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Wie lassen sich Magnetbänder erhalten? (Zweiter Teil)

Magnetband-Lagerung

Nachdem wir uns im vorangegangenen Teil dieses Artikels mit der physischen Erhaltung der Magnetbänder beschäftigt haben, erläutern wir an dieser Stelle die wichtigsten Punkte zur Erhaltung der Datenintegrität von Magnetbanddaten.

Zweiter Teil: Das Medium und der Daten-Lebenszyklus

Das andere wichtige Thema bei der Erhaltung von Magnetbändern ist die stetige Weiterentwicklung des Unternehmens-Informationssystems und der damit verbundenen Kompatibilität der archivierten Bänder mit dem eingesetzten Lesesystem (Tape-Hardware-System) oder auch der Software, die die Daten auslesen kann oder soll.

Erster Rat: Periodisches Ein- und Auslesen der Magnetbänder

Die erste wichtige Überprüfung bei einem Magnetband, das man weiter nutzen möchte, ist zu testen, ob das Band überhaupt noch lesbar ist. In der Tat gibt es neben den physischen und mechanischen Aspekten die bereits angesprochen wurden auch andere Gründe die dazu führen, dass Bänder nicht ausgelesen werden können: Die Qualität der magnetischen Aufnahme und die Art und Weise wie die Daten an einer oder unterschiedlichen Stellen auf das Band geschrieben wurden.

  1. Regelmäßige Kontrolle der Datenintegrität – Wenn Bänder nur als Archivmedium genutzt wurden, ist eine regelmäßige Kontrolle fast schon zwingend notwendig, um sicherzustellen, dass die Bänder lesbar sind und es nicht bereits zu Datenverlust gekommen ist: Ein bis zwei Mal jährlich sollten die Bänder überprüft werden. Im Falle eines Problems wird eine Datenmigration der Tapes dringend erforderlich sein und eine Wiederherstellung der Daten durch einen Fachmann wird nahezu unausweichlich.
  2. Außerordentliche „Kontrolle der Datenintegrität“ – Eine Kontrolle außer der Reihe wird beispielsweise dann notwendig, wenn eine neue Software-Version installiert wurde, wenn eine wichtige Aktualisierung des Betriebssystems durchgeführt wird und auch erst recht, wenn die Backup-Software geändert wird. Dabei ist die letzte Situation sogar noch die einfachste, denn in der Regel kann man ohne eine vollständige Kontrolle über das System keine neue Software installieren.

Zweiter Rat: Die regelmäßige und geplante Migration

Sie können ein Problem mit dem Medien-Lebenszyklus bekommen, wenn es zu einem Wechsel in der Prozesskette – dem Austausch des Speichermedien-Formates – kommt: Was müssen Sie in diesem Fall tun? Natürlich ist es besser eine Migration von einem Format in ein anderes unter Berücksichtigung der archivierten und notwendigen Daten zu gewährleisten, aber das könnte sich als schwierig erweisen, wenn es sich um eine Vielzahl von Archiven handelt…

  1. Fehlende Dringlichkeit – Wenn eine Änderung des Formates der Datenspeichermedien geplant ist, müssen Sie eine Datenmigration für die bereits vorhandenen archivierten Bänder ins Auge fassen. Sie können das intern durchführen, wenn Sie das entsprechende Wissen haben, oder Sie können auch auf einen externen Dienstleister zurückgreifen. Wenn Sie eine Migration einer Vielzahl von vertraulichen Daten durchführen möchten, könnte ein darauf spezialisiertes Unternehmen die geeignete Lösung sein.
  2. Dringlichkeit – Eine dringlicher Fall kann dann beispielsweise vorliegen, wenn eine Migration aufgrund einer Änderung und Auslaufen des Supports durch Hersteller notwendig wird, aber die Bändern nicht über die notwendige Integrität verfügen. Wenn die Bändern vorher an einem geeigneten Ort und unter den vorgegebenen Bedingungen gelagert wurden, kann das Problem am Überschreiten der vom Hersteller angegebenen Altersgrenze der Bänder liegen. Neben den bereits vorgeschlagenen Tipps müssen Sie besonderen Augenmerk auf die gesamte Lebensdauer der Medien (und auch der Lebensdauer der Schreib-/Lesegeräte) legen, um darauf aufbauend eine kommende Migration zu planen. Dabei ist es besser von der von den Herstellern genannten Lebensdauer nochmals 20-25 % abzuziehen, um hier auf der sicheren Seite zu sein. Wenn beispielsweise von einem Hersteller eine Lebensdauer für ein Bandmedium von 10 Jahren genannt wird, sollte man besser von 7 Jahren ausgehen.
  3. In jedem Fall sollten bei einer geplanten Migration auch die Notwendigkeit berücksichtigt werden, dass das Unternehmen (weiterhin) in der Lage ist alle gesetzlichen Anforderungen an die Datenarchivierung zu erfüllen.

Dritter Rat: Entwurf und Umsetzung eines Disaster Recovery Plans

  1. Lagern Sie die Bänder an einem sicheren und Ort und stellen Sie sicher, dass sie auf dem neuesten Stand sind – das ist besonders deshalb notwendig, um sicherzustellen, dass das Informationssystem des Unternehmens jederzeit wiederhergestellt werden kann. Das beinhaltet präventive und korrektive Maßnahmen. Die Nutzung von Infrastrukturen auf Basis von virtuellen Maschinen können eine Disaster Recovery einfacher machen, da die Maschine zum Ausführen der VM nicht identisch mit der Originalmaschine sein muss.
  2. Fundiertes und regelmäßig weitergebildetes Mitarbeiter-Knowhow – Heutzutage kann man sicher davon ausgehen, dass Informationssysteme, die gerade kürzlich aufgebaut wurden, rund zwei bis drei Jahre ohne Probleme laufen. Doch aus Gründen der internen Organisation und Nachlässigkeit, werden oft die vorgeschriebenen Verfahren nicht mehr regelmäßig durchgeführt und so verlieren die Systeme  ihre Zuverlässigkeit, weil die Mitarbeiter über zu wenig Knowhow verfügen oder nur mangelhaftes Training vorweisen können. Dabei müssen Disaster Recovery Pläne genauso einsatzfähig sein wie es auch zum Beispiel beim Brandschutz der Fall ist, wo die Mitarbeiter den Evakuierungsablauf mehrmals im Jahr üben.

Mehr Informationen über die Entwicklung eines Disaster Recovery Plans (DRP) finden sich hier:

http://en.wikipedia.org/wiki/Disaster_recovery

http://www.journaldunet.com/solutions/expert/50166/qu-est-ce-qu-un-plan-de-reprise-d-activite.shtml