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Wissen ist Macht …

VW-Abgasskandal

… so sagte man früher. Heute müsste es heißen: „Daten bedeuten Macht”. Man sieht es an den großen Datensammlern wie Google oder facebook, aber es gibt auch andere Spielarten. Anglehnt an die Devise „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast!“ kann man auch mal ganz einfach unpassende Daten „anhübschen“. So geschehen beim Autokonzern Volkswagen, der eine clevere Software zum Einsatz brachte, die bei Abgastests bessere Werte ausspuckt, als sie im normalen Fahrbetrieb auftreten würden. Allzu schwer ist das nicht, gibt es doch einige Parameter, die sich beim Test und im normalen Fahrbetrieb unterscheiden: Das Lenkrad wird auf dem Prüfstand nicht bewegt, die Batterie ist vollgeladen und die Lichtmaschine abgeklemmt, der Reifenluftdruck wurde stark erhöht und anderes mehr. So können Grenzwerte, die im Alltagsbetrieb bis zum 40-fachen überhöht sind, offiziell eingehalten werden.

Dumm nur, dass der Schwindel aufflog. Prompt brach der Aktienkurs um über 20 Prozent ein – ein Verlust von bisher etwa 27 Milliarden Euro. Dazu eine (wahrscheinliche) Strafe von 18 Milliarden Dollar und eine Rückrufaktion für mindestens 480 000 VW-Fahrzeuge in den USA. Es werden möglicherweise noch mehr PKWs, sein, die in die Werkstatt müssen, da VW zugab, die beschönigende Software in 11 Millionen Fahrzeugen eingebaut zu haben. Wie hoch der Image-Schaden sein wird, wird sich erst in Zukunft ersehen lassen. Die betroffenen Autobesitzer machen sich jetzt Sorgen, dass sie ihre Fahrzeuge nur mit großem Wertverlust veräußern können. Kleine und große Anleger überlegen, ob sie Schadenersatzansprüche gegen den Volkswagen-Konzern gelten machen sollen – mit dabei als Großaktionär das Bundesland Niedersachsen.

Ob der Skandal noch weitere Kreise zieht und andere Fahrzeugherstelle ebenfalls manipulativ eingegriffen haben, wird sich zeigen. Die US-Umweltschutzbehörde kündigte Ermittlungen gegen weitere KFZ-Hersteller an, denn hier wurden vorsätzlich gesetzliche Normen der USA mit Hilfe der Software umgangen. Die dafür nötige Energie könnte von den US-Behörden als kriminell eingestuft werden – Haftstrafen für die Verantwortlichen lägen dann im Bereich des Möglichen.

Bildquelle: Michael Gil / flickr – Lizenz: CC2