Kriterien spielen dabei eine Rolle: Die Art des Magnetbandes, die Häufigkeit der Nutzung, die Lagerung…

Erster Rat: Ort und die Qualität der Magnetband-Lagerung beachten

Der Ort und die Art und Weise wie die Bänder gelagert werden ist der erste Risikofaktor der berücksichtigt werden muss. Genauso wie man seine Eier beim Einkauf nicht übereinander im Korb stapeln sollte, muss man bei Magnetbändern darauf achten, dass man über verschiedene Backup-Sets an verschiedenen Orten verfügen sollte.

  1. Relative Luftfeuchtigkeit –Idealerweise sollten Sie einen feuersicheren Schrank oder einen Tresor für die Lagerung nutzen. Außerdem sollte dieser auf einer Höhe stehen, der nicht von Wasser erreicht werden kann, wenn es beispielsweise zu Hochwasser oder Überflutungen in Ihrer Gegend kommt. Außerdem ist es notwendig, dass der Lagerort eine geringe Luftfeuchtigkeit aufweist, damit es nicht zu chemischen Reaktionen (Hydrolyse) der verschiedenen Metalloxid-Teilchen auf den Magnetbändern kommt. Diese neigen leicht dazu zu reagieren und zerstören so den gespeicherten Inhalt.
  2. Die Lagertemperatur sollte zwischen 5 und 10 ° C liegen und die Betriebstemperatur sollte bei rund 20 ° C bleiben. Wenn es zu heiß oder zu kalt ist, kann es zu mechanischen Problemen wie Bruch oder Verformungen kommen
  3. Weg vom Licht – Achten Sie darauf, dass Ihre Bänder nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind oder an einem Ort gelagert werden, wo Ihre Bänder starkem UV-Licht ausgesetzt sind. Andernfallssollte esnicht nur einen Anstieg der Temperatur bei den Magnetbändern kommen, sondern auch zu einer Verschlechterung des Bandzustands und seiner Aufnahmequalität.
  4. Es ist wichtig seine Bänder nicht in Nähe von Magnetfeldern zu lagern. Deshalb ist es besser einen Schrank oder Tresor zum Lagern zu verwenden. Störungen durch Magnetfelder können beispielsweise durch Lautsprecher, hohe elektrische Ströme, schlecht geschützten Elektromotoren oder auch Wellen von Mobilfunksendeanlagen, Wlan-Receivern oder drahtlose Telefone erzeugt werden.
  5. Stellen Sie sicher, dass Bänder, die Sie nutzen und der Ort an dem sie lagern frei von Dreck und potentieller Verschmutzung sind: Es ist besser die Tapes in wasserdichten Plastiktaschen zu lagern, um sie sowohl vor Schmutz zu schützen als auch eine Änderung der Feuchtigkeit zu vermeiden. Außerdem sollten Sie das eigentliche Magnetband niemals mit den Fingern berühren, damit keine Schmutzpartikel angezogen werden können.

Zweiter Rat: Minimieren Sie den Verschleiß Ihrer Bänder

Natürlich ist ein Magnetband am zuverlässigsten für das Speichern oder Archivieren von Daten auf lange Sicht, wenn es nicht unnötig oft genutzt wird und dadurch die reine Betriebsdauer gering gehalten wird: Zum einen schützt es sich und die darauf gespeicherten Daten quasi selber durch die Überlagerung der Bandschichten (dank der Aufwicklung) , zum anderen wird es nur einige hundert Male genutzt und das auch nicht überall auf dem Band, wenn man es beispielsweise für inkrementelle Backups nutzt.

  1. Setzen Sie Backup-Sets ein. Backup-Sets sind nicht nur für die physikalische Organisation der täglichen Sicherung sinnvoll, sondern der Einsatz mehrerer Tapes dient auch der Minimierung der Abnutzung, weil jedes einzelne Magnetband eben nur einmal an fünf Arbeitstagen einer Woche zum Einsatz kommt und nicht jeden Tag.
  2. Spulen Sie Ihre Bänder regelmäßig zurück oder lesen Sie es mindestens einmal im Jahr aus: Magnetbänder können verkleben, wenn sie sich selbst aufrollen. Es ist immer besser die Bänder erneut auszulesen, als sie zurück zu spulen. Eine Ausnahme ist, wenn das genutzte Bandlaufwerk in der Lage ist, den Rücklauf bei Überschreitung eines gewissen Maßes an Zugkraft zu stoppen. Damit wird verhindert, dass es zur Dehnung, Bruch oder Reißen des Bandes kommt.

Dritter Rat: Schützen Sie das Magnetband vor Schreibzugriff

Bei der Nutzung von Magnetbändern zur Archivierung ist es wichtig, dass das Band nur noch ausgelesen aber nicht mehr beschrieben werden kann. Um das zu gewährleisten, gibt es bei jedem Magnetband – und sogar schon bei SD-Speicherkarten – einen Schreibschutzschalter. Durch dieses Konzept kann man sich ohne viel Aufwand vor unbeabsichtigtem Überschreiben von gespeicherten Daten auf Tapes schützen.

Nachdem wir uns in diesem Teil des Artikels vorrangig mit der physischen Erhaltung von Magnetbändern beschäftigt haben, erläutern wir im kommenden zweiten Teil die wichtigsten Punkte zur Erhaltung der Integrität von Tape-Daten.

Bildnachweis: iStock