3 Mai 2006

Datenverlust bei mobilen Geräten kommt immer häufiger vor

Studie von Kroll Ontrack: Einer von vier USB-Stick-Benutzern hatte bereits Datenverlust zu beklagen

Böblingen, 3. Mai 2006 - Eine Untersuchung von Kroll Ontrack, Anbieter von Services und Software in den Bereichen Datenrettung, Mailbox-Recovery Software und Computer Forensik, kommt zu dem Ergebnis, dass 27 Prozent der Benutzer bereits Daten verloren haben, die auf einem USB-Stick gespeichert waren. Die Umfrage* wurde unter 450 professionellen Benutzern weltweit durchgeführt, von denen 65 Prozent mindestens einen USB-Stick nutzen. Die kompakte Größe der praktischen Datenspeicher verleitet viele Benutzer dazu, ihre USB-Sticks einfach in eine Tasche zu stecken. Dabei riskieren sie, dass wertvolle Daten abhanden kommen. Die meisten Benutzer wollen nicht wahrhaben, dass Speicher-Sticks ebenso anfällig sind wie Festplatten. Im letzten Jahr verzeichnete Kroll Ontrack einige ungewöhnliche Ursachen von Datenverlust, wie etwa den spektakulären Fall, bei dem ein Hund einen Speicher-Stick als Kauspielzeug missbrauchte. Kroll Ontrack war trotz deutlicher Beißspuren und eines Lochs in der Lage, die Daten vollständig zu retten.

Bei mobilen Datenträgern kam es insgesamt zu einem enormen Anstieg von Datenverlustfällen. So verzeichnete Kroll Ontrack im Labor in Böblingen bei PDAs ein besonders starkes Wachstum von 200 Prozent, ebenso wie bei externen Festplatten mit über 140 Prozent. Auch die Anfragen für Notebooks, die bereits vorher auf einem hohen Niveau lagen, stiegen im Jahr 2005 um das Doppelte gegenüber dem Vorjahr. Dies belegt, wie wichtig auch Daten auf mobilen Datenträgern geworden sind. Der Gesamtumsatz des Datenrettungsgeschäfts in Europa ist gegenüber dem Vorjahr im zweistelligen Bereich gewachsen.

Es muss nicht immer gleich zum kompletten Datenverlust kommen, doch tauchen immer wieder Problemen mit mobilen Datenträgern auf. Die darauf abgelegten, sicher geglaubten Daten können durchaus abhanden kommen. Mit 32 Prozent am häufigsten von technischen Problemen betroffen sind Notebooks, gefolgt von Mobiltelefonen mit 17 Prozent und externen Speicherlösungen mit 16 Prozent. Probleme mit PDA/Blackberry (13 Prozent) oder Digitalkamera (9 Prozent) kommen ebenfalls häufig vor, im Gegensatz zur Gerätekategorie MP3 Player und iPod, die mit nur 3 Prozent Problemquote als besonders stabil gelten dürfen (Quelle: Kroll Ontrack, 2005).

    Um mobile Geräte besser vor Datenverlust zu schützen, hat Kroll Ontrack einige einfache Vorsichtsmaßnahmen zusammengestellt:
  1. Nicht verlieren - USB-Sticks "auf Wanderschaft" sollten vermieden werden. Der kompakte Datenspeicher geht schnell verloren, wenn man nicht mehr weiß, wo genau er zuletzt eingesetzt wurde. Ein spezieller Aufbewahrungsort schafft hier Abhilfe.
  2. Vorsichtig transportieren - Stellen Sie sicher, dass ihr USB-Stick sorgfältig verstaut ist, wenn Sie unterwegs sind. Man trägt ein Notebook auch nicht in der Plastiktüte herum, also sollte man einen USB-Stick mit ähnlich wertvollen Daten auch nicht einfach so in die Hosentasche stecken.
  3. Für Backup ungeeignet - Ein USB-Stick ist zu unsicher, um darauf wertvolle Informationen abzulegen und daher als Backup-Medium ungeeignet.
  4. Schutzkappe benutzen - Wenn der Speicher-Stick nicht benutzt wird, Schreibschutz einrasten. Die mitgelieferte Schutzkappe bietet zusätzlichen Schutz.
  5. Vor Abreise entfernen - Wer unterwegs Notebook und USB-Stick benötigt, sollte diese sperat transportieren, damit der USB-Stick nicht beschädigt wird.

  6. "Auch wenn USB-Sticks als einfaches ultimatives Medium für den Datentransport gelten, sind diese nicht vor Datenverlust geschützt", erklärt Peter Böhret, Managing Director bei Kroll Ontrack in Böblingen. "Wir haben festgestellt, dass sich professionelle Benutzer zunehmend auf USB-Sticks verlassen und nicht bedenken, dass die darauf gespeicherten Daten wesentlich schneller verloren gehen können als auf einem Notebook. Kommt eine Präsentation auf dem Weg zum Kundenmeeting abhanden, kann das für das Unternehmen einen hohen finanziellen Ausfall nach sich ziehen. Die Mitarbeiter müssen erkennen, wie wertvoll diese mobilen Geräte sein können und nicht nur deren Funktion als praktisches Medium für den Datentransport in den Vordergrund stellen.
    * Die Online-Umfrage wurde zwischen Juli und September 2005 unter ungefähr 450 Personen durchgeführt.