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Wie Sie Ihre virtuellen Umgebungen am besten vor Datenverlust schützen

Datenverlust

Nach mehr als einem Jahrzehnt auf dem Markt zeigt eine neue Studie von Gartner, dass die Technologie jetzt reif ist. Was die Experten herausgefunden haben ist, dass der weltweite Markt für Virtualisierungen zwar erneut um fast 6 Prozent auf 5,6 Milliarden US Dollar gestiegen ist, doch erwarten sie, dass es in der kommenden Zukunft keine weiteres Wachstum in der Branche geben wird. Sie fanden heraus, dass fast jedes große Unternehmen bereits ihre Server hochgradig virtualisiert haben – wobei viele Organisationen Server-Virtualisierungs-Raten  von über 75 Prozent aufweisen. Virtualisierung ist weit davon entfernt eine Nischen-Technologie zu sein, es ist vielmehr eine Mainstream-Technologie geworden.

Bei so vielen Unternehmen mit virtualisierter IT-Umgebungen ist es kein Wunder, dass Datenrettungsspezialisten in den letzten Jahren eine signifikante Erhöhung der Aufträge erleben, mit dem Wunsch der Kunden Daten zu retten, die in virtuellen Umgebungen bzw. virtuellen Maschinen gespeichert wurden. Virtualisierung in Kombination mit anderen fortschrittlichen Server- und Speichertechnologien wie Deduplizierung, hyperkonvergenten Speichern oder RAID führen oft dazu, dass Datenrettungexperten tief in mehreren Datenschichten graben müssen, um, wenn sie am Ende erfolgreich sind, die gewünschten Dateien oder Daten wiederherzustellen.

Um einen unnötigen Verlust der virtuellen Maschine (VM) zu vermeiden haben wir hier die sechs wichtigsten Tipps für Sie zusammengestllt, wie Sie Ihre virtuellen Dateien vor Verlust schützen können:

  1. Nutzen Sie die passende Backup Software für Ihre virtuelle Umgebung!

Es gibt verschiedene Backup-Software-Lösungen auf dem Markt, die mit virtualisierten Dateien verwendet werden können. Einige können sowohl mit VMware oder Hyper-V-Lösungen verwendet werden, aber dies ist nicht der wichtigste Faktor, den Sie berücksichtigen sollten. Der wesentlichste Faktor ist, wie viel Zeit zum Wiederherstellen der virtuellen Maschinen (VMs) aus dem Backup und den VM Templates benötigt wird. Darüber hinaus sind gute Backup-Lösungen für VMs in der Lage, das Backup zu mounten (anzuhängen), während die Dateien zurück auf das Haupt-Host-System übertragen werden.

  1. Ein Snapshot ist kein Backup!

Erstellen Sie immer Backups, wenn Sie sicherstellen möchten, dass im Falle eines Fehlers alles in vollem Umfang wiederherstellt werden kann. Erstellen Sie zusätzlich Snapshots, wenn Ihre Änderungen sehr wichtig sind und Sie keine Daten verlieren wollen; Sie können so die Zeitspanne zwischen dem letzten und dem nächsten Backup abdecken. Wenn Sie Snapshots verwenden, versuchen Sie nicht, Snapshots zu erstellen, die aufeinander aufbauen. Einige „Experten“ schaffen es, 6 bis 7 geschichtete Snapshots zu erstellen, was nicht nur die Performance reduziert, sondern auch bedeutet, dass dieses Konzept viel fehleranfälliger wird. Außerdem kann eine schadhafte VMFS oder der Ausfall eines physikalischen Servers nicht mit einem Snapshot behoben werden.

  1. Speichern Sie nicht Backups und aktive VMs auf dem gleichen Speicherplatz

Wenn Sie Ihre Backups auf derselben Festplatte oder einem Speicherplatz sichern, auf dem sich Ihre aktiven VMs befinden, riskieren Sie, dass Sie einen totalen Datenverlust erleiden. Wenn ein Backup ausfällt und eine aktive virtuelle Maschine auf dem gleichen Speicherplatz läuft, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese das Backup (teilweise) überschreibt. Um das zu verhindern, speichern Sie immer Ihre Backups mit den enthaltenen VMs und den aktiven VMs an verschiedenen Orten. Es ist außerdem zu empfehlen mehrere Backups zu erstellen und diese auf verschiedenen lokalen Servern/Festplatten, in der Cloud oder auf Magnetband zu speichern. Zwei zusätzliche Backup Speicher helfen Ihnen auch Datenverlust zu erleiden.

