19 Mai 2014

Dark Data auf Tape: Prinzip Hoffnung reicht nicht aus

Kroll Ontrack warnt: Daten auf Tape müssen aktuell und zugänglich gehalten werden

Böblingen, 19. Mai 2014 – Dark Data – bislang nicht gehobene Datenschätze – rücken das Speichermedium Tape wieder in den Fokus von Unternehmen, so die Spezialisten für Datenrettung und E-Discovery von Kroll Ontrack. Die fast 60 Jahre alte Bandspeichertechnologie ist in Unternehmen noch weit verbreitet – und das Tape-Archiv einer der Orte, an dem sich in Unternehmen Unmengen an potenziell wertvollen Daten befinden. Gartner fasst solche Daten unter dem Begriff Dark Data zusammen und definiert sie als diejenigen Informationen, die Unternehmen im Verlauf ihrer regulären Geschäftstätigkeit sammeln, verarbeiten und speichern, aber nicht für andere Zwecke – wie zum Beispiel gewinnbringende Analysen und erfolgreiches Business Development - nutzen. Kroll Ontrack erhielt im Jahr 2013 weltweit fast 300 Anfragen zur Wiederherstellung von Tape-Daten. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Legacy-Bandspeicher mit unbekanntem Inhalt: Unternehmenskunden wissen häufig nicht, was sich auf den vorhandenen Tapes befindet und benötigen einen Tape-Katalog und die Restaurierung der vorhandenen Daten.

„Dark Data befindet sich üblicherweise auf Tape-Medien, weil Bänder kostengünstig sind und sich einfach aufbewahren lassen“, erläutert Peter Böhret, Managing Director, Kroll Ontrack. „Problematisch wird es jedoch häufig, wenn IT-Administratoren diese unstrukturierten Daten zugänglich machen wollen – mit aktueller Software, Hardware und einem strukturierten Tape-Katalog. Allerdings gibt es am Markt nur wenige entsprechende Services, die hier helfen können: So hat eine Umfrage von Kroll Ontrack unter 600 IT-Resellern vor kurzem gezeigt, dass 60 Prozent der Reseller Anfragen von Kunden zu Legacy-Tape-Services hatten, die sie nicht selbst bedienen konnten.“

Eine Wiederherstellung von Tape-Daten benötigen Unternehmen vor allem in den folgenden fünf Situationen:

  • Compliance: Unternehmen sind an gesetzliche Vorgaben, Branchenstandards und eigene Regelungen sowie Aufbewahrungsfristen für Daten gebunden. Werden Bänder für die weitere Nutzung freigegeben, bevor die Fristen abgelaufen sind, löschen Unternehmen effektiv Daten, die aus Compliance-Gründen eigentlich aufbewahrt werden müssten.
  • Gerichtsverfahren: Für Rechtsstreitigkeiten müssen die Rechtsabteilungen von Unternehmen Daten vorlegen, die häufig auf älteren Bandspeichern liegen. Für diese haben Unternehmen jedoch häufig nicht mehr die passende Software oder Hardware vorliegen.
  • Migration: Beim Wechsel auf eine neue Backup-Software müssen Unternehmen große Mengen von Tapes auf die neue Software migrieren. Dies kann sehr zeit- und damit personalintensiv sein.
  • Disaster Recovery: Naturkatastrophen können zu Schäden an archivierten Bandspeichern führen. Dies erfordert Reinraumtechnologien und Ersatzteile, um verlorene Daten wiederherzustellen.
  • End of Life: Unternehmen lassen ihre Tape-Software-Lizenzen auslaufen oder schaffen Hardware zum Auslesen der vorhandenen Tape-Speicher ab. Dies führt dazu, dass Unternehmen die Daten nicht mehr selbst auslesen oder wiederherstellen können.

Die folgenden Tipps der Kroll-Ontrack-Experten helfen, Tape-Daten zu schützen und die Chancen auf eine erfolgreiche Wiederherstellung zu steigern.

  • Bewahren Sie Legacy-Hardware und -Software für alle Tape-Varianten auf, die sich in Ihrem Archiv befinden.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Bänder korrekt beschriftet und im Katalog erfasst sind, so dass Sie sie bei Bedarf schnell finden können.
  • Testen Sie Ihre Bandspeicher mindestens einmal jährlich, indem Sie ein zufällig ausgewähltes Band auslesen.
  • Bewahren Sie Tapes an einem trockenen Lagerort und nicht direkt auf dem Fußboden auf. Falls Ihre Tapes einen Wasserschaden erleiden sollten, halten Sie sie solange feucht, bis sie bei einem Datenrettungsunternehmen eingegangen sind.
  • Löschen Sie Ihre Tapes am Ende des Lebenszyklus sicher mit Hilfe eines Degaussers – also per Entmagnetisierung. Denn nach einem einfachen Löschvorgang bleiben Datenreste übrig, die noch ausgelesen werden können.
  • Etablieren Sie frühzeitig den Kontakt zu einem Dienstleister, der Sie mit einem umfassenden Angebot von Tape-Services unterstützen kann.

„Daten auf Tape zu archivieren bedeutet nicht, dass diese Daten nicht mehr benötigt werden. Dark Data auf Bandspeicher könnten eine ungeahnte Goldmine für Unternehmen sein – und erfordern einen entsprechend sorgfältigen Umgang“, ergänzt Peter Böhret. „Unsere Datenrettungsingenieure sind auf den Umgang mit großen Mengen an unstrukturierten Daten spezialisiert, vom Daten-Audit, über die Indexierung und Katalogisierung der Inhalte, bis hin zum Zugang zu Legacy-Tapes durch entsprechende Hardware und Software und zur Wiederherstellung von beschädigten Tape-Speichern. Seit mehr als 20 Jahren entwickelt Kroll Ontrack Werkzeuge für die Bearbeitung von Tape-Daten, die unabhängig von der Backup-Infrastruktur und -Software arbeiten.“