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Wie schützt man seine digitale Privatsphäre in der modernen Welt?

digitale Privatsphäre

Es gibt kaum ein Thema, das so intensiv diskutiert wird wie der Schutz der Privatsphäre in Zeiten der sogenannten Digitalen Revolution. In relativ kurzer  Zeit – nämlich in weniger als 25 Jahren – hat sich der Computer von einem schwer zu bedienenden Luxusobjekt einiger weniger zum alles beherrschenden und für fast jeden erschwinglichen Alleskönner entwickelt. Und mit der fortschreitenden Miniaturisierung der eingesetzten Technik wurden auch vormals strikt getrennte Geräte – Telefone, Uhren, Tablets – quasi zu wirklich mobilen Taschencomputern. Heute ist gängig, jederzeit und an jedem Ort, mittels Smartphone Informationen abzufragen, Überweisungen zu tätigen oder beim Shoppen zu gehen, statt Shoppen gehen.

Diese neuen Annehmlichkeiten gehen allerdings mit einem hohen Preis einher: Dem Verlust der digitalen Privatsphäre. Gleichzeitig  aber – und das ist das Erstaunliche dabei – haben viele Menschen überhaupt kein Problem, viele ihrer persönlichsten Daten umsonst und freiwillig an globale Unternehmen zu geben und quasi zu verkaufen. Facebook, Google, Twitter & Co. bieten faktisch ein Tauschgeschäft: Ihre Dienstleistungen gegen die persönlichen Daten, die dann für Werbezwecke an andere Firmen verkauft werden können. Negative Auswirkungen dieses Geschäftsmodells werden bereits jetzt sichtbar: Die Nutzer können sich vor Werbemails kaum noch retten.

Richtig gefährlich für den unwissenden Kunden wird es dann, wenn Daten – im Rahmen des sogenannten Big Data Sammelns – zusammengeführt und ausgewertet werden. Dann kann es dazu kommen, dass Computer-Algorithmen über Ihr Leben bestimmen und Einfluss auf Ihre Kreditwürdigkeit, Ihre Jobsuche und den Bewerbungsprozess oder Ihre Krankenversicherung ausüben.  Wenn man es auf die Spitze treibt können Ihre privaten Vorlieben, Hobbies und Gewohnheiten mit in eine solche Kalkulation aufgenommen werden. Hier kann schnell ein anständiger Bürger unter Umständen nicht nur zu einem Kreditausfallrisiko werden, sondern zu einem gefährlichen Sonderling. Wenn diese zusammengeführten Daten dann in unbefugte Hände, z.B. in kriminelle, geraten, kann es zu Erpressungen oder anderen Verbrechen kommen, ohne dass Sie genau nachvollziehen können, wie es dazu gekommen ist.

Aus diesem Grund sollte jeder seine digitale Privatsphäre schützen und einige wenige, aber dennoch wirksame Tipps beachten:

