Go to Top

8 Tipps, wie man Datenverlust bei virtuellen Systemen vermeidet

Längst haben sich virtuelle Systeme auf breiter Front in den Unternehmen durchgesetzt. Ältere oder kostspielige Hardware muss nicht mehr vorgehalten werden, der benötigte Energiebedarf sinkt und das gesamte IT-System kann bei Bedarf problemlos erweitert werden. Insgesamt kann die Einführung von virtuellen Systemen in die IT-Landschaft (oder die komplette Umstellung auf eine solche) zu deutlichen Kosten- und Zeitersparnissen nicht nur für die verantwortliche IT-Abteilung, sondern für das gesamte Unternehmen führen. Kein Wunder, dass in den letzten Jahren viele IT-Manager ihre vormals umfangreiche physikalisch-vorhandene IT-Infrastruktur reduziert und nahezu gänzlich auf virtuelle Systeme umgestellt haben.

Trotzdem, die Erfahrung zeigt: Ein virtuelles System schützt IT-Verantwortliche nicht vor einem Datenverlust, selbst wenn das die Werbung der Hersteller dem Kunden suggeriert. Ganz im Gegenteil. Schnell lassen sich durch einen einzigen Mausklick über das Frontend komplette virtuelle Maschinen oder das virtuelle Datenverwaltungssystem löschen. So können unwissende Administratoren in Sekunden komplette virtuelle Maschinen löschen oder formatieren. Aber nicht nur Bedienungsfehler können zu Datenverlust führen, sondern oftmals sind es strukturelle Gründe, die zu Problemen führen. Nach mehr als fünf Jahren Datenrettung von virtuellen Systemen sehe ich leider immer wieder die gleichen vermeidbaren Fehler, die oft durch strukturelle Defizite bei der Implementierung begründet sind.

Damit es gar nicht erst zu einem realen „virtuellen“ Datenverlust kommt, hier ein paar wichtige Ratschläge.

So vermeiden Sie Datenverlust bei virtuellen Systemen:

  1. Dokumentieren Sie nicht nur Ihre virtuelle Infrastruktur, sondern auch alle Veränderungsschritte am System. Wichtig ist hier auch die Dokumentation separat abzuspeichern, damit diese bei einem Datenverlust auch verfügbar ist.
  2. Vergeben Sie Namenkonventionen für Hosts, Guests, physikalische Server und VMFS Volumes.
  3. Beobachten Sie die Datastores und Logs auf Anomalitäten oder Fehler
  4. Und überprüfen Sie Ihre Backups ständig auf Vollständigkeit und Funktionalität

Wie können Sie selber VMware-Daten sicher wieder herstellen?

  1. Sichern Sie NIEMALS ein vorhandenes Backup auf die ursprünglichen Daten zurück.
  2. Nutzen Sie IMMER ein neues „Volume“. Erstellen Sie gegebenenfalls ein Abbild aller RAID-Laufwerke.
  3. Überprüfen Sie durch Wiederherstellung auf einem anderen Laufwerk, ob die Sicherheitskopie in Ordnung ist, bevor Sie FSCK- oder CHKDSK-Reparaturprogramme auf eine virtuelle Festplatte anwenden.
  4. Verwenden Sie Datenrettungssoftware nur, wenn Sie sicher sind, dass diese auf der Festplatte keine zu rettenden Daten verändert.

So können Sie eine erfolgreiche Datenrettung gewährleisten:

Wenn eine (insbesonders eine gelöschte) virtuelle Festplatte gerettet werden soll, auf demselben Laufwerk jedoch weitere virtuelle Festplatten ausgeführt werden, die sich bei der Rettung nicht schließen lassen, sollten Sie zwar alle aktiven virtuellen Maschinen (VMs) auf ein anderes Laufwerk kopieren, allerdings ohne Zuhilfenahme von vMotion, da dadurch Dubletten (eine Art SnapShots) der Daten auf dem zu rettenden Speicher geschrieben werden. Dies ist besonders wichtig beim Einsatz von Thin Provisioning und falls VMs mit aktiven Snapshots existieren.

Und denken Sie daran: Datenrettung aus virtuellen Systemen ist überaus komplex. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, was Sie tun, wenden Sie sich bei einer Datenrettung im virtuellen Umfeld lieber an ausgewiesene Spezialisten. Wir stehen Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Holger Engelland, Leiter des Datenrettungslabors von Kroll Ontrack in Böblingen