  1. Versuchen Sie nicht mehrere Virtualisierungslösungen zu mixen!

Wenn Sie VMware und HyperV Virtualisierungslösungen in der gleichen Umgebung betreiben, kann es leicht passieren, dass Sie ungewöhnliche Ergebnisse erleben, die zu einem Datenverlust führen können. Wenn beispielsweise ein VMware-System auf einem SAN auf ein zweites SAN erweitert wird, das von Hyper-V verwendet wird, kann das Ergebnis ein schwerer Datenverlust auf dem zweiten SAN bedeuten. Die unterschiedlichen Schichten die die Virtualisierungswerkzeuge erstellen, verhalten sich völlig anders, wenn sie miteinander verknüpft und/oder erweitert werden. Halten Sie besser Ihre Virtualisierung einfach und bleiben Sie bei einer Virtualisierungslösung. Zu viele Komplexitätsschichten werden Ihr System definitiv eines Tages abstürzen lassen und dann die Datenrettung zu einem zeitaufwendigen Projekt werden lassen – wenn es denn überhaupt noch möglich ist.

  1. Verwenden Sie die Technologien klug, die in Ihrer Virtualisierungslösung verfügbar sind

Es gibt mehrere Technologien, die starke Auswirkungen auf die Virtualisierung haben wie zum Bespiel das Thin Provisioning. Thin Provisioning in seiner einfachsten Form bedeutet, dass nur Speicherplatz verwendet wird, der im aktuellen Moment wirklich benötigt wird. Wenn zusätzlicher Speicherplatz benötigt wird, wird der freie Speicherplatz frei zugewiesen. Aber auch diese Technologie  kommt mit einer Nebenwirkung: Im Falle eines virtuellen Datenverlusts muss das System sofort gestoppt werden, andernfalls ist es möglich, dass bei Verwendung anderer virtueller Festplatten auf dem gleichen Datenträger dieser Speicherplatz zum Speichern neuer Daten auf dem, dann als frei gekennzeichneten, Speicherplatz verwendet wird. Datenrettung kann dann richtig schwierig werden. Wenn man das beherzigt, ist es erstens eine gute Idee zuerst darüber nachzudenken eine komplexe Technologie einzusetzen und zweitens besser einen einfacheren Ansatz zu wählen. Dies kann helfen, wenn es später um die Datenrettung und Ihren  Zeitaufwand und die Kosten geht.

  1. Denken und planen Sie, bevor Sie VMs verwenden!

Denken Sie immer daran, dass auch die Virtualisierung und virtuelle Maschinen nicht fehlerfrei sind und genauso wie jede andere IT-Technologie versagen können. Bevor Sie also virtuelle Umgebung für sensible Anwendungen erstellen, machen Sie sich zuerst einen genauen Plan. Einige Anwendungen haben hohe Ein-/Ausgabe-Raten (I/O) und sind daher besser für physische Serverumgebungen geeignet. Vorausplanen bei der Virtualisierung ist dabei der Schlüssel, wenn es darum geht Datenverluste zu vermeiden. Eines der Hauptdatenverlustprobleme bei Virtualisierungen liegt in der Tatsache, dass die Einrichtung des virtualisierten Servers und der Speicher nicht ausreichend durchdacht war. Fehlende Dokumentation der VMs und des virtuellen Servers, der aufgebaut wurde und die darin enthaltenen Verbindungen mit Anwendungen und sensiblen Daten, können eine Datenrettung im Falle eines Ausfalls zu einer kostspieligen und zeitaufwändigen Aufgabe machen.

Aber täuschen Sie sich nicht! Selbst wenn Sie diese sechs einfachen Tipps beherzigen, können Sie trotzdem einen Datenverlust in Ihren virtuellen Umgebungen und Maschinen erleben. Da jede IT-Umgebung ihre eigenen Vor- und Nachteile hat, sollte sich der Administrator auch im Detail darüber bewusst sein, wie das System funktioniert. Noch besser wäre, wenn er das spezifische Handbuch-Wissen – besonders wie man sich im Falle eines Ausfalls, eines Datenverlusts und einer Datenrettung verhalten sollte – gelernt und verinnerlicht hätte. Falls Sie also nicht ganz genau wissen, was in einem solchen Fall zu tun ist und warum, sollten Sie auf keinen Fall versuchen selbst virtuelle Maschinen wiederherzustellen. Kontaktieren Sie besser einen Spezialisten wie Kroll Ontrack – es zahlt sich am Ende aus!

Bildnachweis: Martina Taylor  / pixelio.de