  1. Gehen Sie niemals leichtsinnig mit Ihren persönlichen Daten um! Wenn Sie um persönliche Daten gebeten werden, denken Sie zunächst nur an sich selbst und überlegen Sie, ob der Gegenwert der gebotenen Dienstleistung dem der gegebenen Informationen entspricht. Wenn es sich um ein Angebot handelt, das einen relativ geringen und einmaligen Mehrwert für Sie bietet – z.B. das Downloaden einer Informationsbroschüre und Sie unverhältnismäßig intim ausgefragt werden – nehmen Sie einfach eine alte oder falsche Kontaktadresse. Generell sollten Sie äußerst sparsam mit Ihren wichtigen persönlichen Daten sein.
  2. Schützen Sie Ihre Privatheit ohne Kompromisse! Verwenden Sie verschiedene E-Mail-Adressen für verschiedene Zwecke. Für Social Media Zwecke, für Einkäufe, für Informationszwecke und für berufliche Zwecke sollten Sie jeweils unterschiedliche E-Mail-Adressen erstellen und nutzen. Dafür gibt es eine Vielzahl von kostenlosen E-Mail-Anbietern, denen Sie ebenfalls nicht die ganze Wahrheit offenbaren müssen.
  3. Wollen Sie sich richtig schützen, nutzen Sie verschiedene Computer oder Geräte für unterschiedliche Aufgaben. Viele Menschen nutzen ein und denselben Computer aus Bequemlichkeit für alle Aufgaben. Es geht sogar so weit, dass manche Ihren Büro-Laptop für das Surfen zuhause nutzen. Das birgt enorme Gefahren, denn Hacker können unbemerkt den Rechner kapern und beim nächsten Einloggen in das Firmennetzwerk hier unbemerkt Daten stehlen oder – immer häufiger – mittels Ransomware verschlüsseln und Lösegeld fordern. Besser ist es, ein Gerät ausschließlich zum privaten Surfen zu nutzen, während auf anderen wichtige Daten gespeichert werden und zum Arbeiten genutzt werden. Außerdem kann es sinnvoll sein ein alternatives OS wie Ubuntu oder FreeBSD zum Surfen zu nutzen. Das ist deshalb sinnvoll, weil für diese Betriebssysteme noch kaum Viren oder Ransomware im Umlauf sind.
  4. Schützen Sie sich und Ihren Computer mit sicheren Passwörtern und Sicherheitssoftware. Stellen Sie sicher, dass Sie für wichtige Accounts, zum Beispiel für Online-Banking oder Online-Einkauf o.ä. sichere Passwörter verwenden. Gehen Sie davon aus, dass Kriminelle jede Schwachstelle nutzen, um an Ihr Bankkonto zu kommen und es leerzuräumen. Dabei gilt: Je länger das Passwort ist, desto besser. Außerdem sollte es aus einer Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen bestehen und möglichst nicht leicht zu erraten sein. Halten Sie Ihr Computer-Betriebssystem und Ihren Browser stets auf dem neusten Stand und nutzen Sie die aktuellste Sicherheits- und Antivirus-Software, damit niemand Zugriff durch vorhandene Sicherheitslecks bekommt.
  5. Schützen Sie Ihre wichtigsten Daten durch Software-Verschlüsselung und externe Backups. Speichern Sie Ihre wichtigsten Daten nicht auf Ihrem ständig genutzten Internet-Computer, sondern extern auf einer Backup-Festplatte. Manche angebotenen Backup-HDDs oder -SSDs bieten bereits ab Werk eine automatische Verschlüsselung an. Hier ist Vorsicht geboten: Keine Festplatte lebt ewig und an eine solche Festplatte nach einem Ausfall heranzukommen ist selbst für Datenretter nahezu unmöglich. Besser ist es, die Daten per Software zu verschlüsseln und den passenden Key an einem anderen Ort zu sichern und die Backup-Festplatte ebenfalls an einem geeigneten Ort zu lagern.
  6. Werden Sie nicht zum Daten-Messie und löschen Sie nicht mehr benötigte Daten! Im Laufe der Jahre kommt in einem normalen Haushalt eine Vielzahl von elektronischen Geräten zum Einsatz, auf denen permanent persönliche Daten gespeichert werden. So ist es nicht selten, dass die Garage voll ist mit alten PCs, Laptops oder Notebooks. Wenn diese dann entrümpelt werden soll, wird dann entweder gar keine oder nur eine unzureichende Datenlöschung durchgeführt. Das ist aber höchst fahrlässig. Denn genauso wie bei einem Unternehmen kann man auch bei Privatpersonen aus vielen zusammengefügten Informationen ein klares Bild über ihr Leben und ihre Gewohnheiten herausfiltern, die dann von Kriminellen genutzt werden können. Deshalb sollte man bereits frühzeitig Daten von nicht mehr genutzten Computern sicher löschen, sodass hier die Gefahr gebannt ist. Eine professionelle Software für die sichere Datenlöschung von Computern oder Mobiltelefonen und Tablets bietet z.B. der führende Hersteller Blancco mit seinen Produkten.

Mit diesen einfachen Tipps kann man zwar nicht komplett verhindern, dass persönliche digitale Informationen an Unbefugte gelangen, aber man hat es wenigstens versucht und Kriminellen und sonstigen Spähern das Leben deutlich schwieriger gemacht.

Bildnachweis: Markus Vogelbacher  / pixelio